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Neuanfang fürs Kreissportgericht

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Von: Thomas Machatzke

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Das neue Sportgericht im Fußballkreis Lüdenscheid: Andreas Wolter, Rüyan Oruc, Volker Oßenberg, der neue Vorsitzende Tim Viebahn-Knötig, Ralf Willschütz und Horst Metag (von links nach rechts).
Das neue Sportgericht im Fußballkreis Lüdenscheid: Andreas Wolter, Rüyan Oruc, Volker Oßenberg, der neue Vorsitzende Tim Viebahn-Knötig, Ralf Willschütz und Horst Metag (von links nach rechts). © FKL

Die Zeichen stehen auf Neuanfang: In der vergangenen Woche hat sich das neue Sportgericht im Fußballkreis Lüdenscheid konstituiert. Nach mehr als zwei Jahrzehnten unter dem Vorsitz von Heiko Kölz startet nun ein neues Team in die Zukunft. Neuer Vorsitzender ist der 39-jährige Lüdenscheider Rechtsanwalt und Notar Tim Viebahn-Knötig.

Märkischer Kreis - Am Kreissportgericht hatte es zuletzt viel Kritik gegeben, weil es anliegende Fälle erst sehr spät oder gar nicht verhandelt und entschieden hatte. Im Fall des Einspruchs des Kiersper SC II, der für die Aufstiegsfrage in der Kreisliga B relevant war, hatte das KSG so lange das Urteil nicht an das Bezirkssportgericht weitergegeben, dass der Kreisvorstand am Ende die Kiersper in einer Härtefall-Entscheidung ins Oberhaus nachrücken ließen, um allen Eventualitäten aus dem Weg zu gehen. Fürs Kreissportgericht kein Ruhmesblatt.

Die Zeit des genervten Wartens soll im Kreis ein Ende haben

Die Zeit des genervten Wartens soll im Kreis nun indes ein Ende haben, denn das neue Gericht startet mit neuem Schwung. Im sechsköpfigen Gremium sind drei komplett neue Gesichter. Dazu zählt auch der Vorsitzende. Tim Viebahn-Knötig gehört dem LTV von 1861 an. Das weckt immerhin schöne Erinnerungen an jene Zeit in den 90er-Jahren, in der Henning Weißgerber als damaliger Vorsitzender die Sitzungen der Kreisspruchkammer mit dem Satz einzuleiten pflegte: „Den Vorsitz hat meine Wenigkeit, Henning Weißgerber, vom B-Kreisligisten LTV 61.“ Der LTV 61 ist nach vielen Jahren im Kreisoberhaus gerade wieder in die B-Liga abgestiegen – und stellt nun wie damals wieder den Vorsitzenden.

Neu im Gremium sind außerdem der als Schiedsrichter im Kreis seit vielen Jahren bekannte und geschätzte Diplom-Jurist und Rechtsanwalt Horst Metag (TuS Stöcken-Dahlerbrück), der im Kreis auch eine Zeit lang gemeinsam mit Jürgen Henke als Lehrwart der Schiedsrichter fungierte und Erfahrung aus der Arbeit in der Bezirksjugendspruchkammer mitbringt, und Volker Oßenberg, Chef der Fußballer des TuS Versetal.

Ralf Willschütz, der bisher als Vorsitzender des Kreisjugendsportgerichts fungierte, von dieser Aufgabe aber zurückgetreten war, macht nun im KSG doch weiter – und ist der neue stellvertretende Vorsitzende. Diese Position hatte bisher Clemens Wurm (TuS Neuenrade) inne, der aber wie Kölz dem KSG nicht mehr angehört. Willschütz (VfB Altena) wird sich weiterhin federführend um alle Sportgerichtsfälle der Jugend als zuständiger Einzelrichter kümmern.

Rüyan Oruc (FSV Werdohl) und Andreas Wolter (TuS Grünenbaum) waren auch bisher schon als Beisitzer im KSG tätig und bleiben dem Gericht erhalten. Dieses Gericht stellt sich für die Zukunft auch etwas anders auf als bisher. War es in der Vergangenheit so, dass Heiko Kölz (RWL) als Vorsitzender alle Fälle von der Kreisliga A bis zur Kreisliga C, in denen RWL nicht beteiligt war, als Einzelrichter entschied, so teilt sich das neue Gericht diese Aufgaben nun auf. Nach dem neuen Geschäftsverteilungsplan ist Tim Viebahn-Knötig als Einzelrichter für alle Fälle der Kreisliga A zuständig. Andreas Wolter wird der KSG-Spezialist für die Kreisliga B sein. Volker Oßenberg wird sich aller Fälle der Kreisliga C annehmen. Horst Metag und Rüyan Oruc springen ein, wenn ihre Hilfe benötigt wird – oder natürlich als Beisitzer, wenn Fälle doch öffentlich verhandelt werden sollten. Die Jugend verbleibt bei Ralf Willschütz.

Meinetwegen kann das neue Team den Job jetzt erst einmal 20 Jahre lang machen.

Kreisvorsitzender Georg Heimes

Der Kreisvorsitzende Georg Heimes freut sich, dass ein neues Kreissportgericht gefunden ist und hofft, dass die Sportgerichtsbarkeit nun wieder reibungsloser läuft als zuletzt. Altlasten hat das neue KSG nicht mehr abzuarbeiten. Der Kreis hat alle noch nicht entschiedenen Fälle zu den Akten gelegt, einen Schlussstrich gezogen, um es den Neuen leichter zu machen. Der eine oder andere Kicker, der noch auf sein Urteil gewartet hat, hat damit Glück gehabt.

Das KSG wird nun bis Ende September auch technisch vom FLVW für die vor ihm liegenden Aufgaben umfassend geschult. Wenn bis dahin Fälle auflaufen sollten, werden diese aber trotzdem bereits angeschaut und entschieden. Viebahn-Knötig und seine Mitstreiter sind voller Tatendrang. Diese Baustelle scheint für den Fußballkreis geschlossen. „Meinetwegen“, sagt Georg Heimes und lacht, „kann das neue Team den Job jetzt erst einmal 20 Jahre lang machen.“

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