RSV holt in Unterzahl 0:2-Rückstand auf

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Das umkämpfte Derby zwischen dem RSV (Artur Krämer) und RWL (mit Niklas Friemann, links) endete 2:2.

LÜDENSCHEID - Wenn eine Partie, die hitzig und umkämpft gewesen ist, mit einem Unentschieden endet, hilft oft ein Blick auf die Szenerie nach dem Abpfiff. Sie erzählt auch denjenigen, die das Spiel gar nicht gesehen haben, die Geschichte des Spiels. Nach dem 2:2 (2:0) von RW Lüdenscheid und dem RSV Meinerzhagen verriet die Szenerie: RWL hatte gerade 2:2 verloren, der RSV dagegen einen 2:2-Sieg gefeiert – auch wenn es dafür nur einen Punkt gab.

Die Rot-Weißen waren gestartet, als ob sie eine Art Katapult suchen würden, mit dem sich vielleicht der große Aufstiegstraum schon via Sonderregel früher realisieren lassen könnte – wie ein Musterschüler, der eine Klasse überspringt. Nach zwei Minuten flankte Mathias Urbas von links, Marcel Schönrath köpfte ein – 1:0. Da waren noch nicht einmal alle Besucher am Platz, die Partie nämlich hatte sechs Minuten früher begonnen. Die Uhr zeigte 15.01 Uhr und die siebte Spielminute, als Lars Scheerer Engel abschüttelte und trocken zum 2:0 traf. Das Wort Traumstart war zu wenig für das Geschehene.

Der RSV war überrumpelt und rieb sich zudem an Schiedsrichter Kevin Woltermann auf. Der hatte die gelbe Karte locker sitzen. Als Scheerer nach einem Zusammenstoß mit Batgün zu Boden ging und lange liegenblieb, ahndete Woltermann, der nichts gesehen hatte, dies mit einer gelben Karte für Batgün. Im Falle einer Tätlichkeit wäre es wohl „Rot“ gewesen, sonst eher nichts… Keine zehn Minuten später sprang Batgün in der RWL-Hälfte an der Außenlinie der Ball an die Hand. Wieder gab’s gelb – ergo gelb-rot (30.). Bayram Celik tobte und durfte sich die Partie fortan hinter der Bande anschauen.

Die Dezimierung des Gastes war indes der Knackpunkt im Spiel. RWL verlor fortan den Zugriff aufs Spiel, der Gast dagegen kämpfte sich mit Herz hinein und hätte schon vor der Pause durch David Urbas (32.) oder zwei Marczinkowski-Kopfbälle (38./39.) verkürzen können. Das Geschehene in dieser Phase hätte den Rot-Weißen Warnung und Mahnung sein können, doch sie fanden auch nach dem Wechsel nicht zurück ins Spiel.

Ein Cilingir-Kopfball nach Scheerer-Flanke (49.), der eigentlich das 3:0 hätte bedeuten müssen, aber neben dem Tor landete, war nur ein Strohfeuer, danach übernahm wieder der Gast. Marczinkowski (52., Pfosten) und Demir (55., Brackmann hält) verpassten noch das Anschlusstor. Das fiel dann aber nach einem Urbas-Freistoß, als Brackmann zu kurz abwehrte und Krämer zum 2:1 abstaubte (56.). Und der RSV blieb beim nun offenen Schlagabtausch das bessere Team – und wurde belohnt. Einen Marczinkowski-Kopfball wehrte Carbotta mit der Hand auf der Linie ab. Carbotta brachte dies die rote Karte ein, dem RSV einen Elfmeter (75.). David Urbas trat an, Jonas Brackmann indes hielt (76.). Fünf Minuten später aber, als David Urbas von Krämer per Kopf bedient, erneut alleine vor Brackmann auftauchte, war der RWL-Keeper chancenlos. 2:2 – dabei blieb’s, auch wenn Friemann die letzte Chance des Spiels für RWL knapp vergab (90.).

Thomas Machatzke

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