Fußball-Landesliga

FSV-Chef Minker: "Abstieg wäre kein Beinbruch"

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Bei der FSV Werdohl um Trainer Manuel Sander war allen Beteiligten klar, dass es eine harte Landesliga-Saison werden und es auch einige Rückschläge geben wird.

Werdohl – Sieben Spiele, sieben Niederlagen und schon acht Punkte Rückstand auf das rettende Ufer: Diese ernüchternde Zwischenbilanz würde im auch auf Amateurebene oftmals doch recht schnelllebigen Fußballgeschäft mancherorts wohl zu den üblichen Mechanismen führen.

Kader oder Trainerteam kämen auf den Prüfstand, viele Dinge würden hinterfragt – nicht selten einhergehend mit Unruhe im Umfeld oder teils zermürbenden Diskussionen. Am Riesei ist das in diesem Corona-Herbst trotz der bisherigen Nullrunde der FSV Werdohl in der Landesliga anders. Keine Unruhe, keine Panik. 

Im Gegenteil: Trainer Manuel Sander genießt volle Rückendeckung seitens der sportlichen Leitung, erntet für seine Arbeit gar ein dickes Lob. Es gibt auch kein böses Wort an die Mannschaft. Und das hat Gründe. „Es war klar, dass es eine harte Saison werden würde“, sagt Carsten Minker, der bei der FSV zu einem mehrköpfigen Team gehört, das für die sportlichen Dinge verantwortlich ist. Nach einem großen personellem Umbruch im Sommer mit etlichen Zu- und Abgängen war allen Beteiligten völlig klar, dass die FSV gegen den Abstieg spielen würde. 

Rückschläge, insbesondere in den ersten Saisonspielen, waren eingeplant. „Dass wir bis jetzt noch keinen Punkt geholt haben, ist aber bitter“, sagt Carsten Minker. Bitter auch deshalb, weil das neuformierte Team in den Duellen gegen Wenden (1:2), Bad Berleburg (0:3) und Rot-Weiß Lüdenscheid (1:3) zumindest an Teilerfolgen schnupperte. Aus den Partien in Hünsborn und gegen den SV Hüsten 09 (diese Partie hätte eigentlich morgen stattfinden sollen) wollten die Werdohler vier Zähler holen. Dieses Zwischenziel wäre aber auch ohne Sport-Lockdown im November nicht zu erreichen gewesen, weil es in Hünsborn eine 1:6-Niederlage setzte. 

Schlusslicht und einziges Team ohne Punktgewinn

Somit sind die Lennetaler als einziges Team der Liga ohne Punktgewinn und mit der Ungewissheit, ob im Dezember der Spielbetrieb wieder aufgenommen werden darf, in die Corona-Zwangspause gegangen. Hinzu kommt die Frage, ob die Fußballsaison im Amateurbereich wegen der Pandemie überhaupt beendet werden kann. Nach der modifizierten Spielordnung könnte der Tabellenstand unter Anwendung einer Quotientenregelung über Auf- und Absteiger entscheiden, wenn bis dahin mindestens 50 Prozent der Spiele einer Gruppe durchgeführt wurden. Oder gibt es gar einen Saisonabbruch, bevor weniger als die Hälfte der Spiele absolviert sind? Beim letztgenannten Szenario gäbe es weder Auf- oder Absteiger – die FSV bliebe Landesligist.

„Es nicht unser Ansinnen, daran zu denken“, sagt Carsten Minker und macht klar, dass sich die FSV eine Saisonfortsetzung wünscht und sich nicht mit einem Abbruchszenario beschäftigt. Wenn es auf sportlichem Weg und einer gefühlten Ewigkeit in der Landesliga am Ende nicht reichen würde zum Klassenerhalt, „dann wäre ein Abstieg kein Beinbruch“, macht Carsten Minker deutlich. Der Werdohler, der den Verein in- und auswendig kennt, weist darauf hin, dass sich hinter den Kulissen in den vergangenen Monaten eine Menge getan habe am Riesei. 

Ziel ist es, den eigenen Nachwuchs heranzuführen

„Wir haben uns personell viel breiter aufgestellt. Es gibt jetzt in allen Bereichen mehrere Leute, die in ihrer Freizeit richtig mit anpacken. Da tut sich einiges. Wir fühlen uns gut aufgestellt und auf einem guten Weg“, so Minker, der als Nachwuchstrainer natürlich auch den Unterbau auf dem Schirm hat: „Ich bin der Meinung, dass wir im Jugendbereich richtig tolle Jungs dabei haben.“ 

Ziel müsse es sein, den Nachwuchs weiterhin intensiv zu fördern und zu fordern und so nachhaltig an die „Erste“ heranzuführen. Der Trainer dieser 1. Mannschaft soll, unabhängig vom weiteren Saisonverlauf, auch in der Saison 21/22 Manuel Sander heißen. „Das ist jedenfalls mein persönlicher Wunsch“, sagt Carsten Minker: „Wie ‘Manni’ mit der Situation umgeht und wie er weiter mit der Mannschaft arbeitet, finde sehr beachtlich.“

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