Der Erfolg verleiht den Rot-Weißen Flügel

Eine Halbzeit lang hatte der inzwischen zum Innenverteidiger umfunktionierte Salchendorfer Torben Claudi (rechts) die „falsche Neun“ der Lüdenscheider Yasin Güzelcümbüs recht gut im Griff. Doch nach dem Wechsel zog der RWL-Wirbelwind wieder alle Register und sorgte mit toller Einzelaktion auch für den Führungstreffer. Foto: Hellwig

Lüdenscheid/Netphen - Die Stimmung ausgelassen, die entschlossene Körpersprache und offen demonstrierte Teamharmonie eine Kampfansage an die Konkurrenz. Natürlich ist gerade erst etwas mehr als ein Saisonviertel gespielt, natürlich kommen ganz dicke Brocken noch, aber das Signal ist unübersehbar: Rot-Weiß Lüdenscheid will in dieser Saison im Kampf um die Spitze mitmischen.

Das 3:1 in Salchendorf, das bislang in sechs Pflichtspielen gegen RWL sechs Mal die Oberhand behalten hatte, macht die Schultern der Bergstädtern noch einmal ein Stück breiter, lässt das Selbstvertrauen weiter wachsen: „Jetzt nehmen wir die nächste Serie in Angriff“, kündigten die Akteure schon Minuten nach dem Abpfiff weitere Erfolgsmeldungen für Trainer Marco Sadowski an.

Der war in gewohnt sympathischer Art eher stiller Genießer und wird wohl die Tage bis zum Heimspiel gegen den SV Ottfingen nutzen, um am Nattenberg auf die Euphoriebremse zu treten. Aber auch er räumte ein: „Das war eine starke Vorstellung, diesen Sieg hat sich die Mannschaft wirklich verdient.“

Ein „Schmankerl“ mehr für Taktikfans

Dabei waren die 90 Minuten vom Stadion Wüstefeld freilich eher welche für Taktikfans. Die Freunde spektakulärer Tempokombinationen und Torwirbel, die RWL im Heimspiel gegen Drolshagen verwöhnt hatte, kamen weniger auf ihre Kosten. Wie Sadowski erwartet hatte, hatten die beiden spielerisch starken Teams viel Respekt voreinander. „Alle waren bemüht, den Gegner möglichst weit weg vom eigenen Tor zu halten“, analysierte Sadowski.

Und das gelang seiner Mannschaft in einem Spiel mit letztlich nicht ganz vielen Torchancen weit besser als den Germanen: Die hatten in Halbzeit eins gerade einmal eine „halbe Gelegenheit“ durch Manuel Schaefer, dann durch eine fast missglückte Rettungstat des Rot-Weißen Mark Sattler sowie zwei echte in der Schlussphase durch einen Völkel-Kopfball, den Brackmann toll parierte und eben beim Tor von Weitz, als RWL im Anschluss an eine Ecke schlecht verteidigte.

Defensivarbeit der Schlüssel zum Sieg

Ansonsten aber stand die Viererkette der Bergstädter ausgezeichnet, strahlte ein jederzeit aufmerksamer Brackmann enorme Sicherheit aus und liefen die „Sechser“, Routinier Lars Scheerer und Timo Sommer, jede Lücke zu und arbeiteten auch die Offensivkräfte konsequent und gut nach hinten, wann immer es nötig war. Und nach vorn? RWL vergab durch Güzelcümbüs (2) und Urbas drei glasklare Chancen allein vor dem Wechsel. Zu denen gesellten sich neben den Treffern von Güzelcümbüs (2) und des eingewechselten Klatt, der noch einmal für eine deutliche Belebung des Spiels in der Schlussphase sorgte, noch weitere Hochkaräter: Einmal traf Klatt das Außennetz, einmal zielte er lang am Kasten vorbei, einmal scheiterte auch Güzelcümbüs und dann ließ Schönrath nach Klatts Musterflanke per Flugkopfball eine Riesenmöglichkeit liegen. Die Chancenverteilung offenbarte eine eindeutige Sprache: „Den Sieg hat RWL sich klar verdient, Lüdenscheid war eindeutig die bessere Mannschaft“, hatte der in Siegen lebende Ex-RWL-Zweitligaspieler Bernd Schäfer als Zaungast klare Vorteile bei den Bergstädtern registriert. Und das hatte wohl auch nur Germanen-Trainer Thomas Scherzer nach seinem Debüt anders gesehen: „Dem Spielverlauf nach hätten wir sicher ein Unentschieden verdient“, meinte er am Sonntag gegenüber Siegener Medien.

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