Der RSV Meinerzhagen und die Rückkehr zur Normalität

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Der RSV Meinerzhagen um Torjäger Ron Berlinski trifft am Samstag auf Rot-Weiß Ahlen.

Meinerzhagen - Es geht zurück auf den Platz. Unter Wettkampfbedingungen. Endlich. Fußball-Oberligist RSV Meinerzhagen testet am Samstag (15 Uhr, Stadion Oststraße) zum ersten Mal in dieser alles andere als normalen Saisonvorbereitung seine Form. Zu Gast im Volmetal ist der letztjährige Liga-Konkurrent und Regionalliga-Aufsteiger Rot-Weiß Ahlen.

Jene Rot-Weißen also, die beim Abbruch der Corona-Saison 2019/20 einen um 0,05 Punkte höheren Quotienten als der RSV aufwiesen und deshalb den Aufstieg in die Viertklassigkeit feiern durften – obwohl die Meinerzhagener in der „normalen“ Tabelle vor den Münsterländern angesiedelt waren. Ein seltsames Gefühl für den RSV? Auslöser für unterschwelligen Ärger gar? „Quatsch, überhaupt nicht“, sagt RSV-Coach Mutlu Demir, „die alte Saison ist abgehakt. Und außerdem: Ahlen kann doch nichts dafür, dass Corona kam. Sie haben von der Regel profitiert, wir nicht. Ausgesucht hat sich das niemand.“

Die Vergangenheit ruht also endgültig an der Oststraße. Das ist gut so. Denn zu tun gibt es in der Gegenwart eine Menge. Die ersten Einheiten auf dem Platz sind gut angelaufen. Vornehmlich um spielerische Dinge kümmert sich das Trainer-Team, in dem – wie berichtet – Fisnik Zejnullahu Jonas Ermes ersetzt hat, zur Zeit. „Die Jungs sind verantwortungsvoll genug, dass sie die Ausdauer-Komponenten in Eigenregie absolvieren“, skizziert Mutlu Demir die Marschroute, „die Zeit auf dem Platz wollen wir für taktische Dinge nutzen.“ Großartige Änderungen im System wird es nicht geben. Das Gros des Kaders ist beisammen geblieben, die Abläufe sind bekannt. „Wir bleiben dabei: Unser Spiel soll offensiv und attraktiv sein. Damit waren wir erfolgreich“, sagt Demir, der dennoch Ansatzpunkte sieht. „Wir wollen jeden Spieler besser machen“, formuliert der Trainer die Ansprüche seines Teams, um in letzter Konsequenz erneut ein gewichtiges Wort in der Aufstiegsfrage mitzusprechen.

Positiv dabei: Von größeren Blessuren sind die Blau-Weißen bislang verschont geblieben. Nur Marcel Kandziora ist angeschlagen und bekommt für Samstag wohl eine Pause verordnet. Ansonsten gilt: Es soll viel gewechselt werden im ersten Test der Vorbereitung, möglichst alle Akteure sollen Gelegenheit bekommen, ihr Profil zu schärfen. Das alles klingt zwar schon wieder nach einem ganz „normalen“ Testspiel, doch so einfach ist es nicht. Die Corona-Schutzmaßnahmen werden auch am Samstag eine Rolle spielen. Maximal 300 Zuschauer sind erlaubt, am Spielgeschehen dürfen nur 30 Akteure beteiligt sein. Und hier beginnt der Interpretationsspielraum. Während der Fußball- und Leichtathletikverband Westfalen (FLVW) die Auffassung vertritt, dass beliebig viel gewechselt werden kann, weil die Zahl der gleichzeitig beteiligten Personen auch mit Schiedsrichtern und Trainern nicht überschritten wird, gibt es auch die andere Auffassung, dass insgesamt nicht mehr als 30 Personen an einem Spiel teilnehmen dürfen. Das wiederum würde die Wechselmöglichkeiten extrem einschränken. „Die Corona-Verordnungen sind wie Kaugummi“, findet Mutlu Demir einen passenden Vergleich, „man kann sie in alle Richtungen ziehen.“

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