Gymnastik & Tanz (Deutsche Meisterschaft)

Between: "Mit den Geräten auch die Medaille weggeschmissen"

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Rang vier stand am Ende für die Formation "Between" von Gastgeber TuS Meinerzhagen zu Buche. 

Meinerzhagen - Doppelter Meisterjubel beim TSC Neubrandenburg am Meinerzhagener Rothenstein: Sowohl die Jugend-Formation des Vereins („Team II“) als auch die Formation in der Klasse 18+ („Team I“) holten sich bei den Deutschen Meisterschaften des DTB in der Sparte Gymnastik & Tanz den nationalen Titel. In der Klasse 30+ gewann das Team des Blumenthaler TV aus Bremen. Somit gingen alle Titel in den Norden. Für die Erfolgsformation „Between“ des Ausrichters TuS Meinerzhagen erfüllte sich der große Traum von einer Medaille nicht.

Für die Gastgeber war es ein Abend zwischen Stolz und Enttäuschung: Einerseits waren die Meinerzhagener stolz auf einen sehr gelungenen Turniertag, an dem sie als Ausrichter geglänzt hatten. Und sie waren auch sehr zufrieden mit dem Abschneiden der Youngster-Formation „Beyond“, die sich im Feld der 17 Jugend-Gruppen den sehr beachtlichen 13. Platz gesichert hatte.

Die „Between“ aber hatte die erhoffte Medaille nur ganz knapp verpasst - und musste sich dies selbst zuschreiben. „Mit den Geräten haben wir die Medaille weggeschmissen“, stellte Trainer Sinja Lipsewers am Abend nüchtern fest. Das Team hatte als Nummer zehn auf der Startliste zunächst tanzen müssen. Mit dem psychedelischen Thema „Where have all the children gone?“ von Joseph Kerschbaum hatte das Team 2018 immerhin Silber beim Deutschland-Cup DTB-Dance geholt. Auch diesmal saß der Tanz, hinterließ die Meinerzhagener Formation einen ausgezeichneten Eindruck.

Deutscher Meister der Jugend: die Formation des TSC Neubrandenburg.

Alles auf Kurs vor dem zweiten Durchgang für die 17 Formationen. Doch die Gymnastik mit vier Reifen und zwei Bällen - sie lief für den TuS nicht rund. Ein Reifenverlust im frühen Stadium des Vortrags, ein weiterer später. „Zwei grobe Fehler, das kostet…“, hatte Lipsewers bereits vor der Siegerehrung festgestellt. Und so ärgerlich diese Fehler ausgerechnet beim Heimauftritt in der sehr gut besetzten Rothensteinhalle waren, so sehr war die Trainerin unter den gegebenen Umständen am Ende mit Platz vier zufrieden. Keine Medaille, aber ein guter Platz und die Gewissheit, dass es ohne die Patzer wohl fürs Treppchen gereicht hätte. Ein Abend zwischen Stolz aufs Erreichte und Enttäuschung übers Verpasste.

Silberrang: Die Formation "GymMotion" aus Sersheim.

Direkt vor der „Between“ platzierte sich die Formation „Dynamics“ des TSV Stein aus Bayern, die in beiden Vorträgen durchaus ein Feuerwerk abgebrannt hatte. Die Formation „GymMotion“ des TV Sersheim aus Schwaben ließ der Bronzemedaille von 2018 diesmal Silber folgen. Ganz oben aufs Treppchen aber sprang ein ganz junges und technisch exzellent ausgebildetes Team: Die junge Formation des TSC Neubrandenburg hatte niemand so recht auf der Rechnung gehabt, doch der Punkte-Vorsprung auf Sersheim war am Ende immens. Die Neubrandenburger Erfolgsgeschichte in den Bereichen Gymnastik & Tanz, Gymnastik und Rhythmische Sportgymnastik ist mit dem doppelten Titelgewinn im oberen Volmetal wieder um ein Kapitel reicher.

Bronzerang: die Formation "Dynamics" aus Stein.

Auch die Klasse 18+ dominierte der TSC Neubrandenburg, absoluter Marktführer der Sparte in Mecklenburg-Vorpommern - nämlich deutlich. Hier war das Team als Titelverteidiger gestartet und erzielte mit 35,50 Punkten die Tageshöchstnote aller Formationen, hatte mehr als fünf Punkte Vorsprung vor der Formation „Kalliopé“ des TGC Groß-Zimmern aus Hessen, die sich Silber holte. Der TV Sersheim stellt hier mit den „gOldies“ den Bronzemedaillengewinner im Feld der zwölf Teams in der Klasse 18+, in der kein heimisches Team dabei war. Die „Kiwis“ von TuRa Rüdinghausen belegten als bestes Westfalenteam Rang sieben.

Platz 13 im starken Jugendfeld: Die Formation "Beyond" durfte zufrieden sein.

In der Klasse 30+ waren fünf Formationen am Start. Auch hier gab es einen Favoritensieg für die Formation des Blumenthaler TV aus Bremen. Auf Rang zwei folgte „2faces“ vom Oldenburger TB vor „Ferentis“ vom TGC Groß-Zimmern. Das Team „Null8/15“ aus Witten-Rüdinghausen wurde hier nur Fünfter und Letzter.

Da war die Welt noch in Ordnung: Die "Between" beim Start der Gymnastik. Später gingen unterwegs zwei Reifen verloren...

Die Deutschen Meisterschaften am Rothenstein gehen am Sonntag mit den Gruppenfinals weiter. Hier ermitteln die jeweils besten acht Formationen aller Klassen noch einmal Sieger für den Bereich Gymnastik und den Bereich Tanz. Die Formation „Between“ hat sich für beiden Gruppenfinals qualifiziert, die Formation „Beyond“ ist am Sonntag nicht mehr dabei. Los geht es am zweiten Tag der Titelkämpfe bereits um 9 Uhr.

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