Golfclub Gelstern

Gelstern-Präsident Ballauf: Zwischen Zufriedenheit und Tatendrang

Golfpräsident mit Sektglas
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Klaus Ballauf beim Rookie-Tag im Schalksmühler Höhengebiet: „Die Ehrenamtsoffensive hat uns durch das Jahr getragen“, sagt der neue GCG-Präsident.

Seit einem Jahr ist Klaus Ballauf als Präsident des GC Gelstern im Amt. Das erste Jahr stand im Zeichen der Corona-Pandemie. Doch die Klubführung um Ballauf hat sich in schwierigen Zeiten gut geschlagen.

Schalksmühle – Auch für die Golferinnen und Golfer ist das Jahr keines wie jedes andere gewesen. Alle Teamwettbewerbe abgesagt, deutlich späterer Saisonstart, neuerlicher Lockdown am Ende des Jahres. Klaus Ballauf aber sieht nicht unzufrieden aus. Ballauf steuert gerade auf das Ende seines ersten Jahres als Präsident des GC Gelstern zu.

„Ich habe das Jahr genossen“, sagt er am Schreibtisch seines Autohauses, das in unmittelbarer Nähe der 18-Loch-Anlage liegt, „am Anfang habe ich ein bisschen Angst gehabt, aber es gab so viele positive Rückmeldungen. Am Ende war es doch ein gutes Jahr.“

Ballauf kann das, was er gerade fühlt, inzwischen auch belegen, denn die Führung des GC Gelstern hat – zum Ende des ersten Jahres in neuer Struktur und mit neuem Wind auf allen Führungsebenen – eine Befragung der Mitglieder durchgeführt. 300 Rückmeldungen hat es gegeben – zwischen 60 und 70 Prozent der „Vollzahler“ haben geantwortet. „Das ist eine durchaus repräsentative Anzahl“, sagt Ballauf, „und die Bewertungen waren eigentlich durchweg positiv.“

Präsident Ballauf: Zwischen Zufriedenheit und Tatendrang

80 Prozent haben bei den Antworten eine sehr gute Zufriedenheit mit dem Klub bescheinigt. Bei den Schulnoten liegt der Vorstand zwischen einer Eins und einer Zwei, die Weiterempfehlungsquote liegt in dieser Umfrage bei 95 Prozent. „Ein sehr gutes Ergebnis“, sagt Ballauf stolz, der diese Umfragen auch aus seinem Beruf gut kennt. Also ein Ergebnis, auf dem sich die Führung nun ein bisschen ausruhen kann? Nein, so weit würde er nicht gehen, im Gegenteil.

„Wir haben 480 Einträge in der Kommentar-Funktion“, sagt der GCG-Präsident, „und das bedeutet Gesprächsbedarf und auch viel Arbeit. Wir müssen rausfiltern, was zu tun ist. Wenn sich die Mitglieder zum Beispiel zwischen Loch vier und Abschlag fünf nicht so sicher fühlen, müssen wir etwas machen.“ Ballauf zieht Bestätigung aus der Befragung, zum Beispiel bei Startzeitenreservierung, die der Vorstand nie besonders gut fand – auch die Mitglieder wollen sie nicht. Und er zieht Arbeitsaufträge daraus, zum Beispiel bei den Turnierteilnahmen. 50 Prozent der Befragten, die geantwortet haben, spielen keine Turniere. „Viele meinen, sie wären noch nicht gut genug für ein Turnier, haben vielleicht Angst“, sagt Ballauf, „aber diese Angst wollen wir ihnen nehmen.“

23 Turniere in einem Jahr: Ballauf geht mit gutem Beispiel voran

Der Präsident selbst ist mit gutem Beispiel vorangegangen. 23 Turniere hat er 2020 gespielt. Damit zählt er im Klub zu den drei fleißigsten Spielern. Sein Handicap hat er von 14.6 auf 11.7 verbessert. „Das hat sportlich in diesem Jahr toll geklappt“, sagt er und betont, dass er mit seinen Teilnahmen an Turnieren auch eine Vorbildfunktion habe. Aber es hat ihm eben auch mächtig Spaß gemacht. Trotz der Pandemie und allen Auflagen, die sie mitgebracht hat.

