Erneut kein Direktaufstieg für Lüdenscheids Kreismeister

+
Nach dem TuS Plettenberg durfte auch der TuS Grünenbaum (unser Bild) zuletzt jubeln, schaffte über die Relegationshürde Weißtal den Aufstieg. Auch nach der kommenden Spielzeit ist der Lüdenscheider Kreismeister nicht automatisch Bezirksligist.

Kreisgebiet -  Es war zu befürchten, und jetzt ist es Realität: Zum dritten Mal in Folge wird der Lüdenscheider A-Liga-Meister nach Beendigung der Saison 2015/16 nicht direkt in die Bezirksliga aufsteigen, sondern muss sich in zwei Relegationsspielen gegen einen Zweitplatzierten eines anderen Kreises durchsetzen, um aufsteigen zu können.

Maßgeblich ist die Zahl der Senioren-Mannschaften, die auf Kreisebene die Saison beendet haben. Das waren für den Kreis Lüdenscheid nach der Spielzeit 2014/15 ingesamt 55 Teams, wie der Verbands-Fußball-Ausschuss (VFA) jetzt veröffentlicht hat. Schlechter steht nur Beckum da (47), das wie Lüdenscheid damit nur einen „halben Aufsteiger“ hat. Direkt davor rangieren Soest (60) und Arnsberg (63), die mit diesen Zahlen aber einen Direktaufsteiger garantiert haben, während die Liste der 29 Kreise, die insgesamt 36 Aufsteiger stellen, von Dortmund (194) und Recklinghausen (168) angeführt wird.

Dieses Führungsduo stellt nach dem Ende der neuen Saison jeweils 2,5 Aufsteiger und das stößt dem heimischen Kreisvorsitzenden Klaus Scharf bitter auf. „In meinen Augen wird das Ruhrgebiet vom Verband bevorteilt. Man hätte Dortmund und Recklinghausen auch jeweils zwei Aufsteiger zubilligen können, und dafür Beckum und auch uns je einen. Im Sinne von Fair Play wäre das die gerechtere Lösung, denn es sollte eine Selbstverständlichkeit sein, dass ein Meister auch direkt aufsteigt“, übt der Meinerzhagener Kritik am VFA.

Alles Jammern aber hilft momentan nichts, die einzige Chance, diesem Dilemma zu entkommen, ist, dass die Mannschaftszahlen im Kreis Lüdenscheid erhöht werden. „So groß ist der Rückstand von aktuell fünf Teams auf Soest ja nicht“, strebt Scharf möglichst flott den Sprung in den 60er-Bereich an.

Das aber dürfte gerade für die neue Saison problematisch werden. Klar ist, dass A- und B-Liga eine Sollstärke von je 16 Teams aufweisen werden. Sorgenkind ist dann aber die C-Liga: Je nachdem, ob TuRa Brügge eine Reserve meldet oder nicht, wird die Liga lediglich mit zehn oder elf Vertretungen bestückt sein. Um in den Bereich von 60 Mannschaften vorzustoßen, müsste also mindestens ein 17-erStaffel in der D-Liga (zuletzt 12er-Staffel) zusammen kommen, was eher unwahrscheinlich scheint. Als Neueinsteiger steht zwar der TuS Linscheid/Heedfeld fest, dafür wird es wohl keine Reserve mehr des SV Hellas Lüdenscheid geben. „Ich habe zwar gehört, dass es in Meinerzhagen einen neuen türkische Verein geben soll, zudem der TSD eventuell eine dritte Mannschaft melden möchte, aber spruchreif ist das alles noch nicht“, will sich Scharf überraschen lassen, was in den nächsten Wochen noch passiert. Denn spätestens bis zum 12. Juli müssen die Teammeldungen im DFB-Net eingestellt sein.

Zumindest für den kommenden A-Liga-Meister aber spielt das keine Rolle. Er muss definitiv in die Relegation, wobei es noch nicht feststeht, ob es wie in den vergangenen zwei Spielzeiten gegen den Zweiten der Kreisliga A Siegen/Wittgenstein gehen wird – jeweils mit dem besseren Ende für TuS Plettenberg und Grünenbaum.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare