Fußball

Dimi Pappas: „Familie und Fans sind mir sehr wichtig“

+
Zweimal war Dimi Pappas als Trainer der U19 von RW Oberhausen beim Sauerland-Cup zu Gast.

Plettenberg – Anfang Mai wurde Dimitrios Pappas mit einer neuen Aufgabe betraut: Der 40-jährige A-Lizenzinhaber, bis dato erfolgreicher Trainer der U19-Bundesliga-Mannschaft von Rot-Weiß Oberhausen, bekam den Cheftrainerposten beim Regionalligateam der „Kleeblätter“. Für den gebürtigen Griechen, der in Plettenberg aufwuchs und dort seine Fußballerlaufbahn begann, die ihn nach SCP und TuS über RW Lüdenscheid, die SF Oestrich-Iserlohn und den SSV Hagen zu RW Essen geführt hatte, ist es der nächste Schritt auf der Karriereleiter.

Sechs Jahre lang hatte sich der Innenverteidiger, unter anderem als Stammkraft zu RWO-Zweitligazeiten (2008-2011), den Status des Publikumslieblings erarbeitet und war nach Stationen in Velbert und Erkenschwick 2016 als Spieler der 2. RWO-Mannschaft ins Niederrhein-Stadion zurückgekehrt. 2017 übernahm er die A-Junioren und etablierte sie gegen den Nachwuchs der Erst- und Zweitligisten im U19-Oberhaus, zuletzt auf Rang acht. Als Nachfolger von Mike Terranova, der auf die Position des Sportlicher Leiters des Nachwuchsleistungszentrums gewechselt ist, ist Pappas nun für die RWO-Profis verantwortlich. Michael Jeide sprach mit ihm.

Nachdem Sie die U19 von RWO in der Bundesliga trainiert haben, haben sie jetzt den Trainerjob beim Regionalligateam übernommen. War es für Sie eine Überraschung, dieses Angebot bekommen zu haben?

Überraschend war es nicht, aber ich hätte mir auch vorstellen können, weiter im Jugendbereich zu bleiben. Dort könnte ich allerdings nicht mit einer U15 arbeiten. Ich bin schon eher der Typ, der auf die Zeit bei den Herren vorbereitet.

In der vierthöchsten Liga bei den Senioren steht man als Trainer sicherlich weitaus mehr im Blickpunkt als dies im Nachwuchsbereich der Fall ist. Haben Sie das in den ersten Wochen als RWO-Coach auch bereits so wahrgenommen?

Die 1. Mannschaft ist natürlich immer das Aushängeschild. Da ist man auch als Trainer schon präsenter, hat auch mehr mit Sponsoren zu tun. Und von der täglichen Arbeit her ist die Qualität natürlich eine andere.

Wie lässt sich bislang die Vorbereitung an, was trauen Sie ihrer Mannschaft in der kommenden, wahrscheinlich sehr langen Saison zu?

Die Jungs ziehen gut mit, sind hungrig und wollen immer mehr. Es macht Spaß zu sehen, wie sie alles umsetzen wollen. Im Angriff bin ich auch offen für Ratschläge, was die Defensive angeht, lasse ich aber nicht mit mir reden. Da muss jeder wissen, was zu tun ist. Aus meiner U19 haben wir drei Spieler hochgezogen, drei andere, die noch A-Jugendliche sind, trainieren regelmäßig mit. Unser Ziel ist ein Platz im oberen Drittel. Aber natürlich wollen wir jedes Spiel gewinnen.

Ihr Reviernachbar mit den gleichen Vereinsfarben, für den Sie ja auch einmal gespielt haben, versucht seit Jahren vergeblich, in die 3. Liga aufzusteigen. Besteht die Chance, dass RWO am Ende vor dem Rivalen RWE in der Tabelle zu finden sein wird?

Essen hat natürlich einen anderen Etat zur Verfügung und ist schon Favorit. In der vergangenen Saison hat beide Mannschaften aber nur ein Platz getrennt.

Als RWO-A-Jugendcoach waren sie in den letzten Jahren mehrfach beim Sauerland-Cup des TuS Plettenberg zu Gast. Wird die Oberhausener U19 auch 2021 in Böddinghausen zu sehen sein?

Bei der U19 gibt es in der nächsten Saison einige Pausen – da könnte man das Turnier locker mitnehmen. Vor zwei Jahren hatte ich die Teilnahme am Sauerland-Cup aus alter Verbundenheit zum TuS Plettenberg zugesagt. Im Jahr danach war es für mein Trainerteam schon klar: Da fahren wir wieder hin. Sie scheinen sich in Plettenberg sehr wohl gefühlt zu haben und haben geschätzt, was alles für das Turnier getan wird. Ich kann es nur empfehlen.

Sie haben sowohl für den SC als auch für den TuS Plettenberg als Jugendlicher gespielt. Freut es Sie, dass beide Vereine jetzt als JSG Plettenberg gemeinsame Sache im Nachwuchsbereich machen und hätte dieser Schritt nicht viel früher kommen müssen?

Klar hätte eine JSG schon viel früher kommen müssen. In Plettenberg gibt es viele Sponsoren, die den Nachwuchs bestimmt fördern würden – man muss ja nicht immer in die ersten Mannschaften investieren. Wenn man die Kooperation mit guten Jugendtrainern vernünftig angeht, ist es möglich, aus der Kreisliga wieder nach oben zu kommen. Man darf sich nur nicht am Ende streiten, wenn die Jugendlichen zu den Herren wechseln. Da sehe ich ein mögliches Problem, weil der höherklassige Verein immer attraktiver ist.

Nennen Sie bitte einige Personen, denen Sie in ihrer Karriere als Fußballer besonders viel zu verdanken haben.

In erster Linie waren es meine Eltern, die viel dafür getan haben, dass ich meinen Traum verwirklichen konnte. Sie haben mir die Zeit für das Training ermöglicht, mir immer frei gegeben, denn ich war ja selbstständig. Dann gehört natürlich der in diesem Jahr leider verstorbene Michael Arndt als mein Jugendtrainer dazu – mit ihm hat es richtig angefangen. Auch Heinrich Symanzick als mein erster Trainer bei den Herren des TuS Plettenberg hatte richtig Bock auf mich. Das war immer ein Geben und Nehmen. Den Schritt in den bezahlten Fußball habe ich schließlich Horst Quade zu verdanken. Als der SSV Hagen in Insolvenz ging und alle Spieler den Verein verlassen konnten, hat er mir am letzten Tag der Transferperiode die Tür bei RW Essen geöffnet. Und bei RW Oberhausen ist mein erster dortiger Trainer Hans-Günter Bruns zu erwähnen. Aber es fällt mir schwer, nur wenige Namen zu nennen. Ich bin ein Familienmensch, deshalb sind mir die Familie und auch die Fans sehr wichtig.

Dimi Pappas, vielen Dank für das Gespräch.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren: Auf come-on.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare