Der DFB-Masterplan soll den Amateurfußball unterstützen

Joachim Schlüter stellte am Montagabend im Lüdenscheider Rathaus den DFB-Masterplan vor. - Fotos: Holz

LÜDENSCHEID -  Joachim Schlüter, Vorsitzender des Fußballkreises Olpe und Beisitzer im Ausschuss für „Vereins- und Verbandsentwicklung“, informierte am Montagabend im Ratssaal rund 60 Personen, bestehend aus Kreisvorstand, Kreismitarbeitern und Vereinsvertretern aus dem Fußballkreis Lüdenscheid, über den „DFB-Masterplan 2013-2016“.

Besagter Plan wurde beim Bundestag im Oktober 2013 in Nürnberg verabschiedet und soll den Amateurfußball in vielerlei Hinsicht unterstützen und dessen Zukunft sichern. Über zweieinhalb Jahre wurde er in Kooperation zwischen DFB, Verbänden und Vereinen auf den Weg gebracht. Die lange Vorlaufzeit und die Abstimmung auf allen Ebenen hat seinen Grund: „Alle vorigen Projekte dieser Art, die von oben aufgedrückt wurden, sind gescheitert“, meinte Schlüter.

Der Plan ist unterteilt in drei Handlungsfelder: „Kommunikation“, „Entwicklung Spielbetrieb“ und „Vereinsservice“. Ob er in die Praxis umgesetzt werden kann oder nicht, hängt für Schlüter vor allem vom Handlungsfeld „Vereinsservice“ ab. Hier möchte der DFB den Vereinen in Sachen „Fußballpraxis“ und „Vereinsmanagement“ unter die Arme greifen und bietet deswegen kostenlose Kurzschulungen, Fachberatungen und „Management-Online“ Angebote an. „Wenn sie einem kundigen Kassenprüfer zusätzliche Informationen bieten, dann wird er seine Sache nicht nur gut, sondern auch gerne machen. Und wenn er sie gerne macht, dann bleibt er auch länger im Amt“, folgerte Schlüter.

In der „Fußballpraxis“ kommen die „Junior-Coaches“ neu hinzu. Der DFB bietet Schülern ab 15 Jahren eine „Fußballspezifische Grundlagenausbildung“ mit dem Ziel, möglichst früh ehrenamtliche Trainer langfristig für den Fußball zu gewinnen.

Zum Handlungsfeld „Kommunikation“ sagte Schlüter, dass der DFB die Webseite „fussball.de“ ab 28. Juli in Eigenregie führe. „Das wird eine reine Seite des Amateurfußballs.“ Vage Ziele formulierte er im Bereich „Entwicklung Spielbetrieb“. Hier müsse sich die Organisation den Bedürfnissen anpassen, auf allen Ebenen Vorschläge gemacht und diskutiert werden.

Zur „Glaubensfrage“ erklärte er den hierzulande umstrittenen „Futsal“, die offizielle FIFA-Hallenfußball-Version. „Futsal“ wird mit einem kleinen, „sprungreduziertem“ Ball, ohne Bande und einer Mannschaftsfoul-Regelung gespielt, Grätschen ist verboten. „Wir spielen draußen nach den FIFA-Regeln, also macht es auch Sinn in der Halle danach zu spielen.“ Schlüter sprach sich für eine sukzessive Einführung, beginnend im Jugendfußball, aus. Die Umsetzung des Masterplans hinge aber nicht vom „Futsal“ ab.

Zum Thema „DFBnet“, dem Online-Portal zur Abwicklung des regulären Spielbetriebs, sieht der Masterplan eine bessere Vernetzung zwischen Sportgericht und Spielbetrieb vor. Zwar seien die Vereine generell zufrieden, aber: „Da muss der DFB nachlegen, das System muss 24 Stunden am Tag und sieben Tage in der Woche funktionieren“, forderte der Vorsitzende des Fußballkreis Olpe.

Desweiteren hat der DFB im Rahmen des Masterplans eine Imagekampagne gestartet, Motto: „Unsere Amateure. Echte Profis.“ Die Aktion soll die ehrenamtlichen Helfer (Trainer, Betreuer, Vorsitzende,...) in die Öffentlichkeit bringen und Andere dazu animieren, ebenfalls im Ehrenamt des Amateurfußballs aktiv zu werden. Um ein „Amateurfußball“-Bewusstsein zu schaffen, werden den Vereinen im Kreis rund 25-Ärmel-Aufkleber (je Team) mit dem Logo des FLVW und DFB zukommen. Alles in allem betragen die Kosten der Kampagne und des Masterplans rund 2 Millionen Euro.

Beim nächsten DFB-Bundestag 2016 in Erfurt soll ein Fazit gezogen werden. Schlüterhält es für möglich, dass an der ein oder anderen Stelle „nachkorrigiert“ werden muss und erst 2019 feststeht, was aus dem ambitionierten Vorhaben geworden ist.

Von Emanuel Holz

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