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TuS Herscheid geht ohne Druck in die Aufstiegsrunde

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Von: Michael Jeide

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Pokalspiel TuS Herscheid - FFC Lüdenscheid
Die einzige Pflichtspielniederlage gab es für die TuS-Frauen (in rot-weiß) im Pokal beim 0:1 gegen den klassenhöheren FFC Lüdenscheid.  © Volker Halbhuber

„Das ist das schönste Amt, das ich je im Fußball bekleidet habe“, sagt Holger Knittel. Der Trainer der Fußballfrauen des TuS Herscheid hat kurz vor Weihnachten allen Grund dazu, so euphorisch zu sein. Denn das Team aus der Ebbegemeinde hat die Vorrunde in der Kreisliga Lüdenscheid/Olpe als souveräner Spitzenreiter abgeschlossen.

Herscheid - Alle zwölf Spiele wurden gewonnen, zuletzt gab es am Sonntag in der Nachholpartie beim Rangdritten TuS Grünenbaum einen 4:2 (3:0)-Erfolg. Corinna Rautenberg (11.), Hannah Sophie Bergmann (17.), Charline Ladberg (37.) und Ronja Reichel (51.) trafen auf dem Kreisch für den Tabellenführer, der die Runde mit maximalen 36 Punkten und 64:10 Toren abschloss.

Im neuen Jahr – die Termine stehen noch nicht fest – geht es nun um den Aufstieg in die Bezirksliga. Die Top 3 der Gruppe Lüdenscheid/Olpe, neben Herscheid sind dies der SC Drolshagen II und TuS Grünenbaum, treffen dann in der Endrunde auf die ersten Drei der Iserlohner Gruppe, FC Iserlohn II, SF Sümmern II und die Iserlohner TS. „Ich weiß, dass der FC Iserlohn unbedingt hoch will und seine Zweite sicherlich verstärken wird. Aber wir gehen ohne Druck in die Runde. Es wäre großartig, wenn der Aufstieg gelingen sollte, aber wenn wir es nicht schaffen, wird uns sicherlich keine Spielerin verlassen“, ist Knittel vom Zusammenhalt des Teams überzeugt. „Man kann sich auf alle zu 100 Prozent verlassen. Wir haben immer 14 bis 16 Spielerinnen beim Training und es rufen regelmäßig Fußballerinnen an, die bei uns mitmachen möchten.“

Ein Handicap für die TuS-Frauen wird in der Endrunde, in welche die bisherigen Ergebnisse nicht mitgenommen werden und aus der sich nur der Sieger für die Bezirksliga qualifiziert, der Ausfall von Aniela Hünerjäger sein. Die zentrale Spielerin in der Dreierkette zog sich beim Training vor zwei Wochen einen Kreuzbandriss zu und wurde inzwischen von Dr. Lasarzewski in der Sportklinik Hellersen operiert. „Ihr Ausfall ist schwer zu kompensieren, denn sie bildete mit Nina Springob und Corinna Rautenberg die Achse in der Mannschaft“, weiß Coach Knittel. Immerhin gibt es für die zweite Saisonhälfte in Person von Anna-Maria Neitzert, die vom FFC Lüdenscheid zum TuS wechselt, auch eine Verstärkung. „Wir lassen die Endrunde auf uns zukommen“, so Knittel, der von der Sympathiewelle, mit der die Frauen bei ihren Spielen begleitet wird, begeistert ist. „Wir bekommen so viel Support, das ist bombig und tut dem Verein gut.“

Sammeln für neue Ausrüstung

In Eigeninitiative sammeln die Herscheider Frauen zurzeit Geld für Fußballequipment. Die Aktion läuft über das Crowdfunding-Projekt „Viele schaffen mehr“ der Volksbank in Südwestfalen. Für jede Spende packt die Volksbank noch einmal etwas drauf. 470 von den anvisierten 2500 Euro sind so bereits zusammengekommen.

In die junge Mannschaft – nur Torhüterin Lisa Vedder (30) und Nina Springob (35) drücken den Schnitt nach oben – werden auch die Mädchen aus dem B-Juniorinnenteam bereits voll integriert. „Talente wie Celine Kaufmann oder Carina Pohl könnte ich blind in der ersten Elf aufstellen“, weiß der Coach um die Qualität des Nachwuchses. Umso wichtiger wäre es, dass diese Mädchen auch in Herscheid gehalten werden können, zumal fraglich ist, ob es auch in der Saison 22/23 ein B-Juniorinnenteam geben wird. Werbung dafür, dass Mädchen- und Frauenfußball in der Ebbegemeinde Spaß macht, betreiben die Kickerinnen in dieser Saison wahrlich genug.

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