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Folgen der Hochwasser-Katastrophe 2021: Zahl der Nichtschwimmer wird steigen

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Von: Thomas Krumm

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Der Vorstand des Stadtsportverbandes Altena mit (v.l.) Holger Wolf (Kassierer), Klaus-Peter Trappe (1. Vorsitzender), Ralf Springob (2. Vorsitzender), Helmut Mahr (Sportarzt) und Wolfgang Wilbers (Schulsportbeauftragter).
Der Vorstand des Stadtsportverbandes Altena mit (v.l.) Holger Wolf (Kassierer), Klaus-Peter Trappe (1. Vorsitzender), Ralf Springob (2. Vorsitzender), Helmut Mahr (Sportarzt) und Wolfgang Wilbers (Schulsportbeauftragter). © Krumm, Thomas

Die teilweise schwierige Lage des Vereinssports in Altena war eines der Hauptthemen der Jahreshauptversammlung des Stadtsportverbandes im Haus Mayweg. Zu Beginn seines Jahresberichts machte der 1. Vorsitzende Klaus-Peter Trappe deutlich, worum es geht: „Sportvereine sind mit Abstand der wichtigste Faktor des gesellschaftlichen Zusammenhalts.“ Diese Erkenntnis verbreite sich zunehmend auch in den Medien. Nach den umfassenden Einschränkungen aufgrund der Corona-Pandemie sei die Lage des Sports wieder besser.

Altena - Das gilt bekanntlich nicht für den Schwimmsport in Altena: Nachdem die Sommerflut 2021 das Frei- und Hallenbad in Dahle zerstört hat, gibt es vor Ort keine Trainingsmöglichkeiten für die Schwimmvereine. Diese habe es „besonders schwer erwischt“, stellte der Vorsitzende fest. Gravierend sind auch die Folgen für den schulischen Schwimmunterricht: Eine ganze Schulgeneration wachse „ohne geregeltes Schulschwimmen“ auf, denn als frühester Termin für die Wiedereröffnung des Bades werde das Jahr 2025 gehandelt.

Eine Zwischenbemerkung aus der Runde lockerte die gedrückte Stimmung etwas auf: „Unsere Vorfahren haben in der Lenne schwimmen gelernt.“ Interessant war auch der Bericht über einen Lastwagen-Anhänger, der anderswo zu einem sechs mal zwei Meter großen Schwimmbecken ausgebaut wurde, um etwas gegen den Becken-Mangel zu tun.

Allen Vereinen gab der Vorsitzende die Aufgabe des Energiesparens mit in die nächsten Trainingsstunden: „Das machen, was alle auch zuhause machen“, lautet die Devise – „damit wir die Möglichkeit haben, diese Dinge weiter zu finanzieren.“

4863 Altenaer sind derzeit in 29 Vereinen organisiert

Ralf Springob, 2. Vorsitzender und Sportwart, lieferte teilweise erschreckende Zahlen über den Breitensport. Eine Untersuchung belegt, dass 44 Prozent der Frauen und 40 Prozent der Männer sich weniger als 150 Minuten pro Woche sportlich betätigen. Bei den elf- bis 17-jährigen Mädchen seien es erschreckende 88 Prozent, bei den Jungen 80 Prozent. Dafür sei die Generation „Smartphone und Internet“ nicht ausschließlich selbst verantwortlich: Öffentliche Schwimmbäder seien reihenweise geschlossen worden. Bei den Sporthallen gebe es einen großen Renovierungsstau. Immerhin scheine die Politik das Problem und das damit verbundene Gesundheitsproblem mittlerweile erkannt zu haben. Auch im Märkischen Kreis sinke die Mitgliederzahl von Sportvereinen seit Jahren: Ende 2021 waren noch 105923 Märker Mitglied eines Sportvereins – 2908 weniger als Ende 2020, 18261 weniger als vor zehn Jahren und 30923 weniger als vor 20 Jahren. 4863 Altenaer sind derzeit in 29 Vereinen organisiert – 145 weniger als vor einem Jahr.

Der Sportwart widmete sich auch den Erfolgen der einzelnen Vereine. Er würdigte erfolgreiche Schwimmer von „Gut Nass“ und der SSG Altena, die offenbar auswärts Trainingsmöglichkeiten gefunden haben. Die Fußballer des VfB Altena sind derzeit Tabellenführer der Kreisliga A. Und die Tischtennis-Asse des TTC Altena gehören als Aufsteiger in die 3. Bundesliga zu den 48 besten Mannschaften Deutschlands.

Der Schulsportbeauftragte Wolfgang Wilbers berichtete, dass der Sportunterricht mittlerweile wieder normal laufe – bis auf den erwähnten Schwimmunterricht: „Die Zahl der Nichtschwimmer wird zunehmen.“ Interessante Sport-Arbeitsgemeinschaften bereichern das schulische Angebot: Radball, Tischtennis und der Kanusport, der von Frühjahr bis Herbst wieder auf der Lenne gepflegt werden soll. „Es ist wichtig, dass Kinder wieder den Weg in die Sportvereine finden“, so Wilbers.

Um dieses Anliegen zu unterstützen, hat der Landessportbund das Programm „NRW bewegt seine Kinder“ aufgelegt. Henning Kirchner vom Kreissportbund MK berichtete über seine Aktivitäten im Rahmen dieses Programms. Dass professionelle Hilfe bei der Ausbildung und Beschäftigung von Übungsleitern dringend gefragt ist, zeigte der Fall des TuS Dahle: Ihm kamen gleich mehrere „Team Trainer“ abhanden, sodass Gruppen mit 28 Mädchen, 19 Jungen und zwei Mutter-Kind-Gruppen nicht mehr betreut werden konnten.

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