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Déjà-vu für RWL: Schon wieder späte Wirkungstreffer

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Von: Thomas Machatzke

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Gut abgeschirmt: In dieser Szene lässt Julian Kroll (rechts) gegen Alexander Völkel nichts anbrennen.
Gut abgeschirmt: In dieser Szene lässt Julian Kroll (rechts) gegen Alexander Völkel nichts anbrennen. © Machatzke, Thomas

Es war eine Art Déjà-vu für Fußball-Landesligist Rot-Weiß Lüdenscheid: Eine Woche nach der 4:5-Niederlage in Brilon, bei der die Rot-Weißen nach einer 3:0-Führung am Ende mit leeren Händen dagestanden hatten, unterlagen sie am Sonntagnachmittag am Nattenberg dem Aufsteiger SV Germania Salchendorf auf dem Nattenberg-Kunstrasen nach einer 2:0-Führung noch 2:3.

Lüdenscheid - Der Sieg der Gäste aus dem Siegerland war am Ende nicht einmal unverdient – gerade im zweiten Durchgang waren sie die bessere Mannschaft, eine Mannschaft im permanenten Vorwärtsgang. Der klemmte beim Gastgeber nach dem Wechsel. Dabei hatte die Partie perfekt angefangen: 56 Sekunden waren gespielt, als Eray Inan einen Patzer der Germania-Hintermannschaft zum 1:0 genutzt hatte. In der Folge hatte sich Elias Antonino Caccamo mehrfach bei Schüssen aus der Halbdistanz und in 1:1-Situationen ausgezeichnet. Das machte einen guten Eindruck und ließ die RWL-Verantwortlichen auch ein wenig durchatmen – nach dem Kreuzbandriss von Kosta Paraskevopoulos hatte auch Jonas Brackmann (Sehnenriss im Finger) abwinken müssen. Und so stand im RWL-Landesliga-Tor nun ein 17-jähriger Halveraner, der in der vergangenen Spielzeit noch für den RSV Meinerzhagen in der Kreisliga gespielt, allerdings auch schon B-Jugend-Landesliga-Erfahrung in Ennepetal gesammelt hat.

Wenn du erst 3:0 führst und dann 2:0 und beide Spiele noch verlierst, macht das etwas mit einer Mannschaft. Wir haben gute Zeiten gehabt, jetzt haben wir schwere Zeiten – die müssen wir irgendwie stemmen!

RWL-Trainer Bayram Celik

Kurzum: Caccamo machte seine Sache gut, und Eray Inan schloss den schönsten Spielzug der ersten 45 Minuten über die linke Angriffsseite und Alexander Horst zum 2:0 ab (35.), Inan Yetkiner verpasste gar das 3:0 (39.). Das sah gut aus, auch wenn die Salchendorfer schon bis dahin klar gemacht hatten, dass mit ihnen immer zu rechnen war. Dass sie nach einer Ecke durch einen Kopfball von Jan-Philipp Gelber (42.) noch zum 2:1-Anschlusstor kamen – es war aus Sicht der Gastgeber ärgerlich, unverdient aber war auch das nicht.

So sah der Betrachter am Rande einen zu Beginn der zweiten Hälfte maximal angespannten Bayram Celik: Ahnte der Trainer, was kommen würde? Erst jedenfalls kam die sehr gute RWL-Chance zum 3:1, die Inan Yetkiner indes ausließ (50.). Dann nahmen die Dinge ihren Lauf. Nach vorne ging nicht mehr viel, und hinten brannte es häufiger als es den Rot-Weißen lieb war.

Als Gutberlet nach 63 Minuten in der Vorwärtsbewegung den Ball verlor, wusste Bonevski den schnellen Rigau Badenas im Strafraum nur noch mit einem Foul zu stoppen – den Strafstoß verwandelte Völkel zum 2:2. Danach drückte die Germania, doch die RWL-Abwehr hielt dem lange stand. In der 82. Minute nach einer Ecke mit Glück, als Völkel den im Abseits stehenden Rigau bediente – das Tor zählte nicht. Vier Minuten später aber nickte Völkel, der 40-Tore-Mann aus der vergangenen Bezirksliga-Saison, eine lange Flanke aus kurzer Distanz zum 2:3 über die Linie – gut sah die RWL-Abwehr, insbesondere Viggiani, dabei nicht aus.

Eine Schlussoffensive bleibt aus

Eine Schlussoffensive, um wenigstens einen Punkt zu retten, blieb aus – vielleicht auch eine Frage der Kraft, denn im personell ausgedünnten Kader suchte Celik vergeblich nach Alternativen, die hätten Akzente setzen können. Die triste Bilanz: Auch das zweite Kellerkind in Folge war so nicht auf Distanz zu halten. Der schöne Puffer, den sich die Rot-Weißen erspielt hatten, er ist bald aufgebraucht.

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