FSV Werdohl: Erfolgreiches Trainerduo hört auf

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Marco Polo (links) und Nils Böttcher werden ihre Trainertätigkeit bei der FSV Werdohl zum Saisonende beenden.

Werdohl - Beim Fußball-Landesligisten FSV Werdohl wird es auf der sportlichen Kommandobrücke nach der laufenden Saison einen personellen Umbruch geben. Nachdem Sportchef und Torhüter Alexander Schmale Mitte Januar seinen Abschied vom Riesei zum Saisonende offiziell verkündet hatte, gab am Donnerstag auch das Trainerduo Nils Böttcher/Marco Polo bekannt, das Engagement bei der FSV im Sommer zu beenden.

Für den Ausstieg des Trainergespanns, das am 1. April 2018 bei der FSV nach der Trennung von Manuel Sander übernommen hatte und den personellen Umbruch mit der zur Saison 2018/19 verjüngten Mannschaft bislang bemerkenswert erfolgreich meisterte, führt Nils Böttcher „primär zeitliche Gründe“ an. Die Entscheidung, die Arbeit mit der Mannschaft nach der laufenden Serie nicht fortzusetzen, sei eine überaus schwere gewesen. „Es macht Riesenspaß mit diesen Jungs zu arbeiten. Die Entwicklung ist sehr positiv, das Team funktioniert“, betont der 33-Jährige. Zusammen mit seinem kickenden Trainerkollegen und Kumpel Marco Polo werde er seine Arbeit am Riesei „zu 100 Prozent bis Saisonende“ durchziehen. „Wir haben in der Rückrunde mit dem Team noch viel vor“, so Böttcher.

„Diese Entscheidung ist sehr schade für uns. Nils und Marco haben bislang einen super Job gemacht. Wir hätten gerne mit ihnen weitergemacht“, sagt Reinhard „Gustav“ Thöne, der bei der FSV im Rahmen der Jahreshauptversammlung im Juni vergangenen Jahres als 3. Vorsitzender im Amt bestätigt wurde. Weil sich bei der Versammlung aber weder ein 1. noch 2. Vorsitzender finden ließen und die Vorstandsposten bei der FSV nach neuer Satzung zukünftig nicht mehr hierarchisch, sondern nach Aufgabengebieten geordnet werden sollen, hat Thöne nach eigener Aussage derzeit im Vorstand den Hut auf.

Und zusammen mit seinen Mitstreitern im Vorstand teilte Thöne am Mittwochabend dem zum Saisonende scheidenden Alexander Schmale mit, dass er mit sofortiger Wirkung „als Sportlicher Leiter freigestellt“ sei. „Es macht keinen Sinn, dass Alex jetzt Gespräche mit Spielern und Trainern führt, was die neue Saison anbelangt“, begründet Reinhard Thöne diese Entscheidung. Er betont gleichzeitig, dass Alexander Schmale „einen guten Job gemacht“ habe bei der FSV, die in der Landesliga als Tabellenvierter überwintert. „Wir haben eine gute Mannschaft, die Alex mit aufgebaut hat“, so „Gustav“ Thöne weiter.

Schmale selbst hat für seine sofortige Freistellung kein Verständnis und hält auch die Vorgehensweise für fraglich. „Es ist eine Entscheidung, zu der noch nicht einmal der komplette Vorstand gehört worden ist“, sagt der Lüdenscheider. Und weiter: „Wir haben uns im Dezember darauf verständigt, dass ich bis zum Saisonende in einem gewissen Umfang meine Tätigkeit als Sportlicher Leiter fortsetzen werde. Und dieser Umfang wurde klar abgesteckt. Jetzt, über einen Monat später, das Ganze zu beenden, das ist für mich nicht mehr nachvollziehbar“, so Schmale.

Mit sofortiger Wirkung tritt mit Carsten Minker Schmales Vorgänger den Posten des Sportchefs an – und zwar „kommissarisch bis zum Saisonende“, wie Thöne erläutert. Minker soll nun die Trainerfindung und auch die Gespräche mit den Spielern vorantreiben und wird dabei sowohl von Thöne selbst als auch von Jugendkoordinator Sevket Özalp unterstützt.

„Wir wollen die Trainerfrage so kurzfristig wie möglich klären“, sagt Reinhard Thöne und hofft, diese zentrale Baustelle „innerhalb der nächsten 14 Tage“ schließen zu können. Denkbar sei sowohl eine interne wie externe Lösung, Gespräche mit möglichen Kandidaten seien bereits angelaufen. Auch die Position des Sportlichen Leiters wird es laut Thöne weiterhin geben bei der FSV, allerdings soll dieser nach der Umstrukturierung auf Führungsebene nicht mehr Teil des Vorstands sein.

Es sind und werden also spannende Tage am Riesei, zumal die Zeit mit Blick auf die kommende Serie drängt. Aus dem aktuellen Kader liegt der FSV schließlich noch keine einzige Zusage vor. „Lockere Gespräche“, so formuliert es Reinhard Thöne, seien gleichwohl schon geführt worden. „Und ich denke, dass ein Großteil auch in Werdohl bleiben wird.“ Ziel sei es darüber hinaus, „Jugendlichen aus den eigenen Reihen und auch aus dem Umfeld“ am Riesei eine sportliche Perspektive zu bieten.

Handlungsbedarf besteht bei der FSV auf jeden Fall auf der Torhüterposition, und das nicht allein wegen des Abschieds von Stammkeeper Alexander Schmale. Auch Ersatztorhüter und FSV-„Dauerbrenner“ Simon Felbick wird dem Verein sowohl als Spieler als auch als Vorstandsmitglied (Schatzmeister) ab Sommer nicht mehr zur Verfügung stehen.

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