Clubs beziehen Stellung 

Nach der Massenprügelei: Vereine verurteilen Gewaltexzesse

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Halver - An Tag zwei nach den Gewaltexzessen mit sieben Verletzten beim Kreisliga-D-Spiel zwischen dem TuS Ennepe II und dem RSV Meinerzhagen III, das am Sonntag aufgrund einer Massenschlägerei mit 25 Beteiligten abgebrochen worden war, liegen offizielle Statements der beteiligten Vereine vor.

Einig sind sich Lutz Wengenroth (1. Vorsitzender des TuS Ennepe) und Götz Ander (2. Vorsitzender RSV Meinerzhagen) in ihren Aussagen, dass Gewalt auf dem Fußballplatz nichts zu suchen habe. Beide Funktionäre standen zu Wochenbeginn in telefonischem Kontakt miteinander. In der Beurteilung der Sachlage gehen die Ansichten allerdings zumindest in Teilbereichen auseinander.

"Unfassbare Brutalität"

Für den TuS Ennepe, dessen Vorstand sich am Montagabend mit den Vorkommnissen vom Sonntag beschäftigte, ist klar, dass die „unfassbare Brutalität“ ausschließlich von Meinerzhagener Seite ausgegangen sei. „Alle sieben Verletzte sind unsere Spieler“, so Wengenroth, „es gibt Augenzeugen, die schon seit Jahrzehnten im Geschäft sind, die beteuern, so etwas noch nie gesehen zu haben.“ Nach Wengenroths Angaben hat inzwischen eine ganze Reihe von Schwenker Spielern Anzeige wegen Körperverletzung gestellt.

Mehrere TuS-Spieler erlitten nach Angaben des TuS-Vorsitzenden zum Teil schwere Gehirnerschütterungen und Prellungen. Nicht bestätigt haben sich dagegen erste Meldungen, dass der am schwersten verletzte Enneper Spieler einen Wadenbeinbruch davongetragen habe.

Die Folgen des Sonntags, sie sind in Schwenke auch mit dem Abstand zweier Nächte noch deutlich spürbar. „Unsere Spieler, aber auch die anwesenden Zuschauer stehen unter Schock“, so Wengenroth, „mehrere A-Jugendliche, die in diesem Spiel im Einsatz waren, überlegen ernsthaft, mit dem Fußball aufzuhören.“

Ennepe empfiehlt RSV Abmeldung der 3. Mannschaft

Gerüchte, der TuS Ennepe spiele mit dem Gedanken, seine 2. Mannschaft vom Spielbetrieb abzumelden, verwies der TuS-Chef ins Reich der Fabeln. „Warum sollten wir das tun? Die Brutalität ist eindeutig vom RSV ausgegangen. Wir müssen unsere Spieler schützen, aber bestimmt nicht durch eine Abmeldung. Die kann ich nur dem RSV empfehlen“, so Wengenroth. Gestern Abend trafen sich TuS-Vorstandsmitglieder an der Friedrichshöhe mit der 2. Mannschaft, um die weitere Vorgehensweise, die auch den zivilrechtlichen Bereich betrifft, abzustimmen.

„Darin, dass Gewalt auf dem Sportplatz nichts verloren hat und wir sie nicht dulden werden, sind wir mit dem TuS Ennepe einer Meinung“, betont Götz Ander für den RSV Meinerzhagen. Dass angeblich Spieler und Zuschauer des TuS Ennepe II die dann eskalierenden Handgreiflichkeiten ausgelöst haben sollen, ist aus Anders Sicht bei der Beurteilung des Sachverhaltes eher von untergeordneter Bedeutung: „Am Ende ist es zweitrangig, wer angefangen hat. Ich habe von Fußtritten gegen Kopf und Körper am Boden liegender Menschen gehört – bei einer derartigen Eskalation müssen sich alle Parteien Gedanken machen.“

Interne Abstimmung

Dass der RSV-Vorstand nun Konsequenzen ziehen wird, steht außer Frage. Welche das konkret sein werden, ist auch nach ersten Gesprächen mit den Mannschaftsverantwortlichen allerdings noch offen. „Das werden wir jetzt intern abstimmen“, sagt Götz Ander. Grundsätzliche Problematik dabei: Neben den Teammitgliedern und einigen Zuschauern war am Sonntag kein Vertreter der Meinerzhagener Vorstandsriege vor Ort. Dementsprechend schwierig gestaltet es sich nun für Ander und Co., einigermaßen neutrale Aussagen zu den Vorkommnissen zu erhalten. Außerdem liegt der für eine Entscheidungsfindung fraglos wesentliche Sonderbericht von Schiedsrichter Kurtal (Lüdenscheid) bislang noch nicht vor.

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