SGSH: Vererbte Talente aus dem Ruhrpott

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Ortstermin im neuen Volmepark in Schalksmühle: Moritz Eigenbrodt (links) und Max Büchel (rechts) sind neu im Volmeort und beim Drittligisten SG Schalksmühle-Halver.

Schalksmühle - Viele neue Gesichter gibt es in der neuen Spielzeit bei der SGSH. Zu ihnen gehören die Youngster Moritz Eigenbrodt und Maximilian Büchel, die von der DJK Oespel-Kley kamen. Ein Gespräch mit beiden.

Ortstermin im Volmepark. Noch gut 30 Minuten bis zur nächsten Body-Pump-Einheit im Injoy, das früher mal Sportpark Volme hieß. Nun gibt es den Volmepark, einen großen Spielplatz am Wasser, er ist gerade ganz neu eröffnet worden in Schalksmühle, Max Büchel und Moritz Eigenbrodt sind auch neu an der Volme und bei der SGSH – aber schon bestens angekommen.

„Ein Heimspiel?“, fragt Büchel – angesprochen auf den Kronen-Cup, an dem der Handball-Drittligist am Sonntag in Dortmund teilnimmt –, „nein, die Halle kenne ich gar nicht.“ „Doch“, sagt Eigenbrodt, „gespielt habe ich dort schon mal.“ Aber ein Heimspiel ist der Kronen-Cup in Renninghausen nicht. Die beiden kommen eher aus dem Norden der Stadt, zumindest was den Handball betrifft: von der DJK Oespel-Kley.

Max Büchel, der lang aufgeschossene Schlaks, der so gerne im zentralen Rückraum die Fäden zieht, kommt sogar noch von ein bisschen weiter weg. Heimatstadt: Herne. Stammverein: DSC Wanne-Eickel. „Ja, die haben auch mal hoch gespielt“, sagt er und weiß es nur aus Erzählungen. Ende der 80er-Jahre war das, als der DSC mit einem Trainer namens Siegbert Busch in der 1. Bundesliga mitspielte. Aber Büchel ist gerade 18 Jahre alt. Als er geboren wurde, hatte der DSC bereits einen Neustart in der Kreisklasse hinter sich. Büchels Eltern waren auch gute Sportler – Handballer beide, die Mutter zudem Leichtathletin und später Trainerin. Vererbtes Talent. Als C-Jugendlicher ging Büchel vom DSC zur DJK Oespel-Kley. Der Ausbildung und der Perspektiven wegen, die dort ein Jugendtrainer aufgebaut hatte, der vorher auch mal mehrere Jahre den Zweitligisten TSG Herdecke trainiert hatte und der inzwischen Leistungssportreferent im DHB ist: Jens Pfänder.

„Ja, natürlich ist das ein Vorteil gewesen, einen so guten Trainer zu haben“, sagt Moritz Eigenbrodt. Die SGSH ist für den in Witten geborenen Dortmunder erst die zweite Handball-Station. Als Sechsjähriger begann er bei der DJK, mit 18 und nach dem Gewinn der Oberliga-Meisterschaft mit der A-Jugend hat er den Klub nun in Richtung SGSH verlassen. „Das war ein schöner Abschluss“, sagt Eigenbrodt und erinnert sich an die vergangene Saison, als die DJK viele Gegner nach allen Regeln der Kunst zerlegte, auch den Nachwuchs aus Halver und Schalksmühle.

Eigenbrodts Vater: ein erfolgreicher Ringer

Auch Eigenbrodt ist erblich vorbelastet, was das Sporttreiben auf hohem Niveau angeht. Sein Vater war zwar in den vergangenen Jahren Mitglied des DJK-Trainerstabes. Eigentlich aber ist Thomas Eigenbrodt Ringer gewesen – in der goldenen Zeit beim KSV Witten feierte er in der Husemann-Halle mit dem KSV die Deutsche Meisterschaft. Das war in der Zeit, als Siegbert Busch in Wanne-Eickel wirkte, in den 80er-Jahren.

Im Hier und Jetzt ist das Max-und-Moritz-Doppelpack aus dem Pott in Schalksmühle angetreten, um zu lernen und zu bestehen bei der großen Herausforderung Drittliga-Handball. Beiden ist klar, dass sie Geduld haben müssen. „Wir wollen alles mitnehmen, im Training alles geben“, sagt Eigenbrodt, der im linken Rückraum zu Hause ist, „ich bin ehrgeizig, aber ich kann es schon realistisch einschätzen bei unserem Kader.“ Büchel ergänzt: „In einer Saison kann viel passieren, da kann man auch als zweiter Mann irgendwann eine Chance bekommen.“

Viel Training sind beide gewöhnt. Fünfmal wurde bei der DJK-A-Jugend trainiert, technisch gut ausgebildet sind beide. Körperlich werden sie noch zulegen. Die Zeit wird es bringen. Zeit haben sie. Büchel baut gerade erst sein Abitur. Eigenbrodt beginnt im Herbst in Dortmund ein Maschinenbau-Studium. Sie sind die Youngster der neuen Mannschaft. „Eine coole Truppe“, sagt Max Büchel, „von den Typen her ist alles dabei.“

Rollenwechsel in der Volmegemeinde

„Der Eindruck ist wirklich sehr positiv“, pflichtet Eigenbrodt bei. Sie kommen gerne nach Schalksmühle, den Ort, der so anders ist als ihre Heimatstädte im Ruhrgebiet und der von ihnen einen Rollenwechsel verlangt. Die Führungsspieler des A-Jugend-Oberliga-Meisters sind nun die Azubis im Team. „Ja, da ist ein fester Stamm, und da müssen wir uns integrieren“, sagt Max Büchel, „sonst mussten wir immer andere Spieler integrieren.“ Es wird ihnen gelingen. Dieser Eindruck jedenfalls bleibt, als sie sich vom Volmepark aus zum Body-Pump aufmachen.

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