Fußball-Westfalenliga

Hart erkämpftes RSV-Meisterstück: Meinerzhagen in der Oberliga

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Die RSV-Kicker bedankten sich bei den Fans für die Unterstützung.

Meinerzhagen – Der Gassenhauer, den die Anhänger des RSV Meinerzhagen schon vor dem Spiel vielstimmig intonierten, hat fraglos das Zeug zum Ohrwurm. „Wer hat die beste Mannschaft in Westfalen? Meinerzhagen, Meinerzhagen!“, skandierten die Fans aus dem oberen Volmetal.

Unumstößlicher Fakt ist seit Sonntag: Der RSV hat zumindest das beste Team der Westfalenliga 2, denn am vorletzten Spieltag machte er mit dem 1:1 (1:1)-Unentschieden beim BSV Schüren den letzten zu Meisterschaft und Oberliga-Aufstieg noch fehlenden Schritt. Oder anders ausgedrückt: Auch theoretisch sind die Meinerzhagener nun nicht mehr vom ersten Tabellenplatz zu verdrängen.

Der Weg zum rein rechnerisch noch fehlenden Punkt war für die Volmestädter noch einmal ein steiniger. Die noch mitten im Abstiegskampf steckenden Schürener machten die Räume auf dem relativ kleinen Platz wie erwartet eng, formierten eine Fünferabwehrkette und ließen den RSV erst einmal kommen.

Letzterer spielte sich nach zehn Minuten erstmals durch den grün-weißen Sperrriegel, doch auch zur Überraschung der Platzherren versagte Schiedsrichter Echelmeyer Ron Berlinskis Treffer die Anerkennung. Der Stürmer verwertete Julian Jakobs’ Flanke sehenswert per Direktabnahme, doch der Referee sah in Berlinskis Fuß auf Brusthöhe gefährliches Spiel. Das sollte nicht Echelmeyers einzige umstrittene Entscheidung bleiben – doch davon gleich mehr. 

Im weiteren Verlauf lag die Spielkontrolle weiterhin bei den Meinerzhagenern, die dann in der 21. Minute erneut jubelten, diesmal aber nicht zurückgepfiffen wurden. Wieder brachte Jakobs den Ball von der rechten Seite herein, und die Unentschlossenheit der Schürener Innenverteidigung nutzte Ewald Platt zum 0:1. Scheinbar alles in Butter für den designierten Meister, zumal das Führungstor den Gegner dahingehend unter Zugzwang setzte, die defensive Haltung zumindest zu überdenken. An dieser Stelle indes trat erneut der Schiedsrichter auf den Plan. 

Impressionen der Aufstiegssaison des RSV Meinerzhagen

Als RSV-Innenverteidiger Til Bauman einen Ballverlust im Mittelfeld mit einer ebenso beherzten wie sauberen Grätsche ausbügelte, wertete der Spielleiter aus dem Kreis Steinfurt die Aktion aller berechtigten Proteste zum Trotz als Foulspiel und entschied auf Freistoß. BSV-Flügelspieler Sotirios Stratacis setzte den Ball aus 17 Metern zwar nur an den Innenposten, doch den Abpraller drückte Mohamed El Moudni zum 1:1-Ausgleich in die Maschen (26.). Im Anschluss entlud sich Baumans Ärger in der Bemerkung „Dieser Freistoß war doch eine Frechheit“, und Echelmeyer zückte daraufhin die Rote Karte. Der gelbe Karton hätte es da fraglos auch getan, aber das änderte nichts daran, dass die Meinerzhagener ab sofort nur noch zu zehnt auf dem Platz standen. Am Spielverlauf wiederum änderte sich vorerst trotzdem wenig. Zwar gewannen die Gäste im Mittelfeld nun den einen oder anderen Zweikampf weniger, gaben jedoch weiter den Ton an. Ron Berlinski hatte zwei Mal die abermalige Führung auf dem Fuß, traf nach 33 Minuten aber nur den Pfosten und scheiterte in der Nachspielzeit der ersten Halbzeit am herausgeeilten Sascha Samulewicz. 

Mit Beginn des zweiten Durchgangs ersetzte beim RSV dann Innenverteidiger Nils Buchwalder Mittelfeldspieler Fisnik Zejnullahu. Parallel dazu hatten die Schürener in der Kabine offenbar neuen Mut getankt, denn mit Wiederanpfiff attackierten sie wesentlich früher als vorher. Und das lohnte sich durchaus: Bei Björn Mennekes Kopfball musste sich RSV-Schlussmann Jonas Ermes mächtig strecken (47.), und wenig später bot sich El Moudni eine gute Schuss-chance (51.). Die Partie war nun wesentlich offener, an ein etwaiges Zurücklehnen war für den RSV nicht zu denken. Zwar wurden auch die Meinerzhagener nochmals gefährlich – Berlinski scheiterte an Samulewicz (64.) –, doch die vornehmlich aus Standardsituationen bestehende Schlussoffensive des BSV Schüren hatte es durchaus in sich. 

Eine Blöße gab sich die Demir/Sadowski-Elf in der Defensive allerdings nicht, und so war sie um 17.07 Uhr schließlich am Ziel: 2019/20 wird der RSV Meinerzhagen um Oberliga-Punkte kämpfen. „Die beste Mannschaft in Westfalen“ saß noch lange nach dem Abpfiff in geselliger Runde auf dem Schürener Kunstrasen, genoss den Moment sichtlich und lädt für den letzten Spieltag am kommenden Sonntag bei freiem Eintritt zum großen Familientag. 

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