Kartslalom-Cup am Bürgerschützenplatz: 700 Gäste sehen 119 Fahrer

Geschwind ging es am Sonntag durch den Slalom-Parcours: Die Tagesbestzeit fuhr Jan Enthof, Fahrer der Klasse fünf des MSC Bergstadt Rüthen – er benötigte nur 36,23 Sekunden, um die über 400 Pylonen mit dem 6,5 PS starkem Kart zu durchfahren. - Fotos: Daniel Schröder

Lüdenscheid - Der achte Vorlauf des ADAC Kartslalom-Cups lockte am Sonntag laut Veranstalter-Angaben „bis zu 700 Gäste über den Tag verteilt“ an den Bürgerschützenplatz Hohe Steinert.

Weil es der letzte Vorlauf des Cups war, entschied sich an diesem Tag somit auch, für welche Fahrer der Wettbewerb in den Endläufen um die Westfalenmeisterschaft weitergeht.

Zwei heimische Gesichter aus der Kart-Region Mitte werden bei den drei Endläufen in Olpe (6. September), Warendorf (13. September) und Haltern (20. September) um den Westfalenmeister-Titel die letzten Tausendstel aus ihren Karts herausholen: Der Lüdenscheider Jan Anders – für den Hagener AC 05 hinterm Steuer – belegte bereits im Vorfeld die Tabellenspitze der Klasse drei und konnte am Sonntag dementsprechend entspannt ins Rennen gehen. In beiden Renn-Durchläufen fuhr er in seinem „Heimspiel“ nach 38,10 Sekunden durch die Lichtschranke – diese Zeiten hätten ihm zum dritten Platz in der Einzelwertung gereicht, doch wegen zehn Strafsekunden im ersten Durchlauf verschwand er mit einer Gesamtzeit von 1.26,20 Minuten im hinteren Tabellenfeld nur auf Platz 21.

Der zweite heimische Starter, der im September in den Endläufen fährt, ist der Neuenrader Lennart Dittrich vom AMC Schwelm. Er belegt in der Endabrechnung der Klasse vier den zehnten Platz. Am Sonntag landete er mit einer Gesamtzeit von 1.17,85 Minuten auf dem 13. Platz.

In der Klasse zwei verpasste Michael Schwellnus (AC Lüdenscheid) den zehnten Tabellenplatz und die damit verbundene Qualifikation für die Endläufe knapp um acht Punkte, landete auf Platz zwölf.

Paul-Henry Wieghardt (Klasse 1) und Michel Schwellnus (Klasse 2) nutzten ihren Heimvorteil und sicherten sich in ihren Klassen einen starken dritten Platz. Auch Kim Carolin Schwellnus (Klasse 3) brachte es mit dem sechsten Platz auf heimischen Asphalt zu ihrer Saisonbestleistung. Doch nicht nur deshalb gab es am Ende des Tages, als um 23 Uhr alle Anhänger und Wohnwagen bei der Firma „Niklas Motorsport“ abgestellt worden waren, ausschließlich glückliche AC-Gesichter: „Uns war von Beginn an bewusst, dass es enorm aufwändig wird. Natürlich hat es hier und da noch gehakt, aber das ist wie beim Kartfahren – dort sucht man auch immer das Hundertstel, um noch besser zu werden“, so Mitorganisator Thorsten „Thorty“ Bohmann.

Zufrieden waren die AC-Organisatoren vor allem, weil sich der Sonntag nicht auf das Zeitfahren mit den 6,5 PS-Karts beschränkt hat: Seit Freitag waren sie damit beschäftigt, den Platz an der Hohen Steinert zu einer Erlebnismeile für Besucher herzurichten. „Nicht nur der Parcours musste mit über 400 Pylonen aufgebaut werden. Wir haben extra ein Siegerpodest gebaut. Zudem wurde ein Werkstatt-Zelt errichtet, in denen die Karts während des gesamten Tages geprüft werden – Reifen müssen gewechselt und Tanks aufgefüllt werden“, so Thorsten Bohmann.

In unmittelbarer Nähe zum Renngeschehen erregte zudem eine Old- und Youngtimerausstellung der Clubmitglieder Aufsehen. Einen besonderen Oldtimer hatte Sigrid Schröder mitgebracht: Ihr Citroen Traction (Baujahr 1952) namens „Molly“ sorgte für extremes Interesse der Besucher, die sich zum überwiegenden Teil Campingstühle mitgebracht hatten, um die Fahrer von der „Naturtribüne“ – dem Rande der Böschung zum Schützenplatz – zu beobachten.

Besucher waren übrigens nicht nur Mitglieder der jeweiligen Motorsportvereine, die neugierig waren, wie ihre Fahrer abschneiden würden, sondern vor allem Familienmitglieder – vom Geschwisterkind im Säuglingsalter bis zu den stolzen Großeltern war jede Generation vertreten. So auch Christiane Wieghardt: Ihr Enkel Paul-Henry fuhr in der Klasse eins auf den dritten Platz und wurde dabei von der Großmutter angefeuert. „Ich war zuvor noch nie bei einer solchen Veranstaltung. Von der Spannung, die einen wirklich packt, bin ich völlig überwältigt“, sagt sie, während sie am Campingtisch im Schatten des Wohnwagens ihres Sohnes Jan Wieghardt sitzt. „Wir genießen hier einen wunderbaren Familien-Sonntag“, schwärmt sie. Insgesamt nahmen die Schiedsrichter Jürgen Sechtin (Hagener AC 05), Holger Tschasche (MFC a.d Schnee) und Bernd Schwellnus (AC Lüdenscheid) an diesem „Familien-Sonntag“ die Zeiten von 119 Kartfahrerinnen und Kartfahrern zwischen neun und 18 Jahren. „Es war eine tolle Premiere, die ohne die vielen freiwilligen Helfer nicht so aus dem Boden hätte gestampft werden können“, betont Thorsten Bohmann.

Er freut sich bereits auf den nächsten Lüdenscheider ADAC Slalom-Cup-Vorlauf im Laufe des kommenden Jahres.

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