Das Vertrauensverhältnis ist schwer belastet

Sauer auf den Kreisvorsitzenden Klaus Scharf: Michael Dregger (links) und Stefan Grappendorf von RW Lüdenscheid.

Lüdenscheid -  Eigentlich war man im Lager der Lüdenscheider Rot-Weißen zuletzt davon ausgegangen, dass es wegen der Zahlungsrückstände beim Fußballkreis doch keine Sitzung vor der Kreisspruchkammer geben wird. In einem Gespräch zwischen RWL und dem Kreisvorstand hatten sich die Parteien in der strittigen Frage ausgesprochen. Nun soll doch verhandelt werden. Eine Entwicklung, die RWL-Vorstandssprecher Michael Dregger nicht versteht.

Von Thomas Machatzke

Am Dienstag legte Dregger eine Stellungnahme in dieser Sache vor. Zur Erinnerung: Der Kreis hatte RWL im Herbst „angezählt“, weil der Klub Ordnungsgelder nicht gezahlt hatte. Bei RWL indes hatte man die Richtigkeit dieser Forderungen des Kreises immer in Frage gestellt.

In der Stellungnahme erklärt Dregger, dass er mit einigen Vorgehensweisen des Kreisvorstandes nicht einverstanden sei. „Mehrfach haben wir erfolglos um ein persönliches Gespräch zur Klärung gebeten“, schreibt Dregger, „zunächst wurde dies abgelehnt. Seitens des Kreisvorstandes bestand kein Interesse an einer gütlichen Einigung. Auf Intervention des Fußball-Ausschuss-Vorsitzenden, Georg Heimes, kam es am 11. Februar zu einem Termin mit dem Kreisvorstand.“

Vom Fußballkreis nahmen an diesem Treffen Wolfgang Kunde, Georg Heimes und Klaus Scharf teil – die übrigen Mitglieder, auch Kassenwart Uwe Görge als derjenige, der die Rot-Weißen belastet hatte, waren verhindert. Für RWL nahmen Dregger selbst und Stefan Grappendorf den Termin wahr. Dregger dankt den Beteiligten in der Stellungnahme für eine freunschaftliche und sachliche Atmosphäre. Im Ergebnis, schreibt er, seien sich alle Beteiligten ausdrücklich einig gewesen, die Differenzen außergerichtlich mit einem Kompromiss zu lösen. Bis zur abschließenden Klärung habe man vereinbart, dass die KSK den Fall nicht verhandeln solle.

Weiter habe man über die teils umstrittene Ordnungsgelder-Praxis gesprochen. Danach hätten die Kreisvertreter die Themen in die Kreisvorstandssitzung am 11. März mitnehmen wollen. Anschließend hätten sich die Parteien wieder zu Gesprächen treffen sollen.

Antwort erst auf Nachfrage

Zu diesen Gesprächen ist es aber bis jetzt nicht gekommen. „Am 21. März haben wir bei Klaus Scharf nachgefragt, wie der Sachstand ist“, berichtet Dregger, „nur auf unsere ausdrückliche Nachfrage hin berichtete Klaus Scharf, dass es keinen Kompromiss geben würde. So hätte der Kreisvorstand entschieden. Entgegen der Absprache in der Besprechung im Februar wurde anscheinend von Klaus Scharf federführend klargestellt, dass es keinen Kompromiss geben werde.“

Für Dregger ist das Verhalten des Kreisvorsitzenden ein skandallöses. „Aus diesem Verhalten kann man nur den Schluss ziehen, dass eine Mehrheit innerhalb des Vorstandes nicht an einer partnerschaftlichen Zusammenarbeit mit den Vereinen interessiert ist“, sagt er und ärgert sich darüber, dass Scharf wohl die KSK, nicht aber RWL über den Entschluss informiert hat.

„So darf sich ein Kreisvorsitzender nicht verhalten“

„Es kann nicht sein, dass in einem persönlichen Gespräch die Dinge anders suggeriert werden als sie dann im Nachgang umgesetzt werden“, schreibt Dregger, „dass wir die Dinge nicht falsch verstanden haben, zeigen die Telefonate mit Georg Heimes und Wolfgang Kunde, die unsere Darstellung bestätigten und von der Entwicklung überrascht waren.“ Dreggers Urteil: „So darf sich ein Kreisvorsitzender nicht verhalten. Das kann und darf nicht die Art sein, wie ein Kreisvorsitzender agiert. Aus unserer Sicht ist das Vertrauensverhältnis zum Kreisvorsitzenden zum jetzigen Zeitpunkt stark belastet.“

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare