Wiedersehen mit den Cracks von damals

Mehr als 3000 Fans feiern das Roosters-Jubiläum

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Gockel-Maskottchen Icey posierte immer wieder mit wechselnder Begleitung vor den Kameras.

Hemer - Nur einen Steinwurf von dem Ort entfernt, an dem am 28. Februar 1959 der EC „Sauerland“ Deilinghofen aus der Taufe gehoben wurde, feierten am Samstag mehr als 3000 Fans den 20. Geburtstag ihrer Iserlohn Roosters und gleichzeitig 55 Jahre Eishockey im Sauerland.

Mehr als 3000 Fans kamen zur großen Geburtstagsparty der Iserlohn Roosters in den Sauerlandpark Hemer

Bei dem blau-weißen Familientag im Sauerlandpark Hemer suchten die aktuellen Kufencracks der Roosters die Nähe zu den Anhängern, zudem gab es ein feierliches Wiedersehen mit ehemaligen Recken und Publikumslieblingen, die in der Eissporthalle am Seilersee im Trikot des ECD oder des im April 1994 gegründeten Nachfolgevereins Iserlohner EC Eishockeygeschichte geschrieben haben.

„It’s amazing“, brachte es Robert „Bobby“ Reynolds auf den Punkt. Der heute 46-jährige Amerikaner gilt als einer der besten und populärsten Spieler, die in 55 Jahren für die Sauerländer aufs Eis gingen. Zwischen 1992 und 1994, also bis zum Konkurs des ECD Sauerland Iserlohn, jagte der pfeilschnelle Stürmer mit der Nummer 15 am Seilersee an der Seite seines kongenialen Partners Greg Johnston der Hartgummischeibe hinterher, netzte in 91 Spielen 97 Mal ein.

Der ehemalige Publikumsliebling Bobby Reynolds erfüllte jeden Autogramm- und Fotowunsch der Fans.

Dass sich der US-Boy in dieser Zeit in die Herzen der Fans gespielt hat und unvergessen bleiben wird, war am Samstag eindrucksvoll zu sehen. An der Seite weiterer ehemaliger ECD- oder IEC-Recken erfüllte Reynolds unzählige Autogrammwünsche, strahlte stundenlang in die Kameras und war absolut bester Laune. „Es ist so, als wäre ich nach Hause gekommen. Ich bin so froh, dass ich hier sein darf. Ich habe viele alte Bekannte und Freunde getroffen. Die Zeit, die ich in Iserlohn gehabt habe, war wunderschön und werde ich niemals vergessen“, strahlte Reynolds.

Die Wiedervereinigung von „Hand und Handschuh“: „Eishockeygott“ Robert Hock (li.) und Michael Wolf.

In allerbester Laune und als Stars vom Anfassen zeigten sich in Abwesenheit von Roosters-Chef Wolfgang Brück, der aus gesundheitlichen Gründen nicht an der Geburtstagsfete teilnehmen konnte, auch „Hand und Handschuh“ – der Neu-Münchener Michael Wolf und „Eishockeygott“ Robert Hock. Über viele Jahre prägte dieses Duo die Geschicke der Roosters und führte das Team in der Saison 2007/08 erstmals in der Club-Geschichte in die Play-offs. Hock wurde in der gleichen Spielzeit erneut DEL-Topscorer, Michael Wolf schoss die meisten Tore der Liga.

„Ich sehe es als große Ehre an, bei dieser Geburtstagsfeier dabei sein zu dürfen. Die Jungs von damals zu treffen und wieder Kontakt zu den einmaligen Fans im Sauerland zu haben, ist ein großartiges Gefühl“, sagte der sichtlich gerührte „Hocker“. Auch Michael Wolf genoss das Bad in der blau-weißen Menge, führte viele Gespräche mit den Fans und nutzte seine kurzzeitige Rückkehr und seine offizielle Verabschiedung auch dazu, um der treuen Anhängerschaft mit einem weinenden Auge persönlich „Servus“ zu sagen.

Das Roosters-Team der Saison 2014/15 um Rekorspieler Collin Danielsmeier (Bildmitte) gab stundenlang Autogramme.

Es waren Momente und Sequenzen wie diese, die das Stelldichein der neuen und alten „Haudegen“ im Sauerlandpark zu etwas ganz Besonderem machten. Meterlange Schlangen von Autogrammjägern bildeten sich vor dem Roosters-Team der bevorstehenden Saison, und auch die Ehemaligen um Reynolds, Hock und Co. waren heiß begehrte Gesprächspartner und lächelten in die Kameras und Smartphones. Ob die Torwart-Giganten Norm Maracle („Es ist unfassbar schön wieder hier zu sein“) und Ian Wood („Ich wusste gar nicht, dass Norm so ein netter Kerl sein kann“), die Feser-Brüder, Daniel Hesmert, Gründungsmitglieder wie der ehemalige Vorsitzende Jochen Vieler oder IEC-Trainerlegende Greg Poss („Iserlohn war die schönste Station meiner Karriere“) – sie alle kamen gern zu der großen Party. „Eishockey in Iserlohn hat Tradition, wird von den Fans gelebt. Die ganze Region steht hinter diesem Verein. Das macht ihn so besonders“, sagte der ehemalige Nationalspieler Andreas Pokorny. Der dreifache Deutsche Meister mit den Kölner Haien ist übrigens der einzige Crack, der für den ECD, den IEC und für die Roosters aufs Eis ging.

Zu den weiteren Gänsehaut-Momenten gehörte die Präsentation von 65 Trikots aus alten Tagen, darunter das Original-Trikot aus dem ECD-Gründungsjahr 1959. Oder die Vergabe der Rückennummern „5“ und „21“ für alle Zeit. Damit würdigten die Roosters die Verdienste der ECD-Legenden Jörg Schauhoff (5) und Dieter Brüggemann (21) in einem ganz besonderem Maße. Beide Trikots werden zum Saisonauftakt gegen Krefeld unter das Hallendach gezogen. - von Lars Schäfer 

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