Jammern auf hohem Niveau beim Bezirksliga-Neuling

+
Mit seinem Anschlusstor zum 1:2 nährte Astrit Morina (links), hier im Duell mit Jan-Philipp Schulte, Hoffnung auf den ersten Zähler für den SV Hellas. Am Ende waren die Griechen aber zu harmlos, um den SC noch richtig in Bedrängnis zu bringen.

LÜDENSCHEID - In der Regel schmecken gerade Derbysiege besonders süß, aber dennoch wollte sich bei Trainer Mike Wohlpart nach dem 2:1-Erfolg des SC Lüdenscheid gegen den SV Hellas nicht die rechte Freude einstellen.

„Es hat mir einfach nicht gefallen, wie wir noch in Bedrängnis gekommen. Da führen wir 2:0, haben ohne zu glänzen eigentlich alles unter Kontrolle und laufen dann die letzten 25 Minuten nur noch hinterher. Für Außenstehende sah es ja fast so aus, dass Hellas in dieser Phase mehr drauf hatte als wir. Letztlich war es aber so, dass die Jungs einfach Angst vor der eigenen Courage bekommen haben und sich ohne Not viel zu weit zurückgezogen haben“, mäkelte er direkt nach Spielende.

Mit dem Abstand einer Nacht relativierte er seine Kritik aber ein wenig: „Nach unseren guten Spielen zuvor war das schon Jammern auf höherem Niveau. Natürlich hätten wir das am Sonntag spielerisch besser lösen können, aber unter dem Strick stehen für uns als Aufsteiger 13 Punkte nach sieben Spielen. Wer hätte das vor Saisonbeginn gedacht.“

In der Meisterschaft haben die Wehberg-Kicker am Donnerstag zwar spielfrei, sind aber bereits am Dienstagabend wieder gefordert, wenn es in der 2. Kreispokalrunde zum aktuellen A-Liga-Dritten TuS Neuenrade geht (19 Uhr, Waldstadion). „Natürlich wollen wir weiterkommen, aber das wird ganz schwer“, weist Wohlpart auf einen gut besetzten Gegner und gleich einige eigene Ausfälle hin: Fehlen werden Dominik Schwenck, Klein, Kolodziej (alle privat oder beruflich verhindert) und Kara (verletzt), fraglich sind Kürschner und Schulte. Dafür stößt eventuell Maehne wieder dazu.

Minacapillis schwarzer Tag

Und der SV Hellas? „Wir haben leider nicht an die gute zweite Halbzeit vom Attendorn-Spiel anknüpfen können. Zwei Fehler in der Defensive hat der SC gleich be-straft, während wir in der Offensive quasi gar nicht stattgefunden haben.. Wenn die gefährlichsten Situationen nach weiten Einwürfen entstehen, sagt das schon alles“, resümierte Trainer Ali Akhabach.

Insbesondere „Vinnie“ Minacapilli hatte unter den Augen seines Ex-Trainers und Onkels Dino einen rabenschwarzen Tag erwischt, konnte sich gegen Kolodziej und Wolf nicht einmal entscheidend durchsetzen. Dazu war der Ton untereinander zwischenzeitlich wieder einmal „unterste Schublade“. „Da kommt einfach die Unzufriedenheit zum Ausdruck“, sehnt Akhabach endlich das erste Erfolgserlebnis herbei.

Marc Kusche

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare