Konsternierte Kiersper: „Und wir sind zu doof...“

Francesco Inchingoli, Viktor Hense (von links) und Andreas Kalman (3. von rechts) unternehmen in der Saison 2015/16 einen neuen Anlauf in Richtung Landesliga. Foto: Busch

Kierspe - Der Schlusspfiff von Schiedsrichter Bayrak lag vielleicht eine knappe Minute zurück, als Christian Salmen fassungslos auf den Rasen des Felderhof-Stadions sank. „Die helfen uns, und wir sind zu doof, selbst zu gewinnen“, rang der Torhüter des Kiersper SC sichtlich um Fassung, nachdem ihn die Nachricht von der Ottfinger 2:3-Niederlage in Wenden erreicht hatte.

Von Thomas Busch

Nun – treffender, als es der Schlussmann unmittelbar nach Spielende tat, ist das am Sonntag Geschehene kaum zusammenzufassen. Vor dem letzten Bezirksliga-Spieltag auf Platz drei zurückgefallen, versäumte es der KSC in der abschließenden Partie gegen RW Lüdenscheid (2:2), seine Hausaufgaben zu machen, sprich: sich mit einem eigenen „Dreier“ die Option zu schaffen, von einem Ausrutscher der davor platzierten Konkurrenz zu profitieren. Nach dem vierten sieglosen Spiel in Folge heißt es für die Kiersper nun: Sommerpause statt Relegation.

In die Saisonverlängerung geht es stattdessen für den SV Ottfingen. Dessen Trainer Mounir Saida gab sich nach dem bitteren 2:3 in Wenden zwar kämpferisch, doch bei realistischer Betrachtungsweise spricht viel dafür, dass der Kiersper SC den SVO in der kommenden Bezirksliga-Saison wiedersehen wird. Im ersten Aufstiegsspiel wartet am kommenden Donnerstag in Menden mit dem Vizemeister der Bezirksliga 10, dem SC Weitmar 45, nämlich ein starker Gegner, und zudem müssen die Ottfinger dann auf zwei Korstettstangen verzichten; Meik Finke und Yasin Colak fallen gesperrt aus. Und weil die zwölf Bezirksliga-Vizemeister die drei freien Landesliga-Plätze im K.o.-System ausspielen, gilt: Wer verliert, ist raus.

KSC überzeugt nur noch gegen Kellerkinder

Doch zurück zum KSC. Dieser hatte den direkten Aufstieg im Grunde schon vor Wochenfrist in Freudenberg verspielt und sollte der nun verpassten zweiten Chance nicht allzu sehr hinterhertrauern. Um über den Umweg der Relegation noch aufzusteigen, sind schließlich zwei Siege erforderlich – und mehr als ein Spiel in Folge haben die Volmestädter in der Rückrunde nur gewonnen, als es in Gestalt von Meinerzhagen, Klafeld und Siegen gegen drei Kellerkinder ging. Nach einer Saison, deren erste Hälfte sich so gut angelassen hatte, sind die Akkus inzwischen überwiegend leer, was auch im RWL-Spiel am Sonntag erkennbar war. Und das hätte die Chancen gegen ein, im Idealfall zwei starke Bezirksliga-Spitzenteams fraglos geschmälert.

Trainer setzt auf „Jetzt-erst-recht“-Effekt

Mit Blick auf 2015/16 setzt Trainer Andreas Wieczorek nun auf einen „Jetzt-erst-recht“-Effekt und wird in der am 9. Juli beginnenden Vorbereitung auf die neue Saison den Reset-Knopf drücken. Den nächsten Anlauf in Richtung Landesliga wird die Mannschaft in nahezu derselben personellen Zusammensetzung wie im jetzt abgelaufenen Spieljahr unternehmen. Denn inzwischen haben auch die letzten zwei noch ausstehenden Stammkräfte dem Sportlichen Leiter Martin Liedtke ihr Ja-Wort gegeben: Andreas Kalman und Tom Hoffmann werden weiterhin das KSC-Trikot tragen.

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