Golfen im November

Gelstern und Varmert: Kaiserwetter und Hochbetrieb im Lockdown-Monat

Golfer spielt Ball aus dem Bunker
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Kein Bild aus dem Spätsommer, ein Bild vom zweiten November-Wochenende: André Reifenrath bugsiert in der Varmert im Polo-Shirt den kleinen Golfball aus dem Sandbunker aufs Grün.

Das zweite Wochenende im November bot Kaiserwetter und damit beste Bedingungen für den Golfsport: In der Varmert und in Gelstern herrschte noch einmal Hochbetrieb.

Schalksmühle/Kierspe – Das zweite Wochenende im November ist im Schalksmühler Höhengebiet für die Golferinnen und Golfer des GC Gelstern, wenn das Wetter mitspielt, das Martinsgans-Turnierwochenende: Eine Runde querfeldein über den Platz, danach ein feierliches Essen im Clubhaus.

In diesem Jahr sind die Martinsgänse abbestellt, die Gastronomie ist im Lockdown, doch die Aktiven sind trotzdem gekommen. Wer am Samstagmittag in Richtung Clubhaus fährt, sieht den Parkplatz so gut gefüllt, dass es auch gut ein Clubmeisterschafts-Wochenende sein könnte. Das Wetter wirkt mit Sonne satt und angenehmen Temperaturen wie ein verirrter Gast aus dem Spätsommer – und die Golferinnen und Golfer strahlen, dürfen sie doch noch einmal ihrer Passion nachgehen – als letzte Mohikaner der Sport-Spezies, die sich ansonsten seit Montag fast komplett im Lockdown befindet.

Kaiserwetter und Hochbetrieb bei den Golfern

An Tee 1 steht Robin Wied zum Abschlag bereit – der Schalksmühler lebt inzwischen in Mannheim, doch beim Besuch daheim bei den Eltern nimmt er sich mit seiner Frau die Zeit für eine Runde Golf. An Loch neun kommen gerade Sieglinde und Lothar Sumik nach einer halben Platzrunde ins Ziel. „Man muss sich aufraffen, aber dann ist es einfach schön hier auf diesem Platz“, sagt die Hagenerin, „eigentlich haben wir seit vier Wochen nicht mehr gespielt.“ Jetzt aber genießen sie ihren Sport, das Wetter und die Natur.

In der Nähe von Tee 1, in gebührendem Abstand zum Flight davor, warten Dorina Pieper und Frank Sommerfeld darauf, dass sie loslegen können, amüsieren sich über die neue Landesverordnung, die „zehn Golfer eines Hausstandes auf dem Grün“ erlaubt, was praxisferner kaum sein könnte. Vor allem aber sind sie froh, dass überhaupt gegolft werden darf. „In Hessen hat der Golfverband die Plätze dicht gemacht“, erzählt Sommerfeld, „und jetzt haben die Plätze, die an der Grenze zu Hessen liegen, ein echtes Problem, denn die Golfer kommen rüber – und auch da dürfen ja nur Zweier-Flights losgehen.“ Nur Familie Beißner – die sei gerade im Vierer-Flight auf die Runde gegangen. Kein Problem: Vater, Mutter, zwei Söhne – ein Hausstand. Das ist erlaubt. Dann geht es los für die beiden Lüdenscheider. Noch einmal eine Golfrunde bei Kaiserwetter. Schlag auf Schlag.

In der Varmert sieht es nicht anders aus. Auch hier müssen die Aktiven mitunter warten, bis sie auf die Runde gehen können. So groß ist auch beim GCV der Andrang. Und so gut das Wetter – André Reifenrath spielt sogar im Polo-Shirt, mitten im November, als er den kleinen Golfball aus dem Bunker direkt aufs Grün bugsiert.

Disziplin start Startzeitenvergabe-System in der Varmert

„Wir haben kein Startzeitenvergabe-System, und natürlich war es voll, aber es ist alles sehr diszipliniert zugegangen“, sagt Martina Clever vom Clubmanagement, „es ist doch schön, dass wir an so einem Wochenende den Golfplatz haben – sonst wäre es an den Talsperren noch voller. Ob die Leute nun an der Neye oder Lingese spazierengehen oder hier golfen...“

Der GC Varmert ist Mitglied des Projektes „GolfHochZehn“ – die Mitglieder aus zehn Vereinen dürfen darin auf den Partneranlagen ohne Gebühr spielen. „Das haben wir im Moment zwar untersagt“, sagt Clever, „aber trotzdem ist auch der eine oder andere Gastspieler gegen Greenfee da gewesen. Aber hauptsächlich waren es die eigenen Mitglieder.“

Geduldiges Warten an Abschlag 1: Dorina Pieper und Frank Sommerfeld genossen die Runde bei schönstem Sonnenschein im Schalksmühler Höhengebiet.

Nach dem Lockdown im Frühjahr hat sich das Golfjahr auch in der Varmert gut entwickelt. Über Schnupper- und Platzreifekurse hat der Verein sogar so viele Mitglieder dazu gewonnen, dass er gegenüber der Vor-Corona-Zeit ein Mitgliederplus verzeichnet hat. „Vielleicht liegt es daran, dass die Familien und Kinder einfach mehr Freizeit hatten“, sagt Clever – in der Varmert sieht man es natürlich gerne.

GC Gelstern gewinnt 40 Mitglieder dazu in diesem Jahr

In Gelstern ist der Trend ähnlich. „Natürlich gibt es bei den Älteren immer wieder mal Austritte, aber der Trend ist positiv“, sagt Präsident Klaus Ballauf, „es sind inzwischen knapp 40 Mitglieder mehr als Anfang des Jahres. Viele davon haben wir durch das tolle neue Rookie-Orga-Team halten können.“ Ballauf hat das Wochenende selbst als Aktiver ausgelassen. Er spielt lieber in der Woche, wenn er ohnehin in der Nachbarschaft in seinem Autohaus ist. Aber der Präsident hat den Andrang erfreut zur Kenntnis genommen. „Ich habe gehört, dass die Parkplätze am Clubhaus schon um 9 Uhr alle weg waren“, sagt Ballauf, „ich bin froh, dass wir noch ein paar schöne Golftage haben.“

Klar hätten wir uns nicht beschwert, wenn es wie im Frühjahr nicht so weitergegangen wäre beim Golf. Aber es wäre Quatsch gewesen!

Klaus Ballauf (Präsident GC Gelstern)

Ein bisschen schade findet es Ballauf für die Gastronomie im Clubhaus. Generell aber freut er sich, dass die Golfer unter Auflagen weitermachen dürfen. „Wenn sich alle an die Regeln halten, ist das absolut safe“, sagt er, „wer joggt oder spazierengeht, dem kommen immer mal wieder Leute entgegen. Beim Golf gehen alle in eine Richtung – mit 200 Meter Abstand. Das ist sogar noch sicherer.“ Ballauf überlegt, dann ergänzt er: „Klar hätten wir uns nicht beschwert, wenn es wie im Frühjahr nicht so weitergegangen wäre beim Golf. Aber es wäre Quatsch gewesen!“

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