Fußball

Fußballer in Westfalen diskutieren Modell neuer Spielgemeinschaften

Portrait Klaus Scharf
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Vertrat die Interessen des Kreises Lüdenscheid in der Ständigen Konferenz des FLVW: Klaus Scharf.

Die Ständige Konferenz des Fußball- und Leichtathletik-Verbandes Westfalen tagte am Samstag digital. Neben der Hoffnung, dass man trotz Pandemie zu einem Saisonergebnis kommt, gab es auch noch andere Themen, zum Beispiel ein neues Spielgemeinschaften-Modell.

Kreisgebiet – Fast fünf Stunden lang tagte am Samstag die Ständige Konferenz des Fußball- und Leichtathletik-Verbandes Westfalen im digitalen Format. Fünf Stunden mit vielen Themenfeldern, die beackert werden mussten vom FLVW-Präsidium und den Vorsitzenden der 29 Kreise – im Zentrum standen natürlich die Corona-Pandemie und ihre Auswirkungen auf den Spielbetrieb.

Manfred Schnieders als Vizepräsident Amateurfußball gab seiner Hoffnung Ausdruck, dass bis Ende Juni das erklärte Mindestziel – der halbe Spielbetrieb der Saison – zu schaffen sei. Klaus Scharf, als Vorsitzender des Kreises Lüdenscheid bei der Konferenz, bleibt skeptisch. „Das wird hart“, sagt Scharf mit Blick auf die Entwicklung der Pandemie, die die Aussicht auf eine frühe Saisonfortsetzung im Januar inzwischen eher unwahrscheinlich macht.

„Wenn man pro Monat vier Sonntage ansetzt, blieben von März bis Juni 16 Sonntage – und da sind noch einige Feiertage dabei“, sagt Scharf, „klar ist nun, dass die Meisterschaft absolute Priorität genießt: Im Zweifel soll lieber ein Nachholspiel als ein Pokalspiel stattfinden. Wenn die Pokalwettbewerbe am Ende nicht komplett ausgetragen werden können, dann ist das so.“

Fußballer in Westfalen diskutieren Modell neuer Spielgemeinschaften

Ein anderes, lange diskutiertes Thema war die Einführung einer neuen Variante für die Bildung von Spielgemeinschaften. Den Zeichen der Zeit Rechnung tragend, waren zuletzt bereits Spielgemeinschaften bei Altherren, Frauen, der Jugend und auch bei den Senioren vom Verband gestattet worden – bei den Senioren allerdings bisher nur, wenn eine 1. Mannschaft eines Vereins daran beteiligt war. So zum Beispiel im Kreis Lüdenscheid in der Saison 19/20 mit der Spielgemeinschaft von Türkgücü Lüdenscheid mit der 4. Mannschaft des Türkischen SV.

Die neue Variante nun, die aus den Kreisen an den Verbandsfußballausschuss (VFA) herangetragen worden war, sieht vor, dass die Vereine auch für ihre 2. oder 3. Mannschaft Spielgemeinschaften eingehen dürfen, damit die Mannschaften nicht komplett abgemeldet werden. Die Botschaft: Zwei halbe Mannschaften in benachbarten Vereinen können eine spielfähige ganze ergeben...

Peter Wolf präsentiert den Haushalts-Entwurf

Im Rahmen der Ständigen Konferenz des FLVW, die am Samstag im digitalen Format stattfand, wurde auch der Haushalt beraten und beschlossen. Das Zahlenwerk für diese Beratung legte der Lüdenscheider Peter Wolf als Vizepräsident Finanzen im Fußball- und Leichathletik-Verband vor. Wolf (Foto) hatte positive Nachrichten: Trotz der großen Einschränkungen durch Pandemie ist der Verband wirtschaftlich gut durch die Krise gekommen. Zwar waren die Sportschule und das Hotel über eine längere Dauer geschlossen, doch über das Instrument der Kurzarbeit für die Mitarbeiter hat der Verband diese Ausfälle auffangen können. Positiv in diesem Kontext: Der FLVW hat im Rahmen der Kurzarbeit den finanziellen Ausfall bei seinen Mitarbeitern durchgehend auf 100 Prozent aufgestockt.

Ein Modell für den reinen Amateurfußball in der Kreisliga C oder D soll es sein. Ein Modell, das allerdings am Samstag keine ungeteilte Zustimmung fand. „Der Kreis Paderborn hatte Einwände wegen einer möglichen Wettbewerbsverzerrung“, sagt Scharf, „deshalb wurde lange diskutiert. Nun soll es eine schriftliche Abstimmung zu dieser Frage geben. Ich gehe davon aus, dass das Modell eine Mehrheit erhalten wird: In zehn Kreisen in Westfalen wird bereits das Spielgemeinschafts-Modell für 1. Mannschaften, die in Not gekommen sind, praktiziert. Gerade im ländlichen Raum hat so ein Modell für kleine Vereine viele Vorteile.“

Verwaltungstechnisch ist – ein Ergebnis des Samstags – auch eine Vereinfachung in Bezug auf die Antragstellung im Gespräch. Das ist gut, denn in der Praxis sind Vereine bei diesem Thema nicht immer sehr sorgsam. Als Klaus Scharf in diesem Jahr bei den Altherren des TuS Neuenrade nachhakte, ob es ihre Spielgemeinschaft mit Balve noch gebe, bekam er zur Antwort, dass dies nicht mehr der Fall sei. Die SG abzumelden, war den Verantwortlichen indes nicht in den Sinn gekommen...

Zu wenig Schiedsrichter: Vereine müssen für Oktober bezahlen

Der Fußballkreis Lüdenscheid ist angehalten, für den Monat Oktober Strafen für die Nicht-Erfüllung des Schiedsrichtersolls bei seinen Vereinen in Rechnung zu stellen. Der Kreisvorstand hatte sich hier vor dem Hintergrund der Pandemie-Ausfälle und der Aussetzung der Strafen im Frühjahr noch bewusst zurückgehalten. Nachdem der Kreis Recklinghausen aber zuletzt seinen Vereinen Strafen aufgebrummt hatte, wurde das Thema am Samstag bei der Ständigen Konferenz des FLVW diskutiert. Am Ende stand die Empfehlung des Verbandes, dass die Kreise für diesen einen Monat Strafen aussprechen sollen. „Wir haben im Kreis zehn oder elf Vereine, die das Schiedsrichtersoll nicht erfüllen“, sagt der Kreisvorsitzender Klaus Scharf, „auf dem Papier haben wir rund 90 Schiedsrichter, aber das ist insgesamt zu wenig. Manche Schiedsrichter müssen zwei- bis dreimal am Wochenende pfeifen, damit es mit allen Besetzungen klappt.“

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