Fußball

Rollentausch im Westfalenpokal

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Mit Vollgas gegen den Augsburg-Bezwinger: Oberliga-Aufsteiger RSV Meinerzhagen trifft im Westfalenpokal am Mittwoch auf den West-Regionalligisten SC Verl.

Meinerzhagen – Auch wenn es kaum einer Bestätigung bedurft hätte: Im Nachgang der Auslosung zur 1. Runde des Krombacher-Westfalenpokals hatte sich Mutlu Demir schnell festgelegt. „Das ist die mit Abstand beste Mannschaft, die im Topf war“, charakterisierte der Trainer von Fußball-Oberligist RSV Meinerzhagen den Erstrundengegner der Blau-Weißen, den West-Regionalligisten SC Verl.

Jener SC Verl, der es am am Wochenende aus der ostwestfälischen Beschaulichkeit in die bundesweiten Schlagzeilen geschafft hatte. Der Verler 2:1-Sieg in der 1. Runde des DFB-Pokals gegen den Bundesligisten FC Augsburg – eine Sensation. Auch deshalb, da waren sich die Experten einig, weil der Erfolg kein Zufallsprodukt, sondern ein verdienter war.

Am Mittwoch ist die Rollenverteilung eine gänzlich andere. Der SC Verl muss an der Oststraße in Meinerzhagen den möglicherweise holprigen Weg zurück in den Alltag finden, während der RSV alles tun wird, um seinerseits dem Favoriten ein Bein zu stellen. Eine Art Rollentausch also. Anpfiff ist um 19 Uhr.

351.000 Euro für den SC Verl

Inwieweit der Regionalligist, der im Ligabetrieb nach zwei Spieltagen noch auf den ersten Sieg wartet, tatsächlich den Reset-Knopf drücken kann, bleibt abzuwarten. Die Wucht des jüngsten Erfolges ist auch in dieser Woche noch an jeder Ecke der 25000-Einwohner-Stadt im Kreis Gütersloh zu spüren. Nach einer zünftigen Feier bis zum Morgengrauen und gestrichenem Sonntagstraining fiebern Verein und Region nun der Auslosung für die 2. DFB-Pokalrunde entgegen (Sonntag, ab 18 Uhr), wünschen sich natürlich gleich einen weiteren „Kracher“. Doch schon der Erfolg über Augsburg bringt dem SCV einen stattlichen Geldsegen. 351 000 Euro an Fernseh- und Vermarktungsgeldern spült der Einzug in Runde zwei in die Vereinskasse – eine üppige Summe, über deren Verwendung in Ruhe nachgedacht werden soll.

SC-Coach Guerino Capretti („Erst als wir im Fernsehen die Zusammenfassung verfolgt hatten, bekamen wir ein Gefühl dafür, was uns da gelungen ist“) blickt inzwischen wieder in die sportliche Zukunft und mahnt: „Die Kunst ist es nun, diese Leistung auch in der Liga regelmäßig abzuliefern.“

Demir kündigt RSV-Vollgas an

Und am Mittwoch im Westfalenpokal. Doch genau das will der RSV mit aller Macht verhindern, wie Mutlu Demir unumwunden zugibt. „Nach dem Rhynern-Spiel gehen wir mit ein bisschen Wut im Bauch in das Pokalspiel. Wir rechnen uns gegen Verl etwas aus, auch wenn sie – und dazu meinen Glückwunsch – jetzt den FC Augsburg geschlagen haben. Aber am Mittwoch wird das ein anderes Spiel. Da müssen die Verler hier etwas bringen, denn wir werden mit Vollgas in die Partie gehen!“ 

Damit ist klar: Ein Stück weit will der RSV die Verler Rolle aus dem Augsburg-Spiel übernehmen, mutig nach vorne spielen und im Idealfall die Gunst der Stunde nutzen. Zu verlieren, so viel ist klar, hat der RSV  gar nichts. Zumal der Pokal den Blau-Weißen in den vergangenen Jahren immer gelegen hat. „Flutlicht, eine womöglich vierstellige Zahl von Fans im Rücken – das sind die Abende, warum man Fußball spielt“, sagt RSV-Trainer Jonas Ermes, der wie Mutlu Demir keinen Zweifel daran lässt, dass „Beton anrühren“ keine Option ist und stattdessen die Meinerzhagener Philosophie auch gegen einen klaren Favoriten durchgebracht werden soll.

Entschlossenheit statt Enttäuschung

Das unterm Strich ärgerliche Auftaktremis vom Sonntag gegen Westfalia Rhynern sieht Ermes als „abgehakt“ an. „Wir haben den Jungs kommuniziert, dass Ärger und Enttäuschung in Ordnung sind, dass daraus am Mittwoch aber Entschlossenheit werden muss.“ Personell gibt es keine Änderungen im Vergleich zum Sonntag.

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