Kein Einlenken: Juristischer Tunnelblick

Hält an seiner Meinung im Rechtsstreit mit RWL fest: der Kreisvorsitzende Klaus Scharf.

Kreisgebiet - Der Rechtsstreit zwischen dem Fußballkreis Lüdenscheid und Rot-Weiß Lüdenscheid bleibt rätselhaft. Trotz der schriftlichen Erklärung des Präsidiums des Fußball- und Leichtathletik-Verbandes Westfalen (FLVW) haben sich bis jetzt beide Seiten nicht einigen können. Der Kreis erwartet von RWL weiter die Zahlung von etwa 600 Euro Ordnungsgeldern.

Von Thomas Machatzke

Für Michael Dregger, den Vorstandssprecher von Rot-Weiß Lüdenscheid, ist das ganz und gar nicht nachvollziehbar und überdies ärgerlich. Zur Erinnerung. Aufgrund eines Ordungsgeldes, das RWL für nicht korrekt verhängt gehalten und deshalb auch nicht bezahlt hatte, hatte der Kreis für jedes Verstreichen einer Zahlungsfrist weitere 30 Euro Ordnungsgeld in Rechnung gestellt und – nach Nicht-Zahlung – sogar ein Verfahren vor der KSK angestrengt, das aber nie stattgefunden hat.

Die Rot-Weißen zweifelten die Rechtmäßigkeit der Verhängung von 30-Euro-Strafen für verstrichene Fristen an und bekamen vom Präsidium recht. Ein entsprechendes Schreiben vom FLVW-Justiziar Dieter Ostertag ging an beide Parteien. So weit, so gut.

Als keine Bewegung in die Sache kam, bemühte sich Dregger um einen Termin mit dem Kreisvorstand, der mit Hilfe des KJO, Wolfgang Kunde, am 17. Juni zustande kam. Dregger traf sich an diesem Abend mit sechs Mitgliedern des Kreisvorstandes in der Geschäftsstelle am Honsel. Für den Kreisvorstand nahmen der Vorsitzende Klaus Scharf, Kassierer Uwe Görge, Geschäftsführer Radovan Goncin, der Vorsitzende des Fußball- und Schiedsrichter-Ausschusses Georg Heimes sowie aus dem Jugendbereich Rüdiger Dreisbach und Wolfgang Kunde teil.

Dreggers Wunsch für die Sitzung war gewesen, dass der Kreisvorstand den Beschluss des FLVW-Präsidiums umsetzen und die Ordnungsgelder gegen RWL aufheben sollte. Die Resonanz aber war eine andere: Mit Scharf, Görge und Goncin, berichtet Dregger, hätten drei der sechs Vorstandsmitglieder die Meinung vertreten, dass der Kreisvorstand so entschieden hätte und es dabei bleiben würde. „Sinngemäß hat Uwe Görge gesagt, der Verband habe Unrecht“, erklärt Dregger. Görge und Scharf hätten zudem am 17. Juni „etwas Schriftliches“ vom Verband gefordert. Die E-Mail von Ostertag habe ihnen nicht ausgereicht.

Dem Kreis drohen Rückforderungen

Dregger verließ so ohne Ergebnis die Sitzung und wandte sich noch am selben Abend mit der Thematik erneut an den FLVW. In dieser Woche nun hat das Präsidium des Verbandes getagt und den Fall erneut besprochen. Das Ergebnis ist das alte: Die Verhängung von Ordnungsgeldern für das Nicht-Einhalten von Fristen hält das FLVW-Präsidium für nicht statthaft. Die Entscheidung teilte Dieter Ostertag am Mittwoch auf dem E-Mail-Weg RWL, dem Kreisvorstand und in Kopie dem Vizepräsidenten Finanzen, Peter Wolf, mit.

„Seitdem hat der Kreisvorstand immer noch nicht reagiert“, sagt Dregger und schüttelt den Kopf. Der Kreisvorsitzende Klaus Scharf (Meinerzhagen), der aktuell aufgrund einer Reha-Maßnahme zeitlich eingespannt ist, war gestern nicht zu einer Stellungnahme zu erreichen, genausowenig Uwe Görge.

Klar ist: Bei Umsetzung des Beschlusses vom FLVW-Präsidium hat der Kreisvorstand zu befürchten, dass alle Vereine, die wegen verstrichener Fristen finanziell belastet worden sind, das Geld zurückerhalten müssen. Theoretisch unaufgefordert – und für einen Zeitraum von drei Jahren. Ein teurer Spaß für den Fußballkreis.

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