Fußball

Planungen kochen auf kleiner Flamme

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Übt Kritik: Langenholthausens Trainer Uli Mayer.

Kreisgebiet – Auch wenn der Ball derzeit aus bekannten Gründen bis auf Weiteres ruht und noch niemand weiß, ob und gegebenenfalls wann die aktuelle Saison fortgeführt wird, sind die Vereine im MK natürlich mit ihren Personalplanungen für die neue Spielzeit beschäftigt.

Das gilt auch für die sieben heimischen Klubs, die überkreislich aktiv sind: den Oberligisten RSV Meinerzhagen, die Landesligisten TuS Langenholthausen und FSV Werdohl, sowie die vier Bezirksligisten TuS Neuenrade, Kiersper SC, TuS Plettenberg und RW Lüdenscheid. Gleich für ein Sextett kommt erschwerend hinzu, dass die künftige Klassenzugehörigkeit ungewiss ist, denn lediglich der TuS Langenholthausen hat weder mit Auf- noch Abstieg etwas zu tun. Von daher ist der Wunsch naturgemäß groß, dass der Verband möglichst rasch zu einer Entscheidung bezüglich der aktuellen Spielzeit kommt. – Nachstehend ein erster Überblick über den aktuellen Stand der personellen Planungen, beginnend beim Oberligisten und den beiden Landesligisten:

RSV Meinerzhagen

Zweigleisig planen zu müssen, daran ist man beim RSV gewöhnt. Denn seit Beginn der Ära Nuri Sahin im Sommer 2015 mischt der Klub aus dem oberen Volmetal stets im Aufstiegskampf mit – zuletzt drei Mal in Serie erfolgreich. Nebeneffekt: Jahr für Jahr stand nicht vor Mitte Mai fest, in welcher Spielklasse es ab Juli auf Torejagd gehen würde. Insofern kommt der RSV anno 2019/20 zwar nur bedingt aufs Ungewohnte, wenn es aufgrund der Corona-Zwangspause noch später zu werden droht. Unproblematisch ist die aktuelle Situation aber beileibe nicht.

Als Oberliga-Zweiter rangieren die Meinerzhagener derzeit auf einem der beiden Tabellenplätze, die am Saisonende den Aufstieg in die Regionalliga nach sich ziehen. Doch wann dieses Saisonende sein wird, steht in den Sternen. Vor dem Hintergrund, dass noch zwölf komplette Spieltage sowie 16 Nachholpartien ausstehen, kommt Westfalens Fußball-Oberhaus um eine Verlängerung der Punkterunde über den 24. Mai hinaus jedenfalls nicht herum. Die Planungen der Vereine und speziell des RSV, der sowohl eine künftige Oberliga- als auch eine Regionalliga-Zugehörigkeit einkalkulieren muss, macht das dann verkürzte Zeitfenster zwischen dem Abpfiff der laufenden und dem Anpfiff der kommenden Saison nicht leichter. Gerade für potenzielle Neuzugänge dürfte die Frage, ob 5. oder 4. Liga, eine wesentliche Rolle spielen.

„Ganz klar: Es wäre sehr wichtig, dass wir bald Gewissheit haben“, sagt Trainer Mutlu Demir, der angesichts des noch zu absolvierenden Pensums eher pessimistisch ist, dass die Spielzeit regulär zu Ende geführt werden kann. Demir selbst favorisiert im Falle eines vorzeitigen Saisonendes eine Lösung wie im Basketball, sprich: nur Auf- und keine Absteiger. „Eine komplette Annullierung der Saison“, ergänzt er, „wäre dagegen nicht nur für uns der Super-GAU.“

Die doppelte Ungewissheit hat zur Folge, dass an der Oststraße die Personalplanungen lediglich auf ganz kleiner Flamme kochen. So hält sich Teammanager Yalcin Akbal auch mit Wasserstandsmeldungen zurück, lässt in Zeiten des fußballerischen Home Office aber zumindest durchblicken: „Gehen will niemand.“ Und so deutet nicht nur deshalb einiges darauf hin, dass beim RSV 2020/21 zuvorderst personelle Kontinuität Trumpf sein wird – relativ unabhängig von der Klassenzugehörigkeit und dem Zeitpunkt der definitiven Planungssicherheit.

