Handball, 3. Liga West

Tapferes SGSH-Rumpfteam nicht belohnt

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Halver - Zum erhofften zweiten Sieg in Folge reichte es nicht: Stark ersatzgeschwächt unterlag Handball-Drittligist SG Schalksmühle-Halver am Samstagabend an der Mühlenstraße dem Neusser HV 19:21 (9:12). Trotz der Niederlage zeigte das Rumpfteam eine sehr beachtliche Leistung.

Von Thomas Machatzke

Quasi mit dem allerletzten Rückraum-Aufgebot trat die SGSH gegen das gerade im Rückraum so stark besetzte Team vom Niederrhein an. Christian Feldmann musste aufgrund seiner Schulterverletzung passen, Maciej Dmytruszynski hatte sich im Abschlusstraining einen Muskelfaserriss zugezogen. Florian Diehl fehlte ohnehin. Marc Oberste versuchte es, doch aufgrund seiner Rückenbeschwerden saß auch er bald auf der Bank.

So waren es Julian Mayer, Malte Müller in der ungewohnten Rückraum-Mitte und im ersten Spiel nach seiner Verletzungspause Mateusz Rydz, die das Rückraum-Spiel tragen mussten. Sie machten das sehr ordentlich - trotzdem sollte es gegen die 6:0-Abwehr der Gäste ein zähes Ringen um jedes Tor werden.

Allerdings taten sich auch die Witte-Schützlinge schwer. Erst mit der sehr offensiven Abwehrformation der SGSH (3:2:1 bis 1:5). Später dann mit den Abschlüssen aus dem Rückraum gegen einen gerade in der zweiten Hälfte überragenden Dominik Formella im SGSH-Tor. Auf dem Papier sprach alles für den NHV, doch auf dem Parkett tat sich der Gast unendlich schwer, zog zwar immer wieder davon, doch ließ die SGSH dann auch immer wieder aufkommen. Dem 9:12 zur Pause folgte ein 11:12 (32., Rydz), dann wieder ein 11:15 (38., Klasmann) und 13:17 (44., Handschke). Nach diesem Tor aber brachen 13 Minuten an, in denen Formella jeden aufs Tor kommenden Ball entschärfte.

SGSH unterliegt Neusser HV 19:21

13 Minuten, in denen der SGSH freilich auch nur vier Tore gelangen. "Vieles war richtig gut, aber manchmal haben wir uns zu wenig ans Konzept gehalten", sagte Mathias Grasediek später. Vor allem aber eines war signifikant: Angesichts der Rückraum-Malaise war es Teil des Plans gewesen, die Partie in der Offensive über die rechte Außenbahn zu entscheiden. Gerade hier hatten Jacek Wardzinski und Achim Jansen aber beide einen gebrauchten Tag erwischt, kamen nie an Normalform heran.

So stand es 17:17, als NHV-Linksaußen Breuer im Siebenmeter-Nachwurf in der 57. Minute den Torbann brach (17:18) und wenige Sekunden später per Gegenstoß zum 17:19 nachlegte. In der hitzigen Schlussphase mit vielen zweifelhaften Pfiffen auf beiden Seiten brachten Wardzinski per Siebenmeter und der gute Müller die SGSH noch zweimal auf ein Tor heran, doch Klasmanns Freiwurf-Kracher in Unterzahl entschied das Spiel mit dem 19:21 eine halbe Minute vor dem Ende. Ärgerlich für den Gast: In den letzten Sekunden versteckte Breuer den Ball - taktisches Zeitspiel, für das er die rote Karte und zwei Spiele Sperre erhielt.

Und noch ein Nachspiel könnte drohen: Die SGSH-Verantwortlichen waren sich am Ende sicher, dass NHV-Akteur Thomas Bahn in der 57. Minute die dritte Zeitstrafe kassiert hatte. Bahn aber sah nicht rot und kehrte aufs Parkett zurück. Die SGSH erwägt deshalb einen Einspruch.

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