LTV überlässt Tabellenspitze gern Anderen

Neuzugang Patrick Klatt hat sich beim Aufsteiger LTV 61 gut in den Kader integriert. Foto: Machatzke

LÜDENSCHEID - Mit den selbst erklärten Meisterschaftsfavoriten wollten die beiden etablierten Lüdenscheider Fußball-A-Kreisligisten TSV und TuRa Brügge nichts zu tun haben. „Neuaufbau“ hieß es am Wefelshohl beim Vizemeister des vergangenen Jahres, „Platz fünf bis acht“ in Winkhausen – und am Honsel strebte Aufsteiger LTV 61 einen Mittelfeldplatz an. Nach einem Drittel der Saison sind es aber ausgerechnet die Dilks-Schützlinge, die auf Rang drei bestplatzierter Verein aus der Bergstadt im Kreis-Oberhaus sind.

Dennoch hält LTV-Trainer Fabian Dilks den Ball flach – vom Aufstieg ist bei den Schwarz-Weißen keine Rede. „Der Saisonstart war wirklich überragend gut, aber der TuS Plettenberg wird jetzt vorneweg marschieren“, glaubt der Lehrer für Sport und Deutsch. „Von der Punkteausbeute her sind wir weit über den Erwartungen.“ Zwar fügt Dilks auch hinzu, dass das Unentschieden gegen den Stadtnachbarn TSV „ärgerlich“ gewesen sei und die Niederlage beim SC Plettenberg II „nicht hätte sein müssen“. Doch Saisonziel des Rangdritten bleibt ein einstelliger Tabellenplatz, nachdem die Neuzugänge Patrick Klatt, Michael Zakrzewski und Birol Yilmaz (derzeit aber an der Schulter verletzt) herrvorragend in den gewachsenen Kader integriert worden seien: „Das sind absolute Gewinne, menschlich und sportlich“, sagt er vor dem Spiel am Sonntag in Brügge.

Lazarett im Volmetal füllt sich derzeit

Holger Koth, der dort gemeinsam mit Patrick Leez seit Saisonbeginn bei TuRa an der Seitenlinie steht, sagt angesichts der bisher gesammelten 19 Punkte (Platz sieben): „Eigentlich sind wir voll im Soll. Das hat auch damit zu tun, dass wir verschont geblieben sind von schweren Verletzungen bis auf Björn Seemann direkt am Anfang der Saison.“ Gerade jetzt füllt sich aber das Lazarett im Volmetal – auch wegen der teilweise überharten Spielweise des TuS Plettenberg, bisher letzter Gegner der Winkhauser. „Das hatte mit Fußball nichts mehr zu tun“, schüttelt Koth den Kopf und beklagt im gleichen Atemzug das überhebliche Auftreten vieler – nicht aller – Trainer in der A-Liga. Intern aber sehr zufrieden mit der Atmosphäre in ihrem Brügger jungen Team, in dem sich besonders Christopher Wand gut entwickelt habe, sind Koth und Leez: „Nach den Heimspielen gibt es ein gemeinsames Essen im Vereinsheim, wir haben einige Aktionen geplant oder schon durchgeführt.“

TSV bleibt unter seinen Möglichkeiten

Abderahmane Ouhbi fühlt sich derweil auf Platz neun nicht 100-prozentig wohl. „Wir sind in die Saison gestartet mit einem großen Umbruch und haben ganz klar gesagt, dass es nicht unser Ziel ist, oben anzugreifen. Dennoch ist es auch so, dass wir hinter unseren Möglichkeiten und Erwartungen geblieben sind“, sagt der Trainer des Türkischen SV. Vor allem mangelnde Konstanz einiger Akteure aus dem jungen Kader habe den Wefelshohl-Kickern zu schaffen gemacht. „Wir müssen der Mannschaft einfach die Zeit geben, zu wachsen“, meint „Abi“ Ouhbi. In diesem Zusammenhang setzt er seine Hoffnung auch auf den vom Kreuzbandriss genesenen Özgür Muti, der mit den Abwehrspielern Ufuk Akman und Mustafa Bildirici sowie Stürmer Erkan Coskun die Achse aus erfahrenen Spielern bilden soll, an der sich die jüngeren Akteure orientieren können.

Axel Krüger

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