TuS Langenholthausen

Dem Landesligisten TuS Langenholthausen bleibt das Gros des aktuellen Kaders in der Saison 20/21 erhalten. Verlassen werden den starken Neuling zum Saisonende – Stand jetzt – lediglich Torhüter Sebastian Beutler (Geisecker SV), Torben Ochs (SF Hüingsen) und Adis Burnic (SuS Langscheid/Enkhausen). Letztgenannter hatte in der bisherigen Saison einige Kurzeinsätze im Landesliga-Team von Trainer Uli Mayer, kam aber überwiegend in der TuS-Reserve (Tabellenführer in der Arnsberger Kreisliga B) zum Einsatz. Den drei Abgängen gegenüber steht bis dato der Zugang von Torhüter Martin Klima, der seine Zelte beim Ligarivalen FSV Werdohl im Sommer abbrechen und sich den Düsterloh-Kickern anschließen wird. Klima wird zusammen mit Markus Grete, der ebenfalls einst bei der FSV zwischen den Pfosten gestanden hatte, das Torhüter-Duo bilden. Weitere Neuzugänge sollen folgen. „Wir haben ein paar Eisen im Feuer“, sagt Trainer Uli Mayer, „es ist aber ein umkämpfter Markt. Es gibt Vereine, die machen verrückte Sachen, um Spieler abzuwerben.“

Überhaupt kein Verständnis zeigt der Langenholthausener Übungsleiter aber auch für die Summen, die vereinzelte Amateurkicker in der Region von sich aus scheinbar inzwischen aufrufen – und das auch schon vor der Corona-Krise. „Das gilt keineswegs für alle Spieler, das möchte ich unbedingt betonen. Aber es gibt eine Randgruppe, der es nicht darum geht, möglichst hochklassig Fußball zu spielen. Denen geht es nur darum, möglichst viel Geld zu verdienen“, findet Mayer deutliche Worte.

FSV Werdohl

Beim Langenholthausener Ligarivalen FSV Werdohl ist derweil noch völlig offen, welches Gesicht die Mannschaft in der kommenden Saison haben wird. Weil am Riesei der Etat für die erste Mannschaft für die neue Serie noch nicht feststeht, liegt die Kaderplanung auf Eis. „Es gibt daher leider auch keinen neuen Stand“, sagt Carsten Minker, der zu einem Trio gehört, das für den sportlichen Bereich kommissarisch verantwortlich ist. Bei der FSV werde hinter den Kulissen mit Hochdruck daran gearbeitet, um schnellstmöglich Planungssicherheit zu erlangen. Liebend gerne würden die Werdohler Verantwortlichen mit Trainer Fitim Zejnullahu und auch mit dem Gros der Mannschaft verlängern, versicherte Minker. Bislang aber stehen bei der FSV nur Abgänge fest. Martin Klima (TuS Langenholthausen), Jannik Benger (VfB Altena), Faruk Cakmak (Eyüpspor Werdohl) und Jonas Klippert (SuS Langscheid/Enkhausen) werden den Verein im Sommer verlassen. „Wir als Mannschaft haben, was das Sportliche anbelangt, in dieser Saison bislang alles getan und unsere Aufgabe gelöst. Alles andere können wir nicht beeinflussen“, sagt Fitim Zejnullahu.

Wegen der Coronavirus-Krise hat der FSV-Coach seinen Schützlingen Trainingspläne geschmiedet und kommuniziert mit seinem Team aufgrund des Kontaktverbots vornehmlich per Whatsapp: „Ich schicke den Jungs, die sich individuell fit halten müssen, jeden Sonntag einen Trainingsplan für eine Woche. Und die Jungs schicken mir ihre Trainingsdaten persönlich zu.“

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