Neue Hallenfußball-Regeln

Grätscherei und Zeitspiel rigoros untersagt

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Sowohl bei den Nachwuchsturnieren des TSD (Szene) als auch vom TuS Herscheid wurde bereits nach den neuen Hallenregeln, aber noch mit normalem Ball gespielt. Demnächst stehen erste Veranstaltungen bei den Senioren auf dem Programm.

Kreisgebiet - Nachdem am vergangenen Wochenende auch auf Kreisebene die letzten Spieltage im Freien absolviert sind, steht die Hallensaison vor der Tür. Und die bringt sowohl für Ausrichter, Spieler als auch Schiedsrichter einschneidende Änderungen mit sich. Das gefällt nicht jedem, doch die Vorgabe des DFB steht und Landesverbände sowie Kreise haben diese umzusetzen.

Von Marc Kusche

Wird ab der Hallensaison 2015/16 komplett nach Futsal-Regeln gespielt, so gilt die jetzige Winterserie quasi als Übergangssaison.

Anfang Oktober hat der FLVW die neuen Bestimmungen für Hallenfußball-Turniere verabschiedet, und – nachdem sich einiger Wiederstand geregt hat (insbesondere im Kreis Dortmund) – Anfang November nochmals ein Machtwort gesprochen.

Im Klartext: Die Änderungen sind für die einzelnen Kreise und Vereine bindend. Einzige Ausnahme: Muss bei Veranstaltungen des Kreises, zum Beispiel einer Hallenkreismeisterschaft, mit den sprungreduzierten Futsal-Bällen gespielt werden, so können Ausrichter von Vereinsturnieren in diesem Winter auch noch mit den herkömmlichen Bällen spielen lassen.

Was es ansonsten an Änderungen gibt, hat der heimische Schiedsrichter-/Fußballausschuss unter Vorsitz von Georg Heimes per Postfach den Vereinen mitgeteilt, die Schiedsrichter sind in zwei Schulungen bereits mit dem neuen Regelwerk vertraut gemacht worden.

Gravierendste Änderung neben dem Einsatz des sprungreduzierten Balles: Jegliches Grätschen, auch wenn es nicht foulwürdig sein sollte, ist verboten, zieht einen Freistoß, oder wenn es im Strafraum vorkommen sollte, einen Strafstoß nach sich.

„Ich denke, dass dieser Punkt die größte Herausforderung ist. Den Spielern muss im Gegensatz zum Freiluft-Kick eingeimpft werden, dass sie überhaupt nicht mehr grätschen dürfen, die Schiris müssen jeglichen Grätschversuch abpfeifen. Da wird es anfangs sicherlich noch zu Schwierigkeiten kommen. An alle weiteren Änderungen wird man sich schneller gewöhnen können“, so Heimes.

Die Regeländerungen im Einzelnen

Spielzeit: In der letzten Minute beider Halbzeiten muss der Zeitnehmer bei jeder Spielunterbrechung die Uhr anhalten. Es gilt in diesem Zeitraum also die effektive Spielzeit.

Ertönt bei einem Schuss oder Kopfball die Schlusssirne, muss die Wirkung abgewartet werden. Im Klartext: Geht er direkt rein oder wird von einem Gegenspieler abgefälscht, gilt das Tor, fälscht ein Mitspieler ab, zählt das Tor nicht. Außerdem: Wird während des Schusses eine strafstoßwürdige Regelübertretung begangen, muss der Strafstoß noch ausgeführt werden.

Einkick: Geht der Ball ins Seitenaus, wird er nicht mehr eingerollt, sondern eingekickt. Ein Tor darf dadurch allerdings nicht direkt erzielt werden.

Abstoß: Der Abstoß vom Boden ist nicht mehr möglich, darf auch nicht von einem Feldspieler ausgeführt werden. Der Torwart darf den Ball nur durch Rollen oder Werfen ins Spiel bringen. Geht das Leder direkt über die Mittellinie, erfolgt ein indirekter Freistoß für den Gegner auf der Mittellinie.

4-Sekunden-Regel: Nach einer Spielunterbrechung muss das Spiel nach einem Eckstoß, Einkick, Freistoß oder Abstoß binnen 4 Sekunden wieder fortgesetzt werden. Die Sekunden werden vom Schiri mit erhobener Faust angezählt, wobei er bei 0 beginnt.

Torerzielung bei Überzahl: Schießt eine Mannschaft bei numerischer Überzahl ein Tor, darf sich der Gegner direkt wieder vervollständigen. Sind beide Teams in Unterzahl, spielen zum Beispiel vier gegen vier, gibt es bei einem Tor kein Auffüllen der Mannschaften.

„Im Moment ist das alles noch sehr viel Theorie, die Praxis wird zeigen, ob sich die Änderungen bewähren“, will sich auch Heimes überraschen lassen, bezieht nichtsdestotrotz eine klare Position zur neuen Thematik. „Ich bin kein Freund davon. Eigentlich habe ich gedacht, dass der traditionelle Hallenfußball neben Futsal weiter laufen wird, doch da habe ich mich getäuscht. Es geht viel vom Ursprünglichen verloren, erst recht in der Saison 2015/16. Denn dann wird nur noch nach Futsal-Regeln gespielt, es kommen also unter anderem zwei Schiedsrichter pro Spiel zum Einsatz. Ob das bei allen Beteiligten so gut ankommt, da habe ich doch meine Zweifel. Aber der DFB will es so, Punkt aus.“

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