Kein Fußball auf Kreisebene

Absage: "Begründung ist ein Witz"

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Grün soweit das Auge reicht: Die Bedingungen auf den heimischen Kunstrasenplätzen waren wie hier beim KSC-Führungstreffer von Philipp Stumpf gegen Jonas Brackmann auch schon am Vormittag abgesehen vom kalten Ostwind erstklassig.

Kreisgebiet - Selten hat die Absetzung eines Spieltags für so eine derartige Aufregung gesorgt wie am vergangenen Wochenende. Bereits am Freitagvormittag hatte der Kreisvorstand entschieden, alle Fußballspiele der Junioren sowie die der Senioren auf Kreisebene für Samstag und Sonntag abzusagen. Bei den Trainern und Vereinsfunktionären stieß die Absage weitestgehend auf Verärgerung und Unverständnis.

Offizielle Nachholspieltage sind bis zum Saisonende noch sechs vorgesehen: Einmal in dieser Woche, was natürlich keine Alternative ist, zumal für das Wochenende zumindest in Höhenlage eine Winterrückkehr mit Schneefall angekündigt ist. Dann sind der Gründonnerstag (24. März) und Ostermontag (28. März) vorgesehen. Weitere Möglichkeiten bestehen vom 13.-15. April wochentags, am 5. Mai (Fronleichnam – wahlweise dienstags oder mittwochs) sowie am 26. Mai an Himmelfahrt (wahlweise dienstags und mittwochs). – Einige Reaktionen auf die Absage vom Wochenende:

Timo Maehne (Hellas Lüdenscheid): „Am Freitag hatte es noch geschneit. Ich dachte auch erst, dass der Schnee liegen bleibt. Am Nachmittag wäre der Platz schon wieder in Ordnung gewesen. Ich denke, die Absage kam zu früh. Ich hatte gehofft, dass die Schiedsrichter am Sonntag entscheiden dürfen, ob gespielt wird. Unser Platz wäre bespielbar gewesen.“

Jörg Schreyer (SC Lüdenscheid): „Wir waren von der Absage sehr überrascht und hätten gedacht, dass man den ersten Spieltag durchzieht. Wir sind von dem Ausfall nicht begeistert, am Sonntag hätte man auf unserem Platz spielen können.“

Theo Platanos (Post SV Lüdenscheid): „Letztendlich hätten wir spielen können. Aber die Herren, die die Entscheidung getroffen haben, werden ihre Gründe gehabt haben. Es ist schade, dass wir dadurch unter der Woche spielen müssen. Aber was sollen wir machen? Wir nehmen die Situation an, weiter geht´s.“

Dominik Zborowski (Polonia Lüdenscheid): „Ich habe Freitag noch nachgefragt, warum der Spieltag abgesetzt wurde. Die Begründung, dass man ja genug Ausweichspieltage hat, ist ein Witz. Viele Spieler planen ihre Schichtdienste und Urlaube, das ist jetzt hinfällig. Uns hat die Absage ausnahmsweise gepasst, weil bei uns viele Polizisten spielen, die Sonntag im Einsatz waren. Aber Verständnis habe ich dafür nicht, man hätte spielen können.“

Janni Giontas (TuS Stöcken/Dahlerbrück): „So eine Vorgehensweise kennt man doch seit Jahren. Irgendwelche Lüdenscheider Vereine werden Personalprobleme gehabt haben, also sagt man unter einem Vorwand den ganzen Spieltag ab. Ich finde das unglaublich. Jetzt müssen wir wahrscheinlich Ostern spielen und schauen, wie wir da die Leute zusammenbekommen.“

Mark Schneider (TSV Oestertal): „Wenn das in Einzelfällen so ist und die Schiedsrichter eine Gefahr darin sehen, muss abgesagt werden – keine Frage. Aber dieses Szenario gleichermaßen auf alle Plätze des Kreises zu beziehen, liegt total neben der Realität. Stattdessen wird vier Tage vor Heiligabend bei strömendem Regen und orkanartigem Wind der Spieltag durchgeprügelt.“

José Mena-Foggia (SC Plettenberg): „Die Absage finde ich doch sehr befremdlich und wenn man nach draußen geht, auch weit weg von jeder Realität. Wir hätten uns gefreut, wenn am Sonntag beim SC Lüdenscheid gespielt worden wäre“.

Christopher Birkelbach (TuS Herscheid): „Ich sehe das ganze etwas zwiespältig, weil bei uns am Donnerstag ein Spiel noch nicht möglich war. Der Sonnenschein am Wochenende hätte das Derby gegen den TuS Plettenberg II aber wohl stattfinden lassen. Von daher finde ich eine generelle Absage schon am Freitag nicht glücklich. Anders herum kommt mir die Absage schon recht, weil wir personell auf dem Zahnfleisch kriechen.“

Christos Goulas (TuS Plettenberg II): „Aufgrund unserer Personalmisere kommt mir der Ausfall nicht ungelegen. Wenn ich aber sehe, dass bei den Temperaturen spätestens mittags die Plätze frei sind, kann ich kaum Verständnis für die Absage aufbringen.“

Martin Skorupski (TuS Ennepe): „Es ist schade, dass wir nicht spielen konnten, die Mannschaft war fokussiert auf Sonntag. Am Ende muss man solche Entscheidungen nehmen, wie sie kommen, auch wenn man sich beim Blick aus dem Fenster schon gewundert hat. Wir haben stattdessen dann ein Freundschaftsspiel gegen unsere eigene A-Jugend absolviert, das ging völlig problemlos.“

Walter Neumeier (TuRa Eggenscheid): „So etwas hätte es zu meiner aktiven Zeit nicht gegeben. Wir haben damals auf ganz anderen Plätzen und bei weitaus schlechteren Witterungsbedingungen gespielt. Ich hätte am Sonntag einfach die Schiris vor Ort entscheiden lassen anstatt schon am Freitagvormittag eine Generalabsage vorzunehmen.“

Rüyan Oruc (Eyüpspor Werdohl): „Ich fand die vorzeitige Absage am Freitag unüberlegt. Ob gespielt werden kann oder nicht, hätte man am Spieltag vor Ort klären müssen. Für Amateure ist und bleibt der Sonntag der ideale Spieltag. Jetzt aber wird wahrscheinlich unter der Woche nachgeholt, wenn einige Spieler beispielsweise wegen Schichtdienst arbeiten müssen. Das ist ein Unding und verzerrt auch ein Stück weit den Wettbewerb.“

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