Fußball

Rot-Weiß: Eine Momentaufnahme auf Wolke sieben

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Rot-weiße Glückseligkeit: Gürkan Besirlioglu, dem am Sonntag in Attendorn der Treffer zum 2:0 für die Gäste vom Nattenberg gelang.

Lüdenscheid – Es war ein Auswärtsspiel, das gar kein richtiges Auswärtsspiel war. Der 3:1-Erfolg der Lüdenscheider Rot-Weißen im Aufsteigerduell in Attendorn war zum einen für Trainer Bayram Celik die Rückkehr an die Wirkungsstätte, an der er noch bis zum Corona-Saisonabbruch im März so erfolgreich tätig gewesen war.

Alles sehr vertraut. Celik hätte gewiss viele Hände schütteln müssen, wenn Händeschütteln dieser Tage en vogue wäre. Doch weil es anders ist in Zeiten der Pandemie, ging die Begrüßung auch ohne Shakehands. Der Coach hat immer noch viele Freunde in der Hansestadt, was ihn nicht daran hinderte, am Rande fast noch mehr zu brennen als seine Schützlinge auf dem Kunstgrün und am Ende komplett euphorisiert diesen Schützlingen zum Sieg auch einmal etwas Gutes zu tun: Celik schenkte dem Team ganz spontan einen trainingsfreien Donnerstag. 

Ein Auswärtsspiel für die Rot-Weißen war es indes auch deshalb nicht, weil der Anhang aus der Bergstadt nach dem guten Saisonstart und bei herrlichem Spätsommerwetter so zahlreich zur Bezirkssportanlage an der Wiesbadener Straße gereist war, dass es zumindest den Anschein hatte, die Attendorner Fans könnten an diesem Nachmittag in der Unterzahl sein. Stimmlich waren sie dies ohnehin, spätestens, als der RWL-Anhang in den letzten Minuten „Spitzenreiter, Spitzenreiter“ skandierte. 

„Die sind aber spät dran“, bemerkte Vorstandssprecher Michael Dregger, zu dem die Nachricht vom 4:4 im Topspiel zwischen Obersprockhövel und Erlinghausen ein bisschen eher durchgedrungen war. Auf jeden Fall war es für den Aufsteiger ein ganz besonderer Sonntag: RWL grüßt nun auch eine Etage höher wieder von der Tabellenspitze. In einer Liga, in der der TuS Langenholthausen gerade einen Punkt geholt und die FSV Werdohl noch gar keinen, ist das immerhin eine sehr schöne Momentaufnahme am Nattenberg. 

Einfach nur glücklich: Bayram Celik, hier mit Mental- und Fitnesstrainer Andreas Heinrich.

Die Tabellenführung dürften die Bergstädter am Sonntag wieder los sein. Sie sind am 4. Spieltag zum Zuschauen verurteilt, weil in der 17er-Staffel immer eine Mannschaft zuschauen muss. Danach geht es am ersten Oktober-Wochenende nach Bad Berleburg. Bis zum nächsten Heimspiel gegen die SpVg Olpe (10. Oktober) ist noch so viel Zeit, dass es womöglich gelingen könnte mit der Naturrasen-Premiere am Nattenberg in dieser Saison. Wieder ein besonderer Tag. Kurzum: Vom Liga-Alltag sind die Rot-Weißen noch weit entfernt. 

Die Pause am Wochenende kommt gleichwohl gelegen. „Einige Spieler gehen auf dem Zahnfleisch“, stellte Bayram Celik bei einer Minute des Durchatmens am Sonntag fest. Nicht so Celik. Der ging nicht auf dem Zahnfleisch, der schwebte auf Wolke sieben. Jedenfalls bis der nächste SVA-Kicker vor ihm stand und er den nächsten Plausch über vergangene Tage halten durfte.

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