Bärenstarke Eintracht erobert die Mühlenstraße

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Mit fünf Treffern zweitbester Werfer der SGSH im Derby gegen Eintracht Hagen: Neuzugang Julian Mayer.

Das mit Spannung erwartete Auftaktderby der 3. Liga West zwischen der SG Schalksmühle-Halver und dem VfL Eintracht Hagen hielt in vielerlei Hinsicht, was es versprochen hatte. Nur: Spannend war es nicht. Zu dominant war eine bärenstarke Eintracht, die sich an der Mühlenstraße verdient 32:24 (15:13) durchsetzte. Die SGSH hatte sich ihr Liga-Comeback anders erhofft.

Von Beginn gaben die Gäste vom Ischeland in Halver das Tempo und den Takt vor. Genauer gesagt: Simon Ciupinski war der Taktgeber. Der Spielmacher, der in der vergangenen Saison noch das Trikot des TV Korschenbroich trug, lenkte das VfL-Angriffsspiel und deckte mit seinen explosiven Durchbrüchen (sechs Tore in Halbzeit eins) immer wieder selbst Schwächen in der SGSH-Abwehr auf, in der Maciej Dmytruszynski neben Marc Oberste im Innenblock begann. Zweiter Faktor, der gegen die 6:0-Abwehr der Gastgeber sprach, war Lukas Tebbe - der Ex-Wermelskirchener mit dem goldenen linken Wurfarm bereitete der SGSH wie schon beim Turnier in Hagen große Probleme.

 

Auf der anderen Seite fand die SGSH kein rechtes Durchkommen gegen die aggressive Abwehr der Grün-Gelben. Auf Florian Diehl (Fieber) verzichtete Mathias Grasediek komplett, auf Maciej Dmytruszynski im Angriff, und auch Christian Feldmann kam erst nach zehn Minuten. Da stand es 3:6, und die Bemühungen der SGSH waren da, aber es war ein zähes Fortkommen. Gästecoach Lars Hepp sollte später feststellen: "Es waren dankbare Voraussetzungen für uns - die Ausfälle der SGSH haben uns in die Karten gespielt. Aus dem Rückraum kam nicht so viel, und so war es für uns auch leichter, den Kreisläufer zuzustellen." Bis zum 5:10 (15.) lief es so für den Gast wie am Schnürchen.

 

Die Umstellung der SGSH-Abwehr auf ein 3:2:1-System und dank einiger Erfolgserlebnisse auch das Erwachen des Anhangs in der mit 800 Zuschauern gefüllten Halle in Halver bedeuteten eine erste Zäsur im Spiel. Die Hagener verloren kurz den Faden, die SGSH machte das, was sie erhofft hatte - mit viel Herz nutzte sie ihre Chancen, vor allem über Julian Mayer und im Tempospiel auch über Daniel Krüger. Daneben verdiente sich auch Dominik Formella im Tor eine gute Note. Nach 26 Minuten glich Krüger aus (12:12), doch in Unterzahl geriet die SGSH bis zum Wechsel wieder in Rückstand (13:15).

 

Gleichwohl schien alles möglich. Die erste Halbzeit und die erste SGSH-Aufholjagd hatten den Gast aber womöglich nur noch einmal vorsichtiger und aufmerksamer gemacht. Mayers 15:16 (33.) ließ die SGSH nach der Pause zwar kurz auf eine Wende hoffen, dann aber setzte sich die größere Substanz beim Gast endgültig durch. Jan Wilhelm und Marius Kraus setzten nun vermehrt über die Außenbahnen und das Tempospiel Akzente, Mirko Szymanowicz verwertete alle Siebenmeter sicher. Aus einem 17:19 (37.) wurde ein 18:26 (48.). Es war der Zeitpunkt, als die Hoffnung beim Gastgeber schwand und die Stimmhoheit endgültig in den Hagener Fanblock wanderte.

 

Die letzten Minuten nutzte immerhin Niklas Polakovs noch für ein prima Drittliga-Debüt mit drei Treffern bei drei Wurfversuchen. Ansonsten aber gehörte das Finale den Protagonisten, die dem Abend ihren Stempel aufgedrückt hatten. Und die trugen die grün-gelben Trikots.

 

Thomas Machatzke

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