Glückselige Roosters feiern mit Fans am Seilersee

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So schnell sieht man sich wieder: Am Freitagabend unterlagen die Roosters am Seilersee noch mit 3:4 nach Penaltyschießen gegen den ERC Ingolstadt. Ab dem 11. März stehen sich beide Teams im Playoff-Viertelfinale gegenüber.

Iserlohn - Es war spät in der Nacht zwischen Sonntag und Montag, als das Team von Playoff-Viertelfinalist Iserlohn Roosters vor der Eissporthalle am Seilersee vorfuhr. Glückselig kletterten Mannschaft, Trainer, Manager und die Betreuer aus dem Bus. Sie hatten ihren Erfolg mit ein paar Kästen Bier gefeiert und wollten jetzt nur noch ins Bett.

Empfangen wurde die Mannschaft von einigen ihrer treusten Anhänger, die es nicht verpassen wollten, ihr Team für die zweitbeste Hauptrundenplatzierung in der DEL-Clubgeschichte zu feiern. „Für uns als kleinen Verein kommt der Einzug ins Viertelfinale fast dem Gewinn einer Meisterschaft gleich. Ich kann gar nicht sagen, wie stolz ich auf meine Mannschaft bin“, sagte ein über das ganze Gesicht strahlender finnischer Cheftrainer Jari Pasanen.

Roosters-Manager Karsten Mende hockte auf einem Tisch im Kabinengang, wirkte völlig erschlagen. „Die letzten zweieinhalb Minuten haben mich um Jahre altern lassen“, so der ehemalige Nationalspieler. Spannender hätte es denn wirklich auch nicht sein können. 2:2 stand es zwischen den Roosters und dem Rekordmeister aus Berlin, als 2:34 Minuten vor dem Ende Dupont eine Zwei-Minuten-Strafe kassierte, Berlin den Torhüter vom Eis nahm und mit zwei Spielern mehr den Siegtreffer erzielen wollte.

Trotz des grandiosen Überzahlspiels der Eisbären hielt die Defensive der Sauerländer stand – und verbuchte dank des unermüdlichen Einsatzes von Chad Bassen den 3:2-Siegtreffer ins leere Tor. Ein Thriller. „Ja, das war ohne Zweifel einer der wichtigsten Treffer meiner Karriere. Und es freut mich, ihn ausgerechnet in einem solch wichtigen Spiel verbucht zu haben“, so der Deutsch-Kandier, der mit dem Tor auch seine eigene überraschende Saisonleistung krönte.

Der Druck ist von den Sauerländern ist abgefallen. Jetzt können sie als Außenseiter und Tabellensechster gegen den amtierenden Meister und Dritten aus Ingolstadt ab dem 11. März ins Viertelfinale starten, müssen mindestens vier von sieben Partien für sich entscheiden, um die Sensation zu schaffen und ins Halbfinale einzuziehen. In dieser Saison haben die Roosters nur eines von vier Spielen gegen die Panther gewonnen, beide Heimpartien verloren.

„Wir verdanken diesen Erfolg unserem guten Unterzahlspiel und Mathias Lange, der ein überragendes Spiel gemacht hat“, betonte Pasanen, der seinen Jungs jetzt erstmal bis morgen frei gegeben hat. Nach einer minimalen Umstellung auf das letztjährige System funktioniert die Unterzahl der Roosters von Partie zu Partie besser. Auch deshalb konnte Goalie Mathias Lange sein bestes Spiel nach der Pause machen.

Der Deutsch-Österreicher präsentierte sich als ruhender Pol, entschärfte zahlreiche herausragende Gelegenheiten des Hauptstadtclubs. „Ich habe den Druck schon gespürt, aber die Jungs haben sich in jeden Schuss hereingeworfen und mir damit unglaublich geholfen. Ich freue mich für unsere Fans, für den ganzen Klub und für uns, dass wir über die gesamte Saison solche Leistungen abrufen konnten und uns mit Platz sechs belohnt haben“, so Lange.

Berlins Coach Uwe Krupp mochte den Iserlohnern im Rahmen des offiziellen Teils der Pressekonferenz nicht zum Sieg oder dem Einzug ins Viertelfinale gratulieren. Mehr als ein „Good job, Jari“ zur Begrüßung hatte der ehemalige Bundestrainer nicht für die Sauerländer übrig. Schlechter Stil?

Darüber musste sich Pasanen auf der Heimfahrt an den Seilersee keine Gedanken machen. Schließlich hat der Finne vier Trainerduelle gegen den Stanley-Cup-Sieger in diesem Jahr für sich entschieden. Zweimal gewann er mit den Iserlohnern gegen Köln, zweimal gegen Berlin. Es war und ist eben eine starke Saison. - Von Mirko Heintz

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