Fußball-Bezirksliga 6

Von Heidenrespekt und Zuversicht  

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Zuletzt mit stark ansteigender Form: RWL-Flügelflitzer Marcel Schönrath (rechts).

Kreisgebiet - Gerade einmal drei Kilometer voneinander entfernt kämpfen die Staffel-6-Bezirksligisten RW Lüdenscheid und TuS Grünenbaum um wichtige Punkte. Während RWL die Hinrunde beim VfL Schwerte unbedingt als Tabellenzweiter abschließen möchte, geht's für Aufsteiger TuS Grünenbaum noch um weit mehr: Das Spiel beim Geisecker SV gerät noch vor dem Jahresende beinahe schon zum Endspiel im Kampf um den Ligaverbleib.   

VfL Schwerte - RW Lüdenscheid (Sonntag, 14.45 Uhr, Stadion Schützenhof):  Wenn  Rot-Weiß Lüdenscheid die Hinrunde beim VfL  an der Ruhr abschließt, ist das Spiel ein Traditionsduell, freilich eins „aus der guten alten Zeit“: Einst nämlich kickten die Teams in der Verbandsliga, ehe sich vor zwölf Jahren die sportlichen Wege trennten und erst jetzt – zwei Klassen tiefer – wieder kreuzen.

Die Traditionsklubs spielen bislang eine erfolgreiche Saison. Die Truppe von Trainer Jörg Silberbach – vier Siege in den vorangegangenen fünf Spielen – hat als Tabellenvierter gerade einmal drei Zähler Rückstand auf die zweitplatzierten Lüdenscheider Rot-Weißen (26 Punkte). Doch die Gäste haben ihre Visiere auf Sieg gestellt, denn das Team von Trainer Martin Rost möchte die Hinrunde unbedingt als Tabellenzweiter abschließen. Es verspürt aber den heißen Atem des SC Berchum/Garenfeld im Nacken, der nur auf einen Ausrutscher der Bergstädter lauert.

Und Rost hat einen „Heidenrespekt“ vor den Hausherren, die er zum frühen Saisonzeitpunkt beim Kantersieg in Letmathe live unter die Lupe nehmen konnte. „Das ist eine taktisch enorm disziplinierte Mannschaft, die im 4-4-2-System defensiv sehr stabil gestanden hat, aber dennoch hoch presst und viel Druck machen kann“, zeigte sich Rost beeindruckt, sieht aber auch „sehr viele Parallelen“ zu seiner eigenen Mannschaft: „Der VfL hat gegen viele Mannschaften fast immer die gleichen Ergebnisse erzielt wie wir, mit 31:16- gegenüber unseren 34:15-Toren fast ein identisches Torverhältnis und bislang ja auch nur drei Punkte weniger, das ist schon eine große Auffälligkeit“, sagt er, hat aber bei aller Hochachtung vor dem Gegner ein klares Ziel vor Augen: „Wir sind nach unseren letzten Auftritten, bei denen wir uns kontinuierlich gesteigert und unser Umschaltspiel weiterentwickelt haben, selbstbewusst genug, dass wir uns den Dreier auch am Schützenhof zutrauen.“

Grundlage für die Zuversicht ist auch, dass sich eine gewisse personelle Kontinuität eingestellt hat, die allerdings drei Kräfte weiterhin nicht auf der Rechnung hat: Der langzeitverletzte Angreifer Lukas Finke trainiert zwar wieder, wird frühestens aber am kommenden Wochenende wieder eine kurze Einsatzzeit bekommen. Für den Rest des Jahres schreibt Rost mit Semir Tuz auch einen zweiten Stürmer ab und auch Florian Neuke (beide Muskelrisse bzw. -anrisse) dürfte in den letzten Punktspielen des Jahres kaum noch eine Option sein. „Deshalb schauen wir mal, wie wir unser Spiel anlegen, ob wieder so offensiv wir zuletzt.“ Kleine Fragezeichen stehen noch hinter den Einsätzen der erkrankten Linneboden und Dissing.

RWL: Brackmann, Reischel – Yilmaz, Linneboden (?), Besirlioglu, Ertelt, Maatalla, Akdag, Breitenbach, Scheerer, Schönrath, Mai, Dissing (?), Jindou, Schwenck, Schwarzer, Sattler

Geisecker SV - TuS Grünenbaum (Sonntag, 14.45 Uhr, KS-Logistic-Sportanlage):   Am letzten Spieltag der Hinrunde schon von einem Endspiel zu sprechen, mag grundsätzlich vielleicht etwas verfrüht sein. Doch ganz gleich, welche andere Bezeichnung man stattdessen wählt – der Auswärtsauftritt beim Geisecker SV ist für den TuS von enormer Bedeutung. Mit einem Sieg im Schwerter Ortsteil könnte der Tabellenvorletzte den Rückstand auf den rettenden 13. Platz, den derzeit der GSV belegt, auf einen Punkt verkürzen. Verlieren die Halveraner, passiert das, was Trainer Jan Rademacher bildlich wie folgt umschreibt: „Dann fährt der Zug so langsam ohne uns ab.“

Quintessenz: Ein Sieg muss her. „Ganz egal, wie“, betont der Coach. Was am Kreisch für leisen Optimismus sorgt, ist neben der disziplinierten Leistung bei Rademachers Comeback-Spiel, das gegen den VfL Schwerte unglücklich mit 2:4 verloren ging, zweierlei. Zum einen die auch in dieser Woche wieder gute Trainingsbeteiligung, zum anderen die gute Stimmung, die dabei herrschte. Und weil obendrein dasselbe Aufgebot wie vor sechs Tagen zur Verfügung steht, bleibt festzuhalten: Die Vorzeichen waren in dieser Saison schon vor manchem Spiel deutlich schlechter als vor jenem so wichtigen am Sonntag.

Gearbeitet haben die Grünenbaumer bei den Übungseinheiten nicht zuletzt an der Verteidigung gegnerischer Standardsituationen, die ihnen zuletzt gegen den Tabellenvierten aus Schwerte das Genick brachen. „Das war für die Spieler zwar nicht besonders angenehm, weil es ja recht kalt war, aber dieses Problem müssen wir einfach in den Griff bekommen“, sagt Jan Rademacher, der darüber hinaus natürlich um personelle Kontinuität bemüht ist und deshalb die Elf der Vorwoche wohl auch kaum verändern dürfte. „Es ist wichtig, dass sich die Truppe einspielt“, weiß der neue, alte Mann auf der Grünenbaumer Kommandobrücke, der den im Abstiegskampf existenziellen „Dreier“ fest ins Visier genommen hat.

TuS:  Kaldirim – Dogan, Gillmann, Hamel, Hense, Renneckendorf, Bilge Chamkha, Kaschitzki, Kochta, König, Wolter, Yilmaz, Eicker, Klahr, Marek

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