„Nach meiner Eröffnungsrede beim Neujahrs-Frühschoppen sind wir ja quasi direkt in den Lockdown gegangen“, sagt Ballauf, „dann haben wir ein Jahr Krisenmanagement betrieben. Aber auch wenn keine Mannschaftsspiele stattgefunden haben, dürfen wir nicht vergessen: Wir haben praktisch alle Turniere gespielt. Die Gastronomie durfte öffnen. Wir dürfen uns nicht beschweren, andere Sportarten hat es härter getroffen.“

Die Entwicklung bei uns ist positiv. Klar könnte sie immer noch besser sein. Aber wenn es so weitergeht, bin ich zufrieden. 

Klaus Ballauf (Präsident GC Gelstern)

Zufrieden ist Ballauf vor allem auch deshalb, weil vieles von dem, was man sich vorgenommen hatte, trotz Corona umgesetzt worden ist. Stolz ist er aufs Rookie-Team um Carmen Funk, das die Neueinsteiger begleitet und begeistert hat. Zufrieden konstatiert Ballauf, dass die Zusammenarbeit zwischen Präsidium und Geschäftsführung harmonisch und problemfrei klappt – immer montags wird per Videokonferenz besprochen, was zu besprechen ist. Die Kommunikation, einer dieser Punkte auf der Agenda, ist besser geworden. Dazu zählt auch die Homepage des Vereins, auch wenn Ballauf hier das Ende der Fahnenstange noch nicht erreicht sieht.

Gestrichene Hütten, Tauchen in den Teichen und ein Bienenhotel

Als vor ein paar Wochen die Nachricht von der Insolvenz des Golfclubs am Möhnesee auch im märkischen Südkreis ankam, haben die Aktiven geschluckt. Das Corona-Jahr ist auch für die Golfclubs in Deutschland kein leichtes gewesen. „Es sollen wohl Probleme mit der Pacht gewesen sein, aber ich weiß das nicht so genau“, sagt Ballauf, wenn er auf die Möhnesee-Insolvenz angesprochen wird, „vor einer Insolvenz, wie es bei uns vor 20 Jahren eine gegeben hat, habe ich aber keine Angst. Die Entwicklung bei uns ist positiv. Klar könnte sie immer noch besser sein. Aber wenn es so weitergeht, bin ich zufrieden. Die Austritte, die wegen Umzug, gesundheitlicher Probleme oder aus Altersgründen nachvollziehbar waren, haben wir durch neue, junge Mitglieder voll kmpensiert. Alle jünger als ich, das ist gut für den Klub…“

Und so bleibt dieses Gefühl, sich in schwierigen Zeiten sehr gut geschlagen zu haben. „Die Ehrenamtsoffensive hat uns durchs Jahr getragen – egal, ob beim Streichen der Hütten, beim neuen Bienenhotel oder bei der Aktion, als Taucher die Teiche von Algen befreit haben“, sagt Ballauf, „und wir haben noch jede Menge Projekte vor der Brust: die Gebäuderenovierung, der Maschinenpark, Wegearbeiten, Baumfällarbeiten. Es gibt auch in Corona-Zeiten immer viel Arbeit.“ Ballauf macht das keine Angst, im Gegenteil. Der Präsident ruht in sich, als er ergänzt: „Ich kann es gar nicht abwarten, dass es 2021 wieder losgeht…“

Neues Handicap-System gilt ab 2021

Ab 2021 gilt auch in Deutschland das neue, weltweit gültige World Handicap System mit den neuen Handicap-Regeln. Es ist nicht nur international einheitlich, es ist zudem vorteilhafter als das alte Vorgabensystem in Deutschland, weil es in der Regel die aktuelle Spielstärke genauer erfasst. Besonders ungewohnt ist die Berechnungsmethode. Kurz gesagt, wird der Handicap-Index zukünftig als Mittelwert der besten acht aus den letzten 20 Handicap-relevanten Ergebnissen des Aktiven ermittelt. Die durchschnittliche Neuberechnung nach jeder Runde unterstützt die Feststellung der aktuellen Spielstärke. Positive Ausreißer werden relativiert, während negative möglicherweise unberücksichtigt bleiben. Ziel des „WHS“ ist es, international besser vergleichbare Handicaps zu schaffen.

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