Rot-Weiß Lüdenscheid

Fußballkreis: Die nächste Stufe der Eskalation

Lüdenscheid - Der Rechtsstreit zwischen dem Vorstand des Fußballkreises Lüdenscheid und Rot-Weiß Lüdenscheid hat die nächste Eskalationsstufe erreicht. Am Donnerstagnachmittag forderte Michael Dregger den Rücktritt des Führungsgremiums im Fußballkreis – als Reaktion auf ein Schreiben der Kreisoberen an RWL.

Von Thomas Machatzke

Für den Vorstand des Fußballkreises ist „die Angelegenheit endgültig abgeschlossen.“ So jedenfalls teilte es der Kreisvorsitzende Klaus Scharf Rot-Weiß in einem Brief vom Mittwoch auf dem Postweg mit. Die „Angelegenheit“ – das ist der Rechtsstreit über verhängte und vom Verband als rechtlich nicht haltbar erklärte 30-Euro-Ordnungsstrafen für das Nichteinhalten von Zahlungsfristen.

Fordert den Rücktritt des Kreisvorstandes: Michael Dregger.

Im Schreiben teilt Scharf das Ergebnis einer Vorstandssitzung mit, die am Dienstagabend stattfand. Vorher hatten Klaus Scharf und der 2. Vorsitzende, Frank Schmidtke, die Rechtslage in der vergangenen Woche nochmals mit dem Justiziar des FLWV, Dieter Ostertag, in Kaiserau erörtert. Im Schreiben legt Scharf noch einmal die Einschätzung dar, die keine neue ist: „Es dürfen keine Ordnungsgelder bei Nichteinhaltung eines Zahlungstermins verhängt werden“, stellt er fest. Tatsächlich hatte der Kreis dies immer wieder getan. In Zukunft will er dies nicht mehr tun.

Kreis sieht bezahlte Ordnungsgelder als "rechtskräftig" an

Der Kreis nahm zudem die Ordnungsgelder, die RWL nicht bezahlt und gegen die RWL in zwei Fällen aus dem Jahr 2013 Widerspruch eingelegt hatte, mit dem Schreiben vom Mittwoch zurück. Alle anderen, von vielen Vereinen bereits gezahlten Ordnungsgelder sieht der Kreis dagegen als „rechtskräftig“ an – weil hier die entsprechenden Vereine keinen Widerspruch eingelegt haben. An eine Rückzahlung dieser nach Rechtseinschätzung des FLVW zu Unrecht verhängten Ordnungsgelder denkt der Kreisvorstand nicht.

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Für Dregger eine skandalöse Haltung. „Wir haben zweimal Widerspruch eingelegt und danach nicht mehr – weil wir auf eine Grundsatz-Entscheidung in dieser Frage gewartet haben“, sagt der Vorstandssprecher der Rot-Weißen, „der Kreis hat den Vereinen zu Unrecht Geld abgenommen – das ist ein Tatbestand nach BGB. Der Kreis hat einen Fehler gemacht und sagt den Vereinen nun: Schade für die, die den Fehler nicht erkannt und nicht Widerspruch eingelegt haben.“

Für Dregger ist diese Haltung eine Bestätigung dessen, was er seit Monaten anprangert – dass nämlich der Kreisvorstand keine Entscheidungen im Sinne der Vereine treffe. „Wir reden hier über von den Vereinen gewählte Vertreter. Was sie gemacht haben, hat nichts mit der Interessenvertretung der Vereine zu tun“, sagt Dregger, „der Kreisvorstand sollte sich dieser Verantwortung aber endlich bewusst werden und zurücktreten.“

Zur Not bis zu einem Prozess

Den Vereinen, die solche Ordnungsgelder bezahlt haben, rät Dregger, die Gelder aus den Jahren 2011, 2012, 2013 und 2014 vom Kreis zurückzufordern. Zudem jene Kosten, die durch KSK-Verhandlungen entstanden sind, die sich mit Zahlrungsrückständen aufgrund solcher Gelder befasst haben. Auch diese Verhandlungen seien laut FLVW-Einschätzung nicht rechtens gewesen.

Was Dregger zudem ärgert: Der Kreis hat zwar mit dem Brief zugegeben, mit Verhängung der Strafen nicht korrekt gehandelt zu haben. „Ein Wort der Entschuldigung findet sich aber nicht“, sagt er. RWL wartet nun, wie es weitergeht. Der Klub hat seine Ordnungsgelder bekanntlich nicht bezahlt und gedenkt auch nicht, die „rechtskräftig gewordenen“ Strafgelder zu bezahlen. In diesem Fall, so Dregger, werde man es zur Not auf einen Prozess ankommen lassen.

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