Der bizarre Titelkampf um die Hallenkrone

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Der LTV 61 (links) geht bei den Hallenfußball-Stadtmeisterschaften im BGL als Titelverteidiger ins Rennen – und ist der einzige A-Ligist im Feld.

Lüdenscheid - Acht Mannschaften, ein Ziel: In der Sporthalle des Bergstadt-Gymnasiums geht es am Samstag um den Lüdenscheider Stadtmeistertitel im Hallenfußball. Um 13 Uhr geht es auf dem Hallenparkett los, gegen 18.30 Uhr soll der neue Titelträger feststehen.

Von Thomas Machatzke

Stadtmeistertitel – so viel steht schon vorher fest – haben im Leben der Fußballgemeinde in der Bergstadt keinen sehr hohen Stellenwert. Unter freiem Himmel werden sie seit Jahren eher sporadisch vergeben, selbst für den Nachwuchs gibt es da allenfalls mit den Schülerfußball-Stadtmeisterschaften ein Turnier mit einer gewissen Relevanz, bei dem die Vereine allerdings außen vor sind. Unterm Hallendach war das in den vergangenen Jahren anders. Der LTV 61 hatte sich zuletzt als Ausrichter gut etabliert, die Mannschaften waren gekommen und hatten das Angebot gerne angenommen. Das hat sich gegeben.

Der LTV 61 steht zwar mit dem bewährten Ausrichterteam bereit. Doch die Resonanz aus den Vereinen hält sich in diesem Winter in Grenzen. Die Bezirksliga-Kicker des SC Lüdenscheid spielen parallel beim Turnier in Kierspe – ihr Fehlen ist nachvollziehbar. Immerhin schicken sie ihre gut situierte Reserve, die als Tabellenzweiter der Kreisliga B sogar zum engeren Favoritenkreis zählt.

Eine lange Liste der Ausfälle

Der zweite Bezirksligist, RW Lüdenscheid, pflegt sein indifferentes Verhältnis zum Hallenfußball, spielt mit seinem Bezirksliga-Kader weder in Kierspe noch im BGL. In Kierspe fehlt RWL komplett, zu den Stadtmeisterschaften schickt der Nattenberg-Klub seine B-Liga-Reserve, die im Eigenverständnis U23 heißt. Dieses Team ist als Tabellenachter der Kreisliga B in der Gruppe B sogar der Favorit auf den Gruppensieg, denn die Rivalen heißen Post SV (Elfter der Kreisliga B), Schlesischer SV (Achter der Kreisliga C) und FC Portugues (Sechster der Kreisliga C).

Die andere Gruppe, die den Namen A trägt, ist damit verglichen attraktiv. Wobei der Begriff „attraktiv“ durchaus relativ zu sehen ist. Immerhin gibt es hier mit dem LTV 61 einen A-Kreisligisten und mit der SCL-Reserve ein Team, das um den Aufstieg in die A-Liga kämpft. Der Tabellensechste der Kreisliga B, TuRa Eggenscheid, und der FC Lüdenscheid komplettieren die Gruppe. Es ist dem FCL hoch anzurechnen, dass er als Tabellenzweiter der Kreisliga D sein großes Saisonziel (Aufstieg in die C-Liga) nicht durch die Hallenteilnahme in Gefahr sieht. Beim Spitzenreiter der Kreisliga B, Polonia Lüdenscheid, war das so. Der Dickenberg-Klub sagte ab, weil er sich ganz auf den Aufstieg konzentrieren will. Die A-Ligisten SV Hellas, Türkischer SV und TuRa Brügge sind auch nicht dabei. Wie es in Lüdenscheid so ist: Der SV Hellas ist nicht gut Freund mit dem LTV 61, die Brügger pflegen ihre Missgunst für den Nachbarn aus dem Stadtzentrum ebenfalls. Und der TSV hat sich einfach gar nicht zurückgemeldet.

Futsal-Regeln: Keine Banden mehr

Für die Titelkämpfe ist das schade. Etwas attraktiver von der Klassenzugehörigkeit der Teilnehmer her hätte der Kampf um den Stadttitel, in den LTV 61 als Titelverteidiger geht, schon sein dürfen. Eine verpasste Chance an einem Standort, an dem sich der Fußball über die Jahre zu einem Spezialisten für verpasste Chancen entwickelt hat. Schade auch für den LTV 61, der sich viel Mühe macht, damit die Stadtmeisterschaften nicht komplett sterben.

Interessant werden dürfte es übrigens trotzdem aus einem anderen Grund: Erstmals wird nach Futsal-Regeln gespielt. Zwar noch mit dem normalen Ball und auf Fünf-Meter-Tore. Allerdings auf dem Handballfeld ohne Banden. Eine Premiere, die mit hauptsächlich B- und C-Liga-Kickern steigt. Ein wenig bizarr, aber nicht ohne Reiz.

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