Fußball-Bezirksligen

Spitzenspiel, Derby und ein Funken Hoffnung  

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Ligahit in der Staffel 6: Der SC Berchum/Garenfeld mit dem inzwischen in die "Zweite" abgeordneten Manuel Pais (rechts) erwartet Rot-Weiß Lüdenscheid mit Kerim Yilmaz.

Kreisgebiet -  Vier Bezirksligisten, drei Spiele: Denn in Staffel 5 stehen sich das Spitzenteam des Kiersper SC und Abstiegskandidat TuS Plettenberg im direkten Duell gegenüber. Das Derby freilich steht im Schatten des absoluten Schlagerspiels der Staffel 6, in dem Spitzeneiter SC Berchum/Garenfeld den punktgleichen Verfolger Rot-Weiß Lüdenscheid erwartet. In der Staffel vier schließlich erwartet der TuS Neuenrade mit dem FSV Bad Wünnenberg/Leiberg einen ganz dicken Brocken im Waldstadion, hat aber den kleinen Funken Hoffnung, den Negativtrend der letzten Wochen stoppen zu können.

SC Berchum/Garenfeld - RW Lüdenscheid (Sonntag, 15 Uhr, Waldstadion, Neuer Mühlenweg in Hagen): Titelkampfentscheidend nein, aber ein Wegweiser für den weiteren Saisonverlauf schon: Wer das absolute Liga-Schlagerspiel zwischen den punktgleichen "Ligakönigen" gewinnt, geht mit viel Rückenwind in die letzte Pflichtspielaufgabe des Jahres und die Rückrundenfortsetzung im Februar. Verlieren verboten muss es deshalb auch für die Gäste aus der Bergstadt heißen, die als Handicap gegenüber dem SC die klar schlechtere Toredifferenz aufweisen.

Beide Trainer haben ihre Teams intensiv auf die Gegner vorbereitet, beide haben Respekt vor dem anderen Team und dem Verantwortlichen auf der Bank gegenüber. Für das direkte Aufeinandertreffen dürften die Startformationen gegenüber den vorangegangenen Auftritten kaum groß abweichen, denn beide Teams traten zuletzt erfolgreich und mit identischen Startformationen an. Einzige größere Überlegung beim Gastgeber: „Marcel Grzondziel ist von seiner Verletzung wieder genesen, angesichts seines Dreierpacks im Hinspiel könnte er vielleicht doch zum Startelfkandidaten werden“, blickt SC-Coach Fabian Kampmann der Partie gelassen entgegen, kann sich nicht nur auf seine „Torfabrik“ – Külpmann 12 Tore, Grzondziel, Deuerling je 9 sowie Böckenförde und Neynaber je 5 – verlassen, sondern auch auf seine Defensive: Zuletzt hielten der Ex-Meinerzhagener Keeper Dominik Holtmann und seine Vorderleute ihren Kasten viermal in Folge sauber.

Doch auch RWL hat nur zwei Tore mehr (14) als die Garenfelder kassiert, trumpfte zuletzt gut eingespielt auf. Einzig Pascal Ertelt dürfte nach Sperre und Kurzurlaub wieder ein Startelfkandidat als linker Außenverteidiger anstelle von Soufian Maatalla sein. Weitere sonstige Stammkräfte werden bestehende Rückstände noch aufarbeiten müssen, Trainer Martin Rost erwartet, aus einem großen Aufgebot auswählen zu können.

„Momentan sieht’s so aus, als wären fast alle Akteure einsatzfähig.“ Der Rot-Weiß-Coach hofft natürlich auf einen Sieg seiner Mannschaft im Waldstadion, hat die Akteure im Training taktisch sehr gezielt auf den Auftritt bei den offensivfreudigen Gastgebern vorbereitet. Motiviert werden musste für die Partie ohnehin niemand: „Da sind alle heiß drauf“, heißt es einmal mehr wortgleich aus beiden Lagern. 

„Und wenn jeder eingesetzte Spieler seine mögliche Leistung abruft, dann wird das am Sonntag mit Sicherheit ein sehr gutes Spiel werden, in dem wir hoffentlich punkten können. Natürlich kann aber auch ein gewisses Spielglück eine mitentscheidende Rolle spielen“, ist Rost vor dem Ligahit überzeugt. RWL--

Kiersper SC - TuS Plettenberg (Sonntag, 14.30 Uhr, Sportplatz Felderhof): Weil er zum Kehraus in acht Tagen spielfrei ist, verabschiedet sich Fußball-Bezirksligist Kiersper SC bereits in die Winterpause. Aus seiner Erwartungshaltung an das Kreisderby macht KSC-Trainer Marco Carbotta keinen Hehl: „Das ist eine Pflichtaufgabe, die wir lösen müssen, denn schließlich wollen wir oben dranbleiben“, zählt für ihn nur ein Sieg. Im gleichen Atemzug warnt er seine Mannschaft aber davor, den Fuß vom Gaspedal zu nehmen: „Auch gegen den Tabellenletzten dürfen wir uns keine Unachtsamkeit erlauben. Denn was passiert, wenn man es zu leicht nimmt, haben wir ja im Pokalspiel vor zwei Monaten gesehen.“

