Azzurri darf spielen, muss aber weiter um Zukunft bangen

Azzurri-Mitspielertrainer Kosta Nikolaou und Co. dürfen Testspiele austragen, der Verbandsausschluss ist nach Einlegung von Rechtsmitteln derzeit nicht rechtskräftig.

SCHALKSMÜHLE/KAMEN -  Die „Hängepartie“ um die sportliche Zukunft des heimischen Fußball-A-Kreisligisten Azzurri Schalksmühle hält an. Sie wird frühestens in der Woche vor dem Saisonstart entschieden werden, möglicherweise sogar erst später.

Hintergrund der Probleme Azzurris sind rückständige Zahlungen an Kreis- und Verbandskasse in Höhe von knapp 2500 Euro. Vereinbarten Ratenzahlungen war Azzurri in der vergangenen Saison nur einmal nachgekommen, so dass der Kreis beim Verband den Ausschluss des A-Ligisten von der Volme beantragt hatte. Das Verbandspräsidium entsprach diesem Antrag vor einigen Wochen, doch Azzurri legte mit Präsident Massimo Pepe an der Spitze Rechtsmittel gegen diesen Beschluss ein. „Frist- und formgerecht“, bestätigte Verbandsjustitiar Dieter Ostertag am Donnerstagmorgen auf Anfrage in der Verbandsgeschäftsstelle in Kaiserau.

Damit ist der Verbandsbeschluss aktuell nicht rechtskräftig, Azzurri zudem nach wie vor Verbandsmitglied und war deshalb bei der Pokalauslosung am Dienstagabend ebenso als FLVW-Klub zu behandeln wie in der laufenden Saisonvorbereitung. „Azzurri darf aktuell spielen“, bestätigte Ostertag nochmals, was der Schalksmühler Mit-Trainer Sönke Heiermann bereits am Mittwoch verkündet hatte: „Das Testspiel am Sonntag bei Portugues Lüdenscheid kann wie vereinbart um 15 Uhr auf dem Kunstrasen in Brügge-Winkhausen ausgetragen werden.“

Keineswegs so klar wie die derzeitige Spielerlaubnis ist aber die sportliche Zukunft der Kicker aus dem Volmetal, denn nunmehr muss das Verbandspräsidium um Präsident Hermann Korfmacher eine Entscheidung über eine sportrechtliche Klärung treffen. „Normalerweise erfolgt das in der Sommerpause satzungsgemäß im schriftlichen Verfahren, da die Präsidiumsmitglieder schwierig an einen Tisch zu bringen sind“, erläuterte Dieter Ostertag. Dieses sonst übliche Verfahren kann freilich bei Azzurri nicht angewandt werden, „da ein Präsidiumsmitglied nicht zugestimmt hat.“

Der Justitiar durfte nicht verraten, wer sein Veto eingelegt hat. Doch in der vergangenen Woche hatte der ehemalige Lüdenscheider Kreisvorsitzende und aktuelle FLVW-Vize-Präsident für Finanzen, Peter Wolf, bereits bestätigt, dass er dem Präsidium eindringlich nahegelegt hatte, zur Sache noch einmal den Lüdenscheider Kreisvorstand zu hören. Diese Stellungnahme des FLVW-Kreises 2 dürften die Präsidiumsmitglieder in den nächsten Tagen einholen, bevor sie zu ihrer Sitzung zusammenkomment, die einzuberufen aufgrund der Urlaubszeit nicht ganz einfach ist.

„Wir sind natürlich bemüht, das Präsidium noch vor dem Saisonstart zusammenzuholen. Anvisiert ist momentan möglicherweise der 20. August“, so Justitiar Ostertag – mithin nur fünf Tage vor dem Saisonstart. Klappt es mit dem Sitzungstermin nicht, könnte den „Azurblauen“ sonst sogar ein Auftakt in die Spielzeit 13/14 unter Vorbehalt drohen: Denn das „Damoklesschwert“ eines möglichen Verbandsausschlusses schwebt nach wie vor über der Pepe-Truppe. Jörg Hellwig

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