Fußball: Westfalenliga

Favorisiert sind ein Trio und der RSV

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Unterschiedliche Ziele haben die beiden aus der Landesliga 2 hinzugekommenen Aufsteiger: Der RSV Meinerzhagen um Raphael Gräßer (links) peilt einen Spitzenplatz an, für den FC Lennestadt und Christoph Hebbeker geht’s allein um den Klassenerhalt.

Meinerzhagen - Am kommenden Wochenende geht die Fußball-Westfalenliga 2 in ihre 40. Saison als zweithöchste Amateurspielklasse Westfalens.

Im Vorfeld der neuen Serie war die Wechselflut dabei geringer als zwölf Monate zuvor: 161 Zugängen stehen 103 Abgänge bei den 17 Klubs gegenüber, im Sommer 2017/18 hatten lediglich 16 Vereine 153 Neuverpflichtungen und 123 Abgänge verzeichnet. 

Ansprüche auf die Meisterschaft und den damit verbundenen direkten Oberliga-Aufstieg meldet ein Trio an – Vizemeister DSC Wanne-Eickel, YEG Hassel als Dritter und obendrein bestes Rückrundenteam 2017/18 sowie der Vorjahresvierte SpVgg. Erkenschwick. Dieses Trio hat seine Leistungsträger allesamt gehalten und sich obendrein noch verstärkt. 

Während Wanne-Eickel in allen Mannschaftsteilen Zuwachs erhalten hat, freut man sich in Hassel über den Verbleib des abwanderungswilligen Torjägers Seyit Ersoy und den Zugang der verbandsligaerfahrenen Mittelfeldstrategen Serafettin Sarisoy und Ante Barisic sowie von Stürmer-„Oldie“ Ergün Cakir. Für den 35-Jährigen stehen stolze 142 Einsätze in der 2. türkischen Liga zu Buche. 

Und da die traditionsreiche SpVgg. Erkenschwick den Abgang von Mittelfeld-Ass Thomas Hildwein mehr als kompensiert haben dürfte, hat auch SpVgg.-Coach René Lewejohann den Aufstieg im Visier. Neben diesem Trio sehen viele auch Aufsteiger RSV Meinerzhagen als Titelfavorit, denn die Volmestädter haben ihr Meisterteam mit den Hochkarätern Johannes Focher, Tim Treude, Mathieu Bengsch und Til Bauman enorm aufgerüstet und setzten sich in der Vorbereitung auch gegen klassenhöhere Kontrahenten durch. 

Für positive Überraschungen wollen die DJK TuS Hordel, der Lüner SV und Concordia Wiemelhausen sorgen, die sich ebenfalls gezielt verstärkten und das Zeug haben, den einen oder anderen Favoriten aufs Kreuz zu legen und ihm im Spitzenfeld vielleicht sogar den Rang abzulaufen. Ein Platz im einstelligen Bereich sollte allen drei Teams sicher sein. Einen solchen streben auch der TuS 05 Sinsen und der SC Neheim an, die allerdings je zwei bewährte Kräfte verloren haben. 

Auch der FC Iserlohn, der im Vorjahr nach einer keineswegs alltäglichen Verletzungsmisere deutlich hinter den Erwartungen blieb, strebt mit dem neuen Spielmacher Leon Enzmann, der Regional- und Oberligaerfahrung mitbringt, eine erheblich bessere Saison und zumindest einen Rang unter den ersten Sechs an. Weil aus der 17 Klubs starken Westfalenliga 2 die letzten drei Teams direkt absteigen und der Viertletzte gegen den Drittletzten der Staffel 1 via Relegation einen weiteren Absteiger ermitteln muss, spielt praktisch die halbe Liga um den Klassenerhalt. 

Hier sollten die schon erwähnten TuS 05 Sinsen und SC Neheim sowie die SG Finnentrop/Bamenohl die besten Karten haben, beizeiten einen sicheren Mittelfeldrang zu erlangen. Am stärksten gefährdet sehen die Experten Oberliga-Absteiger TSV Marl-Hüls, der mit Akteuren aus unteren Ligen und Jungspunden aus der eigenen A-Jugend das Rennen aufnimmt, sowie die Aufsteiger FC Lennestadt und SV Horst-Emscher 08. Die beiden Letztgenannten schafften jeweils als Landesliga-Zweite den Sprung in die Westfalenliga, weil Oberliga-Absteiger SC Hassel freiwillig einen Neubeginn in der Landesliga vorzog. 

Neben dem Kirchhörder SC, der sich 2017/18 erst am letzten Spieltag die Klasse sicherte, zählen auch Aufsteiger BSV Schüren und Westfalia Wickede zum Kreis der gefährdeten Klubs. Fraglos positiv ist, dass fast alle Mannschaften der Westfalenliga 2 an ihren bewährten Trainern festhalten; neue Übungsleiter gibt’s nur in Sinsen und beim TSV Marl-Hüls. 

A-Lizenz-Inhaber Antonios „Toni“ Kotziampassis, der zuletzt die Bundesliga-B-Jugend von RW Essen betreute, hat beim TuS 05 Interimscoach Thomas Sliwa abgelöst, der wieder die sportliche Leitung übernommen hat. Beim TSV Marl-Hüls, dem im Neuaufbau befindlichen Deutschen Amateurmeister von 1954, ist der 66-jährige Fußball-Lehrer Werner Kasper neuer Coach. 

Kasper war viele Jahre als Co-Trainer von Rüdiger Abramczik, Franz-Josef Tenhagen, Klaus Berge oder Peter Neururer im Profi-Geschäft tätig. Zwei Trainer stehen derweil nun in Alleinverantwortung: Jens Grembowietz beim Aufsteiger SV Horst-Emscher 08 und Alexander Gocke beim BV Westfalia Wickede, da ihre bisherigen gleichberechtigten Partner Alexander Thamm (TuS Ennepetal) bzw. Thomas Gerner (SV Sodingen) neue Aufgaben übernommen haben. - Klaus Dephilipp

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