Fußball-Landesliga

FSV Werdohl und Trainer Sadowski trennen sich

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Das ging ins Auge: Die FSV Werdohl hat sich am Freitag vom Trainerteam Marco Sadowski (links) und Bülent Albayrak getrennt, nachdem die beiden für den Beginn der Winterpause ihren Rücktritt angeboten hatten.

Werdohl - Paukenschlag bei der FSV Werdohl: Das Trainerteam Marco Sadowski und Bülent Albayrak sowie der heimische Fußball-Landesligist gehen ab sofort getrennte Wege. Carsten Minker, Sportlicher Leiter der FSV, informierte am Freitagabend auch die Mannschaft über den Schritt.

Das Heimspiel gegen die SG Finnentrop/Bamenohl am Sonntag (15 Uhr, Riesei-Stadion) rückt damit erst einmal in den Hintergrund. Bereits am vergangenen Montagabend hatten sich Minker, Sadowski und Albayrak dem Vernehmen nach zu einem Gespräch getroffen. Anschließend war klar, dass das Lüdenscheider Trainer-Duo maximal noch in den beiden verbleibenden Begegnungen vor der Winterpause, also am Sonntag gegen die SG Finnentrop/Bamenohl (15 Uhr, Riesei-Stadion) sowie am 7. Dezember zum Rückrundenauftakt gegen RW Erlinghausen, in der Verantwortung stehen und anschließend seinen Rücktritt erklären würde.

„Wir sind da ohne Ergebnis auseinander gegangen“, teilte Minker am Freitag mit. Zwei Szenarien waren möglich: Entweder leitet Sadowski die beiden Spiele stillschweigend und verabschiedet sich danach oder er scheidet sofort aus – noch vor dem Vergleich mit Finnentrop. Letztlich traf der Sportliche Leiter am Freitag nach Rücksprache mit dem Vorsitzenden Thomas Dinter die Entscheidung, die Trennung sofort zu vollziehen. Sadowski hatte das Amt erst im vergangenen Sommer als Nachfolger von Minker angetreten, der seine Trainertätigkeit aus beruflichen und privaten Gründen nicht fortsetzen konnte.

Zwei Tage vor dem nächsten Liga-Duell kommt diese Entscheidung überraschend. „Es gibt in so einem Fall nicht die perfekte Lösung. Die haben wir auch jetzt nicht gefunden, auch vom Zeitpunkt her nicht“, räumt Minker ein.

Improvisierte Nachfolge mit Minker, Felbick und Sander

Die vorläufige Nachfolgeregelung charakterisiert er selbst als Improvisation. Gegen Finnentrop und wohl auch gegen Erlinghausen wird er selbst gemeinsam mit dem erfahrenen Ersatztorhüter Simon Felbick in Zusammenarbeit mit Kapitän Manuel Sander das Coaching übernehmen. „Wir haben keinen Plan B in der Schublade“, gibt Minker zu, dass an eine langfristige Lösung in der Kürze der Zeit noch nicht zu denken war. „Es gibt noch keine Kandidaten. Wir müssen das jetzt erst einmal sacken lassen.“

Sadowski selbst zeigte sich vom Zeitpunkt der Trennung ebenfalls überrascht. In dem Gespräch am Montag habe er jedoch zum Ausdruck gebracht, dass die Chemie zwischen Mannschaft, Verein und Trainerteam nicht stimmte. „Werdohl passt nicht zu Bülent und mir – und wir passen nicht nach Werdohl“, unterstrich der Lüdenscheider auch stellvertretend für seinen Assistenten Albayrak.

Die beiden fassten nach eigenem Empfinden nie richtig Fuß am Riesei. „Man hat das Gefühl, dass die Art, wie wir Fußball spielen wollen, nicht angenommen worden ist“, gab Sadowski seine Eindrücke wieder, schränkte aber ein, dass er in diese Aussage „nicht alle Spieler mit einbezogen“ wissen wolle. Trotz allem ist das Tischtuch zwischen ihm und der Mannschaft offenbar nicht zerschnitten. „Es ist nichts Schlimmes vorgefallen. Man kann sich immer noch in die Augen schauen“, so der 37-Jährige.

Das Vorhaben, gegen den Tabellenvierten aus Finnentrop den vierten Saisonsieg einzufahren, ist unter diesen Umständen gewiss nicht einfacher geworden. - Von Christian Müller

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