Ein Vorsitzender mit jeder Menge Herzblut

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Seit fast einem Vierteljahrhundert an der Spitze der SpVgg Nachrodt: Peter Krummenerl.

Nachrodt - Es sind ganz besondere Tage, die vor der Fußballer-Familie der SpVgg Nachrodt liegen. Vom 25. bis zum 30. Juni wird mit einer großen Sportwoche am Holensiepen das 100-jährige Bestehen des Traditionsvereins gefeiert. Dass Peter Krummenerl Mitglied des mehrköpfigen Festausschusses der Sportvereinigung ist, das versteht sich fast von allein.

Seit 1987 leistet der inzwischen 73-Jährige Vorstandsarbeit bei den Grün-Schwarzen, im Januar 1995 wurde er erstmals zum Vorsitzenden gewählt. Und Vorsitzender ist Peter Krummenerl noch immer. Seit fast einem Vierteljahrhundert an der Spitze der nun 100-jährigen SpVgg Nachrodt 1919 e.V. – auch das ist ganz besonders in der heutigen, oft so schnelllebigen Zeit. Im Jahr 1964 trat Peter Krummenerl in die SpVgg Nachrodt ein, schnürte für die Grün-Schwarzen selbst die Fußballschuhe. Im Mittelfeld fand er seine Rolle. „Ein richtig guter Fußballer war ich aber nicht“, sagt Peter Krummenerl so offen und ehrlich, wie man ihn seit Jahrzehnten kennt und schätzt im altehrwürdigen Schmuckkästchen Wilhelm-Mestekämper-Stadion.

Vornehmlich kickte Krummenerl für die 2. Mannschaft, schätzte vom ersten Tag an die Gemeinschaft, den Zusammenhalt bei „seiner“ Sportvereinigung. 1972 ließ Krummenerl seine aktive Laufbahn ausklingen, kickte danach aber freilich noch „hin und wieder“ für die Altherren. Im April 1987 wurde der Nachrodter zum Kassierer und damit in den Vorstand gewählt, im Winter 1995 übernahm er den Vorsitz. Seitdem heißt es bei den Jahreshauptversammlungen der SpVgg stets „Wiederwahl“. So auch im vergangenen März, als Krummenerl turnusgemäß für zwei Jahre gewählt wurde.

Wenn an den Wochenenden im Wilhelm-Mestekämper-Stadion um Punkte gespielt wird, dann ist Peter Krummenerl natürlich dabei. Wenn organisiert, geplant oder angepackt werden muss, auf Peter Krummenerl ist immer Verlass. Er ist fraglos ein Vorsitzender, der mit Rat und Tat dabei ist. Ein Vorsitzender mit jeder Menge Herzblut und der SpVgg-DNA. Und er ist ein Vorsitzender, der für seine ebenso ausgeglichene wie herzliche Art und Besonnenheit sehr wertgeschätzt wird. „Vorsitzender zu sein, das bedeutet Verantwortung zu haben“, sagt Peter Krummenerl. Für ihn ist es wichtig und selbstverständlich, dass ein Verein „wirtschaftlich auf gesunden Beinen“ stehen muss. Und wirtschaftlich gesund, das ist die nun 100-jährige Sportvereinigung allemal.

Für die Belange und Interessen der Grün-Schwarzen setzt sich Peter Krummenerl ein, gibt dabei nicht klein bei. So wie in den 90er Jahren, als die SpVgg mit ihren Seniorenmannschaften aus dem Kreis Lüdenscheid in den Kreis Iserlohn wechseln wollte. „Dafür haben wir einige Jahre gekämpft“, sagt Krummenerl heute. Es war ein Kampf, der letztlich doch gewonnen wurde. Seit der Saison 98/99 kicken die Senioren-Mannschaften der Sportvereinigung im Fußballkreis Iserlohn. In dem Kreis also, in dem der Nachrodter Nachwuchs zu diesem Zeitpunkt längst spielte. Apropos Nachwuchs: Die Jugendarbeit liegt Peter Krummenerl ebenfalls sehr am Herzen, in den vergangenen Jahren begleitete er als Trainer den Jahrgang 2005 – durchgängig von den Minis bis zur C-Jugend.

Unvergessen bleibt für den 73-Jährigen, der bei den Hallenturnieren der Senioren im Winter in der Regel die Turnierleitung übernimmt, die Saison 2014/15, als der 1. Mannschaft nach 14 Jahren in der B-Liga der lang ersehnte Aufstieg in die Kreisliga A gelang. „Es hat lange gedauert“, sagt der Vorsitzende, der liebend gerne auf die ausgelassenen Aufstiegsfeierlichkeiten zurückblickt. Und Krummenerl sagt auch, dass ein Bezirksliga-Aufstieg der 1. Mannschaft in der noch laufenden Saison das 100-jährige Jubiläum gekrönt hätte. „Wir hatten zwischenzeitlich Hoffnung“, sagt der Vorsitzende, „in der Rückrunde haben wir gegen alle Spitzenmannschaften gewonnen.“ Obwohl es letztlich nicht zum Aufstieg reichte, ist Krummenerl dennoch zufrieden mit dem Abschneiden der Grün-Schwarzen im Kreis-Oberhaus und bescheinigt der Mannschaft eine gute Saison 2018/19, die am Pfingstmontag mit einer Nachrodter Platzierung in den Top 5 der Liga enden wird.

Abgehakt ist der Bezirksliga-Aufstieg für Peter Krummenerl aber nicht, im Gegenteil: „Mittelfristig“, sagt er, sei der Aufstieg das Ziel der SpVgg Nachrodt, der 1959 der Sprung in die Landesliga geglückt war. Die SpVgg Nachrodt ist aber viel mehr als Fußball. „Wir haben einen großen Zusammenhalt im Verein“, sagt Peter Krummenerl, dem genau das auch eine Herzensangelegenheit ist. Ob Vatertagswanderung oder das traditionelle Neujahrstraining – auch abseits des Punktspielbetriebs ist Leben im Verein.

Eine beliebte Anlauf- und Begegnungsstätte der Mitglieder ist freilich das schmucke Vereinsheim geworden, das die Sportvereinigung über ziemlich genau vier Jahre in Eigenregie baute. „Das Vereinsheim wird gut angenommen. Die Arbeit hat sich gelohnt“, sagt Krummenerl, der die Realisierung des Projektes, bei dem der Verein von Nachrodter Betrieben unterstützt wurde, federführend begleitete und zusammen mit Mitgliedern unzählige Arbeitsstunden investierte. Sportplatz, Vereinsheim, Lennehalle – die Infrastruktur am Holensiepen stimmt und bietet den Sportlern nahezu perfekte Bedingungen. Auch Zuschauer dürfen sich wohlfühlen bei guter Bewirtung im Schatten des Vereinsheims – und werden das auch ganz sicher in der großen Sportwoche zum 100-Jährigen wieder tun.

Sportlicher Höhepunkt ist das Spiel der SpVgg-100-Jahre-Elf gegen die Traditionsmannschaft von Borussia Dortmund am Samstag, 29. Juni (15 Uhr). Und danach (ab 19 Uhr) steigt in der Lennehalle die große 100-Jahre-Party der Sportvereinigung, die natürlich auf zahlreiche Gäste und eine unvergessliche Feier hofft. Der Festausschuss hat jedenfalls alles dafür getan und steckt nun in den letzten Vorbereitungen – natürlich auch Peter Krummenerl...

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