Neuer Experte beim GC Gelstern

Greenkeeper statt Golf-Pro

GCG-Präsident Klaus Ballauf (rechts) und der neue Greenkeeper des Vereins, Moritz Klawitter.
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Treffen auf der Runde beim Turnier der Heimat: GCG-Präsident Klaus Ballauf (rechts) und der neue Greenkeeper des Vereins, Moritz Klawitter. Klawitter war selbst einmal auf dem Sprung zum Golfprofi und spielt noch heute in der Zweitliga-Mannschaft von Essen-Heidhausen.

Der GC Gelstern hat ab dem 1. September einen neuen, zusätzlichen Greenkeeper. Das Besondere daran: Nicht nur bei der Platzpflege, auch beim Bespielen des Platzes steckt er die Aktiven des Vereins in die Tasche.

Schalksmühle - Moritz Klawitter nämlich war selbst einmal auf dem Sprung zum Golfprofi und spielt noch heute nach seiner „Reamateurisierung“ fürs Zweitbundesliga-Team des GC Essen-Heidhausen.

Und wie kommt ein so guter Golfer als Greenkeeper ins Schalksmühler Höhengebiet? Die Geschichte ist eine voller Zufälle. Als beim GCG vor geraumer Zeit das Fahrzeug kaputt ging, mit dessen Hilfe die Bälle auf der Driving-Range eingesammelt wurden, suchten die GCG-Verantwortlichen Ersatz. Der Allrad-Suzuki mit der Fähigkeit, sehr langsam mit einer Sammelvorrichtung über die Range zu fahren, wird aber gar nicht mehr gebaut. So suchte Geschäftsführer Hans-Jürgen Badziura im Internet nach gebrauchten Fahrzeugen und fand eines bei Ebay.

Fahrzeug gesucht, Greenkeeper gefunden

Der Besitzer hatte das Fahrzeug als Jäger für seine Jagd genutzt und war in Furth im Wald (im Oberpfälzer Landkreis Cham) zu Hause. Der GC Gelstern kaufte das angebotene Fahrzeug. Und als Präsident Klaus Ballauf und Hans-Jürgen Badziura es abholten, nutzten sie den Besuch, um den dortigen Golfplatz zu bespielen. Dabei lernten sie den jungen Mann kennen, der den Platz pflegte und vom Tonfall eher im Ruhrpott zu verorten zu sein schien als im Süden der Republik.

Tatsächlich stellte sich heraus, dass Moritz Klawitter gebürtig aus Hagen stammt und in Schwerte aufgewachsen ist. Klawitter erzählte seine Golfgeschichte und auch, dass er sich eine berufliche Rückkehr in seine Heimat vorstellen könne. Ein halbes Jahr später meldete sich Klawitter, der im Süden der Republik für eine Firma gearbeitet hat, die als Lohnunternehmen für die Pflege von 30 Golfplätzen zuständig ist. Er war bereit für die Heimat, bereit für Gelstern. So entschied sich der Klub, sein Team aufzustocken.

Großes Lob für Headgreenkeeper Sanchez

„Es gibt überhaupt keinen Anlass für irgendeine Kritik an unserem Headgreenkeeper Guillermo Sanchez“, sagt Hans-Jürgen Badziura, „er ist seit vielen Jahren beim GC Gelstern und macht einen super guten Job. Mit einem relativ geringen Personalbudget hat er den Platz immer in einem außergewöhnlich guten Zustand gehalten.“

Dass sich der Verein trotzdem dazu entschieden hat, Moritz Klawitter ins Sauerland zurückzuholen, ist eine Perspektiv-Entscheidung. „Guillermo ist Mitte 50. Wenn er irgendwann in den Ruhestand gehen möchte, dann haben wir schon jemanden, der den Platz von Grund auf kennengelernt hat“, sagt Badziura, „Pflegemaßnahmen wirken mittel- und langfristig. Erfolg oder Misserfolg sind nicht direkt im nächsten Jahr zu sehen. Und das Gute bei unserem neuen Greenkeeper ist: Er ist als Profi auf der Challenge-Tour auf dem Sprung gewesen. Ein Greenkeeper, der so gut Golf spielt, hat einen anderen Blick auf die Dinge als ein Nicht-Golfer. Er kann ganz andere Akzente setzen, um den Platz positiv zu verändern.“

Gärtner-Ausbildung statt Profi-Karriere

Als sich Klawitter gegen die Profi-Karriere entschied, entschied er sich auch, sich zum Gärtner ausbilden zu lassen. Inzwischen hat er das erste von drei Greenkeeper-Modulen absolviert. Es ist das Modul, in dem es vor allem um die Platzpflege geht. Die übrigen Module bei der Ausbildung zum Headgreenkeeper behandeln auch andere Aspekte wie die Führung des Personals, aber auch betriebswirtschaftliche Aspekte.

Klawitter ist also in der Pflegepraxis auf dem neuesten Stand – und die 18-Loch-Anlage hat er sich als Aktiver zuletzt beim „Turnier der Heimat“ angeschaut, einfach in einem der Viererflights mitgespielt. Außer Konkurrenz natürlich, aber auch außergewöhnlich gut. „Eine 69er-Runde, zwei unter Par“, sagt Badziura, „er wollte hier gerne im Klub ankommen, die Mitglieder kennenlernen, aber auch den Platz.“ Eine neue Wohnung hat Moritz Klawitter bereits in Lüdenscheid gefunden. Und damit steht seinem Start in Gelstern am 1. September nichts mehr im Weg. Wenn die wie immer mit Spannung erwarteten Klubmeisterschaften am 4./5. September über die Grüns gehen, dann wird Klawitter die ersten Arbeitsstunden hinter sich haben. Seine Handschrift wird der Platz dann noch nicht tragen, aber ein wenig zum guten Zustand bei einem der Jahreshöhepunkte dürfte der neue Mann dann am ersten Wochenende im September durchaus schon beigetragen haben.

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