Ein emotionaler Abschluss am Riesei

Am Dienstag wurden die Abgänge der FSV mannschaftsintern verabschiedet.

Werdohl - Mit einem Abschlusstraining und anschließendem Mannschaftsabend, der mitunter emotionale Momente hatte, ließen die Landesliga-Fußballer der FSV Werdohl am Dienstagabend die Serie ausklingen. Emotional war der Abend deswegen, weil aus dem Kreis der verbleibenden Akteure heraus die Spieler mit Präsenten verabschiedet wurden, die ihre Zelte am Riesei abbrechen.

„Es war ein toller, aber auch ein bewegender Abschluss“, sagt Trainer Nils Böttcher, der die FSV zusammen mit Marco Polo im April 2018 übernommen hatte und nun das Zepter weiterreichen wird an den neuen Cheftrainer Fitim Zejnullahu. Während Marco Polo zusammen mit Antreiber Murat Kaya seine Laufbahn als Spieler beim Westfalenliga-Aufsteiger SV Hohenlimburg 1910 fortsetzen wird, ist für den Trainer Böttcher aus zeitlichen Gründen nun erst einmal Schluss.

„Es war eine super Saison, die Aufgabe hat mir riesig Spaß gemacht. In dieser Truppe stecken richtig gute Charaktere. Der Abschied fällt nicht leicht. Es ist auch ein bisschen Wehmut dabei“, gibt der 33-Jährige unumwunden zu. Nach dem personellen Umbruch im Sommer 2018 hatten mehrere Außenstehende der FSV eine schwierige Saison prophezeit, die es aber zu keinem Zeitpunkt wurde.

Mit ihrer akribischen Arbeit – unter anderem wurden zu Saisonbeginn einige Partien zwecks Videoanalyse aufgezeichnet – formten Böttcher und Polo ein Team, das sich an die taktischen Vorgaben hielt und zu einer Einheit zusammenwuchs. Hinzu kam ein glückliches Händchen bei der Kaderzusammenstellung. Verteidiger Daniel Dintinger, der beim Bezirksligisten TuS Plettenberg zuvor mehrfach nur Ersatz gewesen war, schlug am Riesei ebenso ein wie „Apo“ Sarantidis. Der Stürmer kam im vergangenen Jahr aus Griechenland aus Werdohl, erkämpfte sich auf Anhieb einen Platz in der Startelf und wurde mit 20 „Buden“ letztlich zum erfolgreichsten FSV-Torschützen. Nicht zu vergessen der vom BSV Menden gekommene Murat Kaya, der mit seiner Routine im Mittelfeld die Fäden zog und ewiger Antreiber war.

Und es gab mit Eigengewächs Jonas Klippert noch einen „Shootingstar“, wie es Nils Böttcher formuliert. Klippert genoss das Vertrauen der Trainer und zahlte es bei seinen Einsätzen stets zurück. „Man darf nicht vergessen, dass Jonas noch ein A-Jugendlicher war und erst jetzt Seniorenspieler wird“, so Böttcher. Für den 33-Jährigen gibt es weitere positive Entwicklungen einzelner Akteure, doch unterm Strich betont der scheidende Coach immer wieder das Kollektiv, das funktionierte. Einer für alle, alle für einen. Das galt für die FSV in der Saison 2018/19 besonders.

In ernsthafte Abstiegsgefahr gerieten die Lennetaler nie, mit 23 Punkten und Platz sechs hatte sie bereits nach Hinrundenabschluss selbst die letzten Pessimisten verstummen lassen. „Wir hatten uns vor Saisonbeginn einen einstelligen Tabellenplatz zum Ziel gesetzt. Dieses Ziel war schon in der Hinrunde realistisch. Wir haben immer weiter unseren Weg und unser Konzept verfolgt. Unterm Strich war es eine gute Saison“, sagt Böttcher.

Die Rückrunde verlief mit 17 Punkten zwar nicht mehr so erfolgreich wie die erste Saisonhälfte, doch dafür gab es laut Böttcher auch Gründe. Einer dieser Gründe war die Freistellung des Sportlichen Leiters Alexander Schmale. Im Januar hatte der Torhüter mit Blick auf die künftige sportliche Ausrichtung der FSV „unüberbrückbare Differenzen“ mit anderen Entscheidungsträgern angeführt und seinen Abschied zum Saisonende offiziell gemacht, wenige Tage später wurde der Lüdenscheider als Sportchef dann freigestellt. Im gleichen Zeitraum gaben auch Polo und Böttcher ihren Abschied zum Saisonende bekannt. „Diese Umstände, die es zu Beginn der Rückrunde gab, hat die Mannschaft letztlich aber gut verarbeitet“, meint Böttcher.

Zwar gab es nach der Winterpause Rückschläge wie die bittere 0:1-Heimniederlage gegen Schlusslicht SSV Hagen, aber auch Highlight-Spiele wie der 4:2-Sieg im April gegen den damaligen Tabellenführer FSV Gerlingen oder der 4:1-Auswärtssieg beim heimstarken BSV Menden. In der Endabrechnung kamen die Werdohler mit 40 Punkten als Tabellenachter ins Ziel und stellten mit 41 Gegentoren die drittbeste Defensive der Liga. „Obwohl wir die letzten drei Spiele leider verloren und dabei zehn Gegentore kassiert haben“, sagt Böttcher, der sich natürlich einen erfolgreicheren Saisonendspurt gewünscht hätte und trotzdem sagt: „Wir haben eine mehr als überzeugende Serie gespielt.“

Zurück zum Mannschaftsabend am Dienstag: Verabschiedet von den verbleibenden Spielern wurden unter anderem Daniel Dintinger und „Apo“ Sarantidis, deren Zukunft zuletzt noch offen schien. Bei Dintinger sind die Würfel nun aber gefallen. Der Innenverteidiger wechselt zusammen mit Alexander Schmale und Simon Felbick zum Westfalenligisten FC Iserlohn. Das bestätigte am Mittwoch auch Sportchef Carsten Minker. Und auch Sarantidis wird den Verein wohl verlassen.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren: Auf come-on.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare