Kein Urteil nach dem Abbruchspiel

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Nach dem Platzverweis von VfB Altenas Daniel Crummenerl hatte es eine Rudelbildung gegeben.

Lüdenscheid - Im Titelkampf der Fußball-Kreisliga A ist weiter Geduld gefordert: Die Spruchkammer des Kreises Lüdenscheid verhandelte am Montag zwar den Abbruch des Spitzenspiels der beiden  SCL-Verfolger Phoenix Halver und VfB Altena vom 8. November – zu einem Ergebnis aber kam die Kammer nicht.

Als problematisch erwies sich, dass Schiedsrichter Kacper Koziorz in der Schweiz weilte. Am 4. April, wenn das Verfahren fortgesetzt wird, wird es wohl vor allem auf seine Aussage ankommen. Unstrittig war Folgendes: In der 90. Minute hatte der Altenaer Daniel Crummenerl die Gelb-Rote Karte gesehen und war beim Verlassen des Feldes mit zwei Phoenix-Zuschauern aneinandergeraten. Die beiden, deren Identität aufgrund von Bildern der Lokalzeitung eindeutig ermittelt wurde, hatten den Innenraum betreten, einer von beiden wahrscheinlich Crummenerl zu Boden gestoßen. Danach hatte es eine Rudelbildung gegeben, in deren Rahmen ein älterer Mann aus Altena und ein Phoenix-Kicker hingefallen waren.

Kein Ordnungsdienst

Unstrittig zudem: Gekennzeichnete Ordner hatte es nicht gegeben an diesem Tag auf der Karlshöhe. Ob der ältere Mann, der sich als Großvater Crummenerls herausstellte, ausgerutscht, gestoßen oder gar von einem Kung-Fu-Tritt niedergestreckt (VfB-Darstellung) worden war, war nicht zu klären. Haupt-Streitpunkt war indes, was ausschlaggebend für den Abbruch gewesen war – und da widersprachen sich VfB- und Phoenix-Vertreter. Auch die neutralen Zeugen Georg Heimes und Referee Jens Schumann aus Meinerzhagen wussten kein Licht ins Dunkel zu bringen. Koziorz hatte das Spiel ob der Vorkommnisse mindestens unterbrochen, aus Altenaer Sicht sogar bereits abgebrochen.

Danach hatte es eine längere Unterredung mit den Spielführern Halil Akbal und Julian Kroll gegeben. Koziorz hatte das Spiel – auf Zureden Akbals? – wohl doch zu Ende bringen wollen, Kroll aber, dessen Team 1:2 zurücklag, hatte dies abgelehnt, weil man mangels Ordnungsdienst die Sicherheit der Altenaer Mannschaft nicht gewährleistet gesehen habe. Als besonders gefährlich beschrieben die anderen Zeugen die Situation indes nicht. Heimes merkte an, dass ihm das Gespräch zwischen Kapitänen und Referee für seinen Geschmack zu lange vorgekommen sei. Der KSK-Vorsitzende Heiko Kölz machte mit Verweis aufs Paragraphenwerk klar, dass es keinesfalls im Ermessen einer Mannschaft liege, ein Spiel nicht mehr fortzusetzen, sondern dass die Entscheidung für den Abbruch beim Referee liege.

Fortsetzung am 4. April

Eine Entscheidung traf die Kammer gleichwohl nicht. Sie will am 4. April bei der Fortsetzung des Verfahrens erst einmal Koziorz hören. Dann dürften wohl auch als Beschuldigte die beiden Zuschauer, die den Innenraum betreten hatten, geladen werden. Bisher hatten sie nur Zeugenstatus. Der eine Zuschauer spielt inzwischen für Türkgücü Lüdenscheid. Er fehlte am Montag unentschuldigt – weshalb sowohl er als auch Türkgücü ein Ordnungsgeld von 50 Euro auferlegt bekamen. Der zweite Zuschauer spielt für die Phoenix-Reserve. Er gab am Montag an, er habe nur schlichten wollen. Auch hier bleibt abzuwarten, ob die KSK dies glauben wird.

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