Fußball

Nach Rauswurf: 18-jähriger Schiedsrichter klagt sich wieder ein

+
Nicht zufrieden: Christian Liedtke.

Lüdenscheid – Der Fußballkreis Lüdenscheid hat seit wenigen Tagen wieder einen Schiedsrichter mehr, aber so richtig glücklich sind die Verantwortlichen des Schiedsrichter-Ausschusses im Fußballkreis damit nicht, denn eigentlich hatte der Ausschuss den inzwischen 18-jährigen Referee des RSV Meinerzhagen von der Schiedsrichterliste gestrichen.

Vor dem Verbandsgericht hatte der Beschluss aber keinen Bestand – nach einem Vergleich darf der junge Referee wieder pfeifen. Seit mehr als einem Jahr hat der Youngster nicht mehr gepfiffen, nachdem der neue Schiedsrichter-Ausschuss im Kreis mit Christian Liedtke an der Spitze durchgegriffen hatte. 

In drei Fällen war der Unparteiische negativ aufgefallen, weil er bei den Angaben zu den Fahrtkosten die Kilometer zu hoch angesetzt hatte. Zweimal hatte man ihn darauf hingewiesen. Beim dritten Fall war auch noch eine Quittung aufgetaucht, die nicht identisch war mit der Quittung, die der Gastgeberverein TuS Herscheid dem Kreis verspätet vorgelegt hatte. 

Die Streichung von der Liste akzeptierte der Referee indes nicht. Er suchte sich anwaltliche Hilfe und ging gegen den Beschluss vor. Mit seiner Beschwerde scheiterte er im Dezember vor dem Schiedsrichter-Ausschuss des Verbandes in Kaiserau. Also ging es vor die erste sportgerichtliche Instanz, das Verbandsgericht. Und hier gab es nun einen Vergleich: Das Verbandsgericht bot als Kompromiss an, dass der Referee die Verfahrenskosten trägt, dass der Kreis ihn dafür aber wieder als Schiedsrichter zulassen muss. 

Nur zähneknirschend stimmten die Vertreter des Kreises, Christian Liedtke und sein Stellvertreter Martin Stanczyk, vor dem Verbandsgericht dem Vergleich zu. „Man weiß ja – auf hoher See und vor Gericht ist man in Gottes Hand...“, stellte Christian Liedtke, der sich ein anderes Urteil gewünscht hätte, fest, „wir hoffen nun, dass der junge Schiedsrichter daraus gelernt hat und es in Zukunft besser macht.“ 

Der Lüdenscheider Rechtsanwalt Tim Viebahn-Knötig, der den Schiedsrichter vorm Verbandsgericht vertrat, bewertet den Vergleich positiv. „Aus dem Bescheid über die Streichung aus der Schiedsrichterliste gehen keine Gründe hervor, weshalb keine milderen Mittel zur Be-strafung in Frage gekommen sind“, sagt Viebahn-Knötig, „zum Beispiel eine befristete Sperre. Hier wurde eine Ultima Ratio angewandt, die gar nicht nötig gewesen wäre.“ Die Sportrichter in Kaiserau folgten der Argumentation des Lüdenscheider Anwalts. Und so hat der Kreis wieder einen Referee mehr.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren: Auf come-on.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare