Dramatischer Zweikampf in Gelstern

Die Entscheidung am 55. Loch des Wochenendes: Dominik Stuhldreier kann sein Glück kaum fassen. -  Foto: Machatzke

Schalksmühle - Es war kein Titelkampf wie jeder andere im Schalksmühler Höhengebiet. In einer dramatischen Entscheidung sicherte sich Dominik Stuhldreier am Sonntagabend zum zweiten Mal den Titel des Clubmeisters beim GC Gelstern – und verwies den lange führenden Daniel Maiworm auf Rang zwei.

„Bei der Siegerehrung kam es mir fast surreal vor“, sagte Stuhldreier mit einem Tag Abstand zum denkwürdigen Golftag in Gelstern, „eigentlich hatte ich das Ganze ja gedanklich nach den ersten beiden Runden schon abgehakt, wollte nur noch eine ordentliche letzte Runde spielen und Spaß haben.“

75 Schläge hatte Stuhldreier sowohl für die 1. Runde am Samstag als auch für die 2. Runde am Sonntagmorgen benötigt. Es waren die Runden des Daniel Maiworm gewesen. 73 Schläge am Samstag und 72 Schläge am Sonntagmorgen bedeuteten für den Neu-Jungsenior Maiworm (35) fünf Schläge Vorsprung vor der dritten und letzten Runde: ein eigentlich bequemes Polster.

Die 3. Runde brachte dann auch im Spitzenflight, in dem der am Ende drittplatzierte Kai-Jan Rex – am Freitag gemeinsam mit Dustin Hollbach Sieger im Clubmeisterschafts-Vierer vor Jürgen Goldmann und Frank Hornbruch – die beiden Führenden begleitete, dann auch zunächst nichts, was auf Spannung hindeutete. Stuhldreier verpatzte das 2. Loch mit einem Doppel-Bogey, Maiworm schob am 3. Loch einen Birdie nach. Der Vorsprung war auf acht Schläge gewachsen. Der Rekord-Clubmeister des GC Gelstern war voll auf Kurs.

Auch nach dem 14. Loch betrug der Vorsprung noch satte fünf Schläge für Maiworm. Und dann geschah das nicht für möglich Gehaltene: Stuhldreier spielte am 15. Loch einen Eagle. Am Par-4-Loch gelang es dem Titelträger von 2013 dabei, den Ball aus 105 Metern Entfernung direkt im Loch zu versenken. Am 16. Loch folgte direkt ein Birdie von Stuhldreier. Leistungen, die Wirkung zeigten. Maiworm spielte am 16. und 17. Loch einen Bogey – und so lagen beide vor dem letzten Loch erstmals gleichauf.

"Puls 300 - völlig unter Strom"

„Ab dem 15. Loch war der Puls bei 300, stand man völlig unter Strom“, sagt Stuhldreier, „so ein Zweikampf mit dem größten Konkurrenten und einem meiner besten Freunde vor so vielen Zuschauern – das macht die Faszination Golf aus.“ Am letzten Loch hatte Maiworm sich viel besser der Fahne genähert, doch Stuhldreier gelang ein ungemein schwieriger Putt. Beide spielten par.

Es ging in die Verlängerung am 1. Loch, dem 55. Loch des Wochenendes. Und hier hatte Stuhldreier das Momentum auf seiner Seite. Maiworms zweiter Schlag der Annäherung war kein so guter, sein folgender Chip auch nicht. Den daraus resultierenden sehr schwierigen Putt setzte er Zentimeter neben das Loch – ein Bogey, der den Titelkampf entschied. Stuhldreier spielte solide par und konnte sein Glück kaum fassen. Zum zweiten Mal ist er Clubmeister und hat nach der 70er-Runde des Sonntags und der damit einhergehenden Handicap-Verbesserung auf 2.1 auch wieder die beste Stammvorgabe im Verein. „Man sagt immer, der erste Clubmeistertitel ist der, der immer in Erinnerung bleibt“, sagt Stuhldreier, der am Sonntag die Nachfolge des verhinderten Calvin Zacharias (C-Trainer-Ausbildung) antrat, „ich glaube, bei mir ist das anders. Ich werde diesen Titel nie vergessen.“

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