Warmer Regen für die Kasse des Fußball-Kreises

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Gelbe Karte in Form von Strafgeldern für 21 Vereine im Fußball-Kreis Lüdenscheid, die ihr Schiedsrichtersoll nicht erfüllen: 2125 Euro werden so im dritten Quartal 2013 in die Kreiskasse gespült. ▪

KREISGEBIET ▪ Warmer Geldregen für die Kasse des Fußballkreises Lüdenscheid: In den jetzt veröffentlichten „Offiziellen Mitteilungen“ hat Kreis-Geschäftsführer Radovan Goncin die Zahlen für das dritte Quartal bezüglich des 2-Stufen-Plans bekanntgegeben. Danach müssen gleich 21 der insgesamt 37 Clubs, die Mannschaften im Spielbetrieb haben, wegen Nichterfüllung des Schiedsrichter-Solls (Stufe 1) insgesamt 2125 Euro berappen.

„Spitzenreiter“ ist dabei der SC Lüdenscheid, der 300 Euro zahlen muss, für das Gros der restlichen Vereine sind Beträge von 125 und 62,50 Euro fällig. Zugrunde liegen diesen Zahlen folgende Regelungen: Für Vereine, die Teams in Lizenzligen, 3. Liga bis hinunter in der Landesliga haben, sind je drei Schiris zu stellen. Vereine mit Frauenteams in der Westfalenliga bis hinunter in der Kreisliga müssen je einen Schiri stellen. Je ein Referee muss ebenfalls für Herrenteams von der Bezirksliga bis zur Kreisliga D sowie männliche A- und B-Jugendvertretungen von der Landes- bis hinunter zur Kreisliga gestellt werden.

Beispiel SC Lüdenscheid: Bei zwei Herrenteams (Bezirksliga, B-Liga), einer A-Jugend und drei B-Jugendvertretungen beträgt das Soll sechs Schiedsrichter, gemeldet hat der Club vom Wehberg indes nur zwei, erfüllt die Quote also nur zu 33 Prozent. Für jeden fehlenden Schiedsrichter – in diesem Fall vier – werden pro Jahr 300 Euro fällig. 300 Euro deshalb, weil sich die Höhe des Ordnungsgeldes nach der Zugehörigkeit der ersten Mannschaft richtet. Spielt diese in der Landes- oder Bezirkliga, sind es eben diese 300 Euro, bei höherer Klassenzugehörigkeit 350, bei tieferer (Kreisligen) 250 Euro. Und da die Abrechnung nicht einmal pro Jahr erfolgt, sondern quartalsweise, muss der SC nicht auf einen Schlag 1200 Euro berappen, sondern alle drei Monate jeweils 300 Euro.

Noch dicker kommt es für die Vereine, die im zweiten Spieljahr ihr Schiedsrichtersoll nicht zu mindestens 60 Prozent erfüllen (Stufe 2). In diesem Fall ist ihm die Durchführung von Vereinspokalturnieren sowie Sportwochen für alle Herren- und Frauenteams sowohl auf dem Feld als auch in der Halle zu untersagen. Allerdings kann sich ein Verein von dieser drastischen Maßnahme „freikaufen“, indem er das doppelte Ordnungsgeld aus Stufe eins zahlt und mit der Antragstellung für ein Turnier an die Kreiskasse überweist.

Andererseits gibt es auch Vereine, die ihr Soll zu 100 Prozent erfüllen oder gar übererfüllen. Spitzenreiter in dieser Kategorie ist aktuell TuRa Brügge, das lediglich zwei Schiris bräuchte, aber fünf gemeldet hat. Und dafür gibt es eine Belohung: Pro Referee über Soll erhalten die Brügger 50 Euro, in der Summe also 150, die am Ende der Spielzeit ausgezahlt werden.

„Ich kann den Vereinen nur immer wieder empfehlen, geeignete Kandidaten zu suchen und dann für Anwärterlehrgänge anzumelden, was auch in unserem Sinne ist. Wir haben zuletzt nämlich arge Probleme für Ansetzungen gehabt, so dass Schiedsrichter am Wochenende teils zwei Spiele pfeifen mussten. Das ist jetzt nach Beendigung eines Lehrgang zwar besser geworden, aber noch immer nicht optimal. Wir sind auch flexibel genug, einen Anwärterlehrgang recht kurzfristig einzuschieben, wenn entsprechende Resonanz von den Vereinen da ist“, empfiehlt Lehrwart Chritian Liedke für diesen Fall, sich bei ihm, Lehrwartkollege Horst Metag oder den KSA-Vorsitzenden Georg Heimes zu melden.

– Die Vereine, die das Schirisoll nicht erfüllen:

300 Euro: SC Lüdenscheid

187,50 Euro: Post SV Lüdenscheid

125 Euro: TuS Ennepe, Türkgücü Lüdenscheid, TSV Oestertal, SC Plettenberg, Türkiyemspor Plettenberg, TSV Rönsahl, TuS Versetal

75 Euro: SV Hellas Lüdenscheid

62,50 Euro: FC Altena 69, VfB Altena, TuS Grünenbaum, TuS Herscheid, FC Lüdenscheid, TSV Lüdenscheid, TuS Plettenberg, Azzurri Schalksmühle, TuS Stöcken/Dahlerbrück, SV Hellas Werdohl, TV Wiblingwerde ▪ Marc Kusche

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