In besagter Partie bezwangen die Volmestädter den TuS mit 3:2, ließen aber nach souveräner 2:0-Führung die Zügel arg schleifen und vermieden nur mit Ach und Krach das drohende Elfmeterschießen. Ein deshalb ebenso konzentrierter wie seriöser Auftritt soll dem KSC nun den elften Saisonsieg bescheren und die erste Hälfte einer Saison krönen, in der er ohne Zweifel die positive Überraschung schlechthin darstellt. Dass er die Hinrunde nicht als Spitzenreiter, sondern „nur“ als punktgleicher Zweiter mit Primus Weißtal abgeschlossen hat, lag einzig daran, dass er vor 14 Tagen die erste Halbzeit des Niederschelden-Spiels (1:3) verschlief. Die grundsätzliche Richtung aber stimmt beim KSC nach mehreren Jahren Mittelmaß und Abstiegskampf wieder. Ganz anders stellt sich die Situation beim morgigen Gegner dar. „Uwe Helmes hat dem TuS neues Leben eingehaucht“, sagt Marco Carbotta zwar, doch sein erfahrener Trainerkollege, der im Oktober Kosta Michailidis auf der Plettenberger Bank ablöste, sehnt die Winterpause herbei. Obwohl sich Helmes weiterhin kämpferisch gibt („Bei sechs Punkten Abstand zum rettenden Ufer haben wir immer noch Mut“), muss der qualitativ wie quantitativ ausgedünnte Kader im Winter dringend verstärkt werden. Zuletzt hatte sich der TuS nach Vorfällen beim Spiel in Attendorn von Toni Liakopoulos und Volkan Öztürk getrennt. 

Ex-Profi Helmes weiß, dass in den nächsten Wochen noch einiges passieren muss, um den Ligaerhalt noch mit berechtigten Aussichten anpeilen zu können. „Wir werden mit einigen Spielern sprechen und brauchen sicherlich drei, vier Leute, aber aufgrund unserer prekären Lage sind wir natürlich in keiner guten Verhandlungssituation.“ Auch die schwache Trainingsbeteiligung (Helmes: „Am Dienstag hatte ich zehn Mann, am Freitag vor dem Hünsborn-Spiel nur neun – da dreht man durch.“) bereitet dem Coach Kopfschmerzen.

„Drei Punkte möchte ich in diesem Jahr noch holen“, lautet Helmes’ Vorgabe. Sollte es auf dem Felderhof-Kunstrasen damit nichts werden, bleibt noch das Heimspiel gegen die SpVgg Neunkirchen am 2. Advent. 

TuS Neuenrade - FSV Bad Wünnenberg/Leiberg (Sonntag, 15 Uhr, Waldstadion Neuenrade): Es war ein schöner Sommertag am 10. August diesen Jahres. Dementsprechend gut gelaunt und voller Vorfreude machte sich der Tross des TuS Neuenrade an jenem Samstag auf nach Leiberg, um dort nach dem Aufstieg seine Premiere in der „Bundesliga des Sauerlands“ zu absolvieren. Das Ergebnis ist bekannt: Der Neuling zahlte reichlich Lehrgeld, war mit dem 1:7 gar noch gut bedient und stand nach Spieltag Nummer eins direkt auf einem Abstiegsplatz. Bis heute allerdings zum einzigen Mal.

Am Sonntag nun kommt es zum Wiedersehen mit dem Kontrahenten aus dem Kreis Paderborn, der seinen starken Eindruck von damals auch im weiteren Verlauf der Hinrunde bestätigte. Das Team von Trainer Ralf Brake liefert sich im Aufstiegskampf einen Zweikampf mit dem FC Arpe-Wormbach, hat momentan als Zweiter zwar vier Punkte Rückstand, aber auch noch eine Partie mehr zu bestreiten als der Tabellenführer. 

Hingegen haben die Hönnestädter spätestens seit Ende Oktober den Rückwärtsgang eingelegt, seitdem fünf Partien in Folge verloren. Und gerade die letzten beiden Niederlagen in Oberschledorn (0:3) und gegen TuS Sundern (1:6) gingen auch mit Leistungen einher, die kaum noch ligatauglich waren. Knapp 14 Tage sind nunmehr seit der Sundern-Pleite vergangen, „ein Zeitraum“, so Trainer Abi Ouhbi, „der uns gut getan hat. Wir konnten ordentlich trainieren, haben in diversen kleineren Runden Gespräche geführt, die hoffentlich fruchten, und nicht zuletzt sind angeschlagene Akteure wieder fit, auf die wir kaum verzichten können.“

An erster Stelle sind das Fabrice Kele und Sahin Murat, für den Chefcoach trotz ihrer Verletzungsanfälligkeit Schlüsselspieler für die defensive Stabilität, die in den vergangenen Wochen fast nur noch auf dem Papier existierte. Da beide wieder fit sind, dürfte Ömer Sönmez wieder einen offensiveren Part einnehmen als zuletzt gegen Sundern, wobei sich in dieser Partie auch der in Durchgang zwei eingewechselte Angreifer Johannes Becker mit einer starken Leistung für einen Platz in der Startelf empfahl. Klarheit, zumindest für die beiden Jahresausklangsspiele, herrscht nach dem unrühmlichen Duru-Abgang auch auf der Torhüterposition: Domenik Thiele, mittlerweile nach Essen verzogen, hat regelmäßig trainiert und wird zwischen den Pfosten stehen. Sind die Rollen im Duell Drittletzter gegen Zweiter augenscheinlich deutlich verteilt (Ouhbi: „Dass wir Außenseiter sind, ist ja nicht wegzudiskutieren“), so rechnet sich der Neuling dennoch etwas aus. Denn zumindest auswärts sind auch die Wünnenberger ein wenig aus der Spur gekommen. Jeweils 3:3 in Schmallenberg und Birkelbach, dann beim 0:1 in Langscheid gar erstmals in dieser Spielzeit ohne eigenen Treffer geblieben – da sollte für den TuS doch etwas möglich sein. Erste Voraussetzung allerdings: Topschütze Mühlenbein (19 Tore) und Hegers (7), über die fast alle Angriffe laufen, müssen zwingend ausgeschaltet werden.

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