Mähler klagt über eine „kriselnde Branche“

GCG-Präsident Harald Mähler (links) freute sich über viele gute Gespräche beim Neujahrsfrühschoppen in Gelstern.

Schalksmühle - Der Präsident war hocherfreut. So voll wie am Sonntagvormittag war es noch nie gewesen beim Neujahrs-Frühschoppen des GC Gelstern im Klubhaus. „Viele Leute, gute Stimmung, was will man mehr?“ fragte Harald Mähler rhetorisch in die Runde.

Von Thomas Machatzke

Viele Gäste, aber wenig Neues in Gelstern. „Baumaßnahmen im großen Stil“ habe es nicht gegeben, stellte Mähler fest, „aber der Platz ist soweit in Ordnung. Die kleineren Baustellen werden bis zum Saisonstart fertig sein.“ Auch personell setzt der Klub auf Kontinuität, gibt es nur einen Wechsel: Pro Wilhelm Gerschermann hat den Klub zum Ende der vergangenen Saison verlassen. Er ist ins Immobiliengeschäft seiner Eltern in Bottrop gewechselt. Neu im Team der Golflehrer an der Seite von Gary Illingworth ist ab dieser Saison Frank Hollbach. Hollbach ist in der Region kein Unbekannter, leitete von 2007 bis 2013 die Golfschule im Nachbarklub GC Varmert. Von dort aus ging es für den A-Lizenz-Inhaber als Headpro zum GC Lipperland. Der allerdings wird dieser Tage abgewickelt. So suchte Hollbach ein neues Arbeitsfeld und fand es nahe der alten Heimat beim GC Gelstern. Am Sonntag allerdings beim Frühschoppen fehlte der Neue aufgrund einer länger geplanten Golfreise.

Vom GC Lipperland und dessen Schicksal fand Mähler am Sonntag schnell zum Hauptthema seiner Neujahrsbotschaft. „Der Golfbranche geht es nicht gut“, stellte Mähler fest, „alle 48 Stunden schließt in Amerika ein Golfclub. Der organisierte Golfsport ist rückläufig.“

Teure Kampagne von Verband und Vereinen

In Deutschland hat der Golfverband darauf reagiert. Auf zwei Verbandstagen wurde eine Werbe-Offensive geplant und beschlossen: Von 2015 bis 2018 werden Verband und Vereine eine millionenschwere Kampagne starten. Aktuell werden Radio- und Fernsehspots produziert, zudem Plakate entworfen. Ab April soll es losgehen. „Es gibt eine Toolbox für die Vereine“, sagt Mähler. Finanziert wird das Projekt aus den Überschüssen der Vereinigung clubfreier Spieler (VcG) und einer Abgabe der Vereine in Höhe von 2 Euro pro Mitglied.

Neben der Werbe-Kampagne wird es international zudem eine große Regelreform geben, die 2016 greifen soll. „Die Regeln werden entschlackt, damit sie für Neueinsteiger einfacher werden“, erklärte Mähler. Begriffe wie CBA oder Pufferzone sollen bald der Vergangenheit angehören. Außerdem soll ab einer bestimmten Spielstärke eine Art „Lifetime-Handicap“ eingeführt werden. Das bedeutet dann wahrscheinlich, dass Spieler, die ein schlechteres Handicap als 18 haben, sich bei vorgabewirksamen Turnieren in Zukunft nicht mehr verschlechtern können sollen. Wer zum Beispiel einmal ein 20er-Handicap hat, wird dies auf Lebenszeit behalten (oder verbessern). „So hofft man, die Leute zu Turnieren zu bewegen. Der Sport wird sich auf jeden Fall ändern“, sagte Mähler.

Beim GC Gelstern schlägt die allgemeine Großwetterlage der Golfer aktuell übrigens nicht durch: Per Saldo hat der Verein zwar in den vergangenen Jahren auch einen Mitgliederrückgang zu beklagen, doch dank der Aussetzung der Aufnahmegebühr und einer Gutscheinaktion hat der GCG im vergangenen Jahr 100 neue Mitglieder gewonnen. 630 Vollzahler gibt es aktuell im Klub. Ein Status quo, der aktuell zumindest nicht besorgniserregend ist.

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