Hallenfußball

"Jugend forscht"-Projekt des SC Lüdenscheid mit Stadtmeistertitel belohnt

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Neuer Hallen-Stadtmeister: der SC Lüdenscheid.

Lüdenscheid – Die beste Mannschaft über den gesamten Turniertag gesehen war die verstärkte B-Liga-Reserve von RW Lüdenscheid gewesen, doch der nachgebaute Champions-League-Pokal, den der Vorstandssprecher des Stadtsportverbandes, Michael Meyer, nach dem Finale überreichte, ging an den SC Lüdenscheid.

Und betrachtete man allein das Finale, so war das keineswegs unverdient, denn in den letzten zwölf Minuten der von Polonia Lüdenscheid im BGL einmal mehr mit viel Liebe fürs Detail ausgerichteten Stadttitelkämpfe war das Thielicke-Team in einem Kräftemessen auf Augenhöhe präsenter gewesen, hatte die besseren Chancen gehabt und siegte so letztlich auch 2:1. Der RWL-Reserve blieb nur Rang zwei. 

Das Finale war eines der spannendsten Spiele eines langen Fußball-Nachmittags: Nachdem Arne Winter, Kolja Nossol und Gian-Zucci Reinert drei Topchancen für den SCL ausgelassen hatten, war es Robin Breitenbach gewesen, der für Rot-Weiß zum 1:0 eingeköpft hatte. Das Team von Ümit Dilmen hatte zuvor alle Turnierspiele gewonnen, kein einziges knapp. Nun schien das Ensemble, in dem mit Keeper Jan-Niklas Reischel, Pascal Ertelt, Robin Breitenbach und Marcel Schönrath vier Akteure aus dem Bezirksliga-Topteam dabei waren, auch im Endspiel auf Kurs.

Hallenfußball: Lüdenscheider Stadtmeisterschaft 2019

 Weit gefehlt. Der SCL ließ sich nicht beirren, spielte defensiv diszipliniert und wurde bei seinen Chancen belohnt: In der sechsten Minute des Finales gelang Dominique Wohlpart der verdiente Ausgleich. Nach zehn Minuten traf Reinert den Außenpfosten. Und dann, als nur noch 50 Sekunden auf der Uhr waren, hatte Reinert seine dritte Großchance des Spiels – diesmal nutzte er sie. Den Rest der Zeit spielte der SCL sicher von der Uhr, und danach durfte kräftig gejubelt werden. 

C-Ligist AFC Lüdenscheid wurde nach einem 8:5 im "kleinen Finale" gegen Hellas Dritter.

„Das war ja heute ein Projekt ‘Jugend forscht’“, stellte Matthias Thielicke mit Blick aufs Alter seiner Schützlinge – Thomas Marciniak (23) war der älteste – fest und freute sich mit den Youngstern. Ümit Dilmen nahm die Finalniederlage sportlich. „Turniere in der Halle sind nur Spaß – und wir haben heute viel Spaß gehabt“, stellte der RWL-Coach fest. Thomas Dregger, Sportlicher Leiter der Rot-Weißen, konstatierte, dass die Mischtruppe vom Nattenberg spielerisch die beste Mannschaft des Tages gewesen war. Er erntete keinen Widerspruch. Seine Vorrundengruppe hatte RWL II klar vor dem SCL dominiert. Hier waren weder Titelverteidiger Türkischer SV Lüdenscheid (mit der 3. Mannschaft immerhin Gruppendritter) noch der am Ende komplett sieglose A-Kreisligist LTV 61 wirklich fürs Weiterkommen in Frage gekommen. 

Polonia verpasst das Halbfinale 

In der nominell schwächeren Gruppe A war das Rennen deutlich spannender gewesen. Den Gruppensieg sicherte sich hier nach zwei Siegen und einem Unentschieden mit dem AFC Lüdenscheid der einzige C-Ligist im Teilnehmerfeld. Polonia Lüdenscheid verkaufte sich achtbar, hätte im letzten Vorrundenspiel gegen den AFC ein Unentschieden gebraucht, doch daraus wurde nichts: Der AFC siegte deutlich und verdient 3:0. So sprang der SV Hellas nach zwei Unentschieden zum Start durch einen finalen 6:4-Sieg gegen TuRa Brügge noch auf Rang zwei und ins Halbfinale. 

Hellas: 23 Gegentore in fünf Turnierspielen

Ohne Defensive (23 Gegentore in fünf Turnierspielen) kam Hellas indes nicht für mehr in Frage, holte sich trotz früher Führung im Halbfinale eine 1:5-Klatsche gegen RWL ab. Der AFC und der SCL schenkten sich im zweiten Semifinale nichts. Die frühe SCL-Führung durch Kiriakidis glich Erag Önal aus. Dabei blieb es nach zwölf Minuten. Das Neunmeterschießen ging ebenfalls in die Verlängerung – erst als Arne Winter als fünfter SCL-Schütze traf und Gürdal Bagcik danach an Keeper Lukas Bertels scheiterte, war der Weg für den SCL ins Finale frei. Der AFC holte sich dafür durch ein 8:5 gegen den SV Hellas den dritten Platz. Rekordverdächtig: In 87 Sekunden schaffte der junge Görkem Kilic hier einen Start-Hattrick zum 3:0. Zwischenzeitlich stand es 7:1, für Hellas war die Luft raus. Rang fünf ging an den TSV Lüdenscheid III (4:0 gegen Polonia), Rang sieben an TuRa Brügge (4:3 nach Neunmeterschießen und 0:2-Rückstand gegen TuRa Brügge).

Zwei Rote Karten und ein Verletzter

Und sonst? Eine Verletzung gab es beim Hallenkick: Polonia-Neuzugang Burim Aliu schied bereits in der Vorrunde mit einem gebrochenen Fuß aus – ganz bitter. Zwei Rote Karten brachte zudem das Vorrundenkräftemessen zwischen dem AFC und Hellas. Sowohl für Cem Karaca (Hellas) als auch Ozan Öztürk (AFC) war jeweils nach einem versuchten Kopfstoß in der Hitze des Gefechts das Turnier beendet, bevor es richtig angefangen hatte